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Staus wegen Grenzkontrollen Einspurig zurück nach Oberbayern

Feiertag und Ferienende nicht nur in Bayern - und dazu die Kontrollen an den Grenzübergängen auf den Autobahnen. Staus und lange Wartezeiten sind programmiert. Zumal die Bundespolizei den Verkehr auf eine Spur verengt.

Von: Christian Riedl

Stand: 06.01.2016

Eine Kontrolle auf zwei Fahrspuren sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, sagte ein Sprecher der Bundespolizei dem BR. Allerdings gebe es die Möglichkeit, die Autos vorübergehend auf beiden Spuren an der Kontrollstelle vorbeizuleiten, um den Stau nicht zu lange werden zu lassen. Kontrolliert wird dann mit Streifenwagen im fließenden Verkehr.

Ausweg Nebenstrecken?

Auf den Nebenstrecken kontrolliert die Bundespolizei zwar nicht, aber es gilt abzuwägen, ob sich das Ausweichen rentiert. Eine Nebenstrecke zu nehmen, bedeutet meist einen Umweg fahren. Und: Auch die Nebenstrecken sind rasch überlastet. Die Folge: Man wartet in einem anderen Stau.

Betroffen sind die Grenzübergänge auf der Salzburger Autobahn (A8) bei Bad Reichenhall, auf der Inntalautobahn (A93) bei Kiefersfelden und der A3 bei Pocking. Grundsätzlich solle sich der Verkehr nicht länger als fünf Kilometer stauen, so der Sprecher. Falls doch, werde die Kontrollstelle kurzzeitig geöffnet. In den Herbstferien waren Wartezeiten von bis zu zwei Stunden keine Seltenheit.

Die Bundespolizei bemühe sich, die Behinderungen für Autofahrer durch die Einreisekontrollen so weit wie möglich zu begrenzen. Allerdings seien die Beamten an zahlreiche Vorschriften gebunden, sagte der Sprecher. Die Sicherheit der Polizisten, aber auch der Autofahrer stehe an erster Stelle. Und diese sei nur bei der Kontrolle auf einer Spur zu gewährleisten.

Ferienende in mehreren Bundesländern

Nicht nur in Bayern, sondern auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen beginnt morgen wieder die Schule. Laut Stauprognose des ADAC wird es sich vor allem im Großraum München und im Großraum Nürnberg ballen, denn dort laufen gleich mehrere Autobahnen zusammen. Staugefahr herrscht auf der A6, der A7, der A8 und der A9, außerdem auf den Autobahnen A93, A95 und A96.

Grenzkontrollen in Oberbayern: Hier wird's bei der Einreise eng

Landrat Grabner sauer auf Berlin

Georg Grabner (l.) umringt von Journalisten

Der Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, Georg Grabner (CSU), reagiert verärgert. Er habe bereits mehrfach beim Bundesinnenministerium interveniert und gefordert, dass die Kontrollen auf der Autobahn und am Grenzübergang im oberbayerischen Freilassing auf zwei Fahrspuren stattfinden sollen. Die Antwort aus Berlin: Der notwendige Umbau der Grenzübergänge würde bis zu einer Million Euro kosten. Seitdem ist Grabner erst recht sauer.

"Wenn man sieht, was alles für die Flüchtlinge aufgewendet werden muss, dann kann es nicht sein, dass man wegen eines sechs- bis siebenstelligen Betrags plötzlich sagt, das können wir nicht ändern, da wird weiterhin einspurig kontrolliert."

Georg Grabner, CSU-Landrat im Kreis Berchtesgadener Land

Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) sagte zu Jahresbeginn, solange die Außengrenzen des Schengen-Raums nicht wirksam geschützt und dort die vielen Flüchtlinge erfasst würden, brauche es die deutschen Kontrollen. Und gerade erst haben auch Schweden und Dänemark wieder damit angefangen, an den Grenzen zu kontrollieren. Autofahrer, die nach Oberbayern wollen, brauchen also voraussichtlich noch länger Geduld.


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Bernhard, Mittwoch, 06.Januar, 18:52 Uhr

5. Nicht die Medien halten uns für Dumm,

sondern die CSU. In Ihrer wichtigen Rolle fordert die CSU Kontrollen, dass der Bürger glaubt, die CSU tut etwas.
In Wirklichkeit kann das gar nicht gehen, nachdem man mit der Grenzöffnung das Personal extrem gekürzt hat.
Auch die Bundeswehr muss sich als Folge der Entscheidung des Herrn Gutenberg zurückziehen.
Und das die Erhöhung der "freiwilligen Hilfspolizisten" wie von der CSU gefordert etwas hilft, ist wohl ein Irrglaube.
Aber was soll das Ganze, für die eigenen deutschen Krawallmacher in den Fußballstadien haben wir immer noch genug Personal, die Überstunden anhäufen.
Aber nicht weil die Medien dies wollen!

Oliver, Dienstag, 05.Januar, 22:01 Uhr

4. Grenzkontrolle bei Salzburg

Wir Deutschen werden doch für dumm verkauft !!!
Bin heute aus Obertauern zurück nach Deutschland gefahren . Da am Grenzübergang Salzburg 45 Minuten Wartezeit gemeldet wurden , hat mich mein BMW Navi vor Salzburg von der Autobahn geschickt ! Ca . 20 Minuten später sind wir wieder auf die Autobahn gefahren . Da hab ich meinen Augen nicht getraut. Wir sind genau hinter der ,,tollen "Grenzkontrolle auf die Autobahn gekommen und konnten so nicht kontrolliert werden . Ja denkt die Regierung , die Flüchtlinge die Illegal einreißen stellen sich 45 min in den Stau um dann erwischt zu werden ???

Wir werden nur noch von den Medien gesteuert und für dumm verkauft

Grüße Olli

  • Antwort von Lars, Dienstag, 05.Januar, 23:35 Uhr

    Oliver, was hat das nun mit den Medien zu tun? Die sind doch nicht für die Grenzkontrollen zuständig?
    Und wieso für dumm verkauft? Das BMW Navi ist bestimmt vom IS oder von einem Schleusereifachbetrieb programmiert und geliefert worden ;-)

  • Antwort von Oliver, Mittwoch, 06.Januar, 11:54 Uhr

    Lars , aber für die Berichterstattung sind sie zuständig. Da könnte man auch gleich über die Umfahrung der Grenze berichten um den Stau auf der Autobahn zu minimieren . In den Nachrichten wird uns von Grenzkontrollen berichtet , viele glauben das , fühlen sich dann sicherer ! Doch wenn ich eine Kontrolle einfach umfahren kann... Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Lars, Mittwoch, 06.Januar, 12:52 Uhr

    Genau, sie berichten darüber. Nachrichten können nicht verfälscht berichtet werden. Wenn es eben so ist, dass die BuPo auf Nebenstrecken nicht kontrolliert, muss es so gesagt werden. Alles andere wäre falsch. Der Einwand müsste gegenüber der Bundespolizei erfolgen.
    Finde ich zumindest.

  • Antwort von Manfred, Mittwoch, 06.Januar, 14:12 Uhr

    Dass nur auf den Haupt-Grenzübergängen kontrolliert wird, war schon immer so und ist allgemein bekannt. Stand auch vor 2-3 Tagen hier auf BR Online.

    Natürlich ist das alles Quatsch, die ganzen Kontrollen sind unsinnig, aber das ist ein anderes Thema.

Manfred, Dienstag, 05.Januar, 21:23 Uhr

3. Grenzkontrollen - Wozu?

Als Grund für die Einführung der Grenzkontrollen nach Österreich wurden ja die Flüchtlingsströme genannt. Wer aber auch nur halbwegs Intelligenz besitzt wird nach kurzem Nachdenken feststellen, dass dies ein reiner Vorwand war. Denn durch die Kontrollen kam KEIN EINZIGER Flüchtling weniger nach Deutschland. (Im Gegenteil, jetzt werden sie ja schon direkt ab Grenze professionell betreut.)
Nun sollen uns plötzlich die Kontrollen gegen Terroristen schützen? Für wie dämlich haltet ihr eigentlich die IS-Kämpfer? - Einer der Attentäter von Paris wurde ja bekanntlich in D von der Polizei kontrolliert. - Und durfte weiter fahren. - Logisch, es lag zu dem Zeitpunkt nichts gegen ihn vor.

Die Unsummen, die jetzt an der Grenze sinnlos ausgegeben werden, wären besser in Ermittlungsarbeit investiert. - Von dem enormen wirtschaftlichen Schaden in den Grenzregionen gar nicht zu reden.

  • Antwort von Corrector, Dienstag, 05.Januar, 23:26 Uhr

    @1 Manfred

    Der in Rosenheim auf der A8 betroffene Mazedonier ist in U-Haft. Breivik damals in Wetzlar kontrolliert, durfte weiterfahren. Hinweis des BKA wurde von Norwegen nicht verfolgt.
    Sehenswerte Dokumentation zu diesem Thema von Arte/RBB 21:15h heute ausgestrahlt. In Mediathek bestimmt zu finden.

Denkwürdiger, Dienstag, 05.Januar, 18:39 Uhr

2. "Auf den Nebenstrecken kontrolliert die Bundespolizei zwar nicht..."

...sehr freundlicher Hinweis!

Also, ihr "netten" Kriminellen, Waffenschieber, Menschenhändler, Drogenkuriere, Terroristen und Urlauber, die Bundespolizei zeigt euch Wege auf. Zwar mit ein bisschen Umweg und Wartezeit, aber ohne Kontrolle. Ja, die paar Schleierfahnder können auch nicht lückenlos da sein. Also visit Germany, wir schaffen das.

Jetzt wundert mich nichts mehr über die derzeitige Sicherheitslage. Beängstigend!

Karl, Dienstag, 05.Januar, 17:46 Uhr

1. Wie in der "guten alten Zeit"

Vielleicht wird der eine oder andere, der so heftig die Auflösung des Schengen-Raums fordert, doch ein bißchen nachdenken, ob er es so haben will wie früher. Mit Radiomeldungen der Art "Grenzübergang Kufstein 4 Stunden Wartezeit bei der Ausreise nach Österreich und weiter am Grenzübergang Brenner-Autobahn 2 Stunden Wartezeit bei der Einreise nach Italien." Undsoweiter, mit ähnlichen Wartezeiten an fast allen anderen Grenzübergängen. Das Gleiche dann noch mal auf dem Rückweg am Ende vom Urlaub. Das war gar nicht so selten und wenn das Wetter noch ein bißchen Kapriolen geschlagen hat oder irgendwo ein Unfall passiert ist, konnte es noch länger gehen. Aber unsere Sicherheit sollte uns schon etwas wert sein und wer das nicht will, muss eben daheim bleiben - Deutschland ist auch schön und was hat man schon im Ausland zu suchen, oder?