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Graffiti-Schmierereien Zwei tatverdächtige Graffiti-Sprayer in München gefasst

Wochenlang haben Unbekannte in München Autos, Hauswände und Garagen mit Graffitis beschmiert. Nun hat die Münchner Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die beiden jungen Männer kommen aus der linken Szene.

Von: Lena Deutsch

Stand: 13.10.2017

Schmierereien in Trudering | Bild: BR

Die Tatverdächtigen, die jetzt festgenommen worden sind, sollen durch ihre Graffiti-Schmierereien auf sechs Streifzügen im ganzen Münchner Stadtgebiet einen Sachschaden von mehr als 700.000 Euro verursacht haben.

Schüler und Obdachloser sollen gesprayt haben

Die beiden jungen Männer gehören der linken Szene an. Einer ist 16 Jahre alt und geht noch zur Schule, der andere ist 22 Jahre alt, wohnsitzlos und bereits wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Beamte polizeibekannt. Das teilte die Polizei heute mit. Ihnen wird vorgeworfen, in München Autos, Hauswände und Garagen mit Graffiti beschmiert zu haben.

Videos führten auf ihre Spur

Die Ermittler konnten die beiden Sprayer, die seit Anfang September ingesamt 340 Objekte mit Farbe besprüht hatten, aufgrund von Videoaufnahmen festnehmen. Zwei private Videokameras - eine auf dem Gelände eines Autohauses in Trudering, eine andere an einer Hauswand in Moosach, zeichneten die beiden Männer an zwei unterschiedlichen Abenden während der Tat auf. Über Videoaufzeichnungen von diversen U-Bahnhöfen in München, versuchten die Ermittler dann den Weg der beiden Unbekannten zurückzuverfolgen.

16-Jähriger fliegt durch Stofftasche auf

Schließlich gab es einen Treffer am U-Bahnhof Fürstenried-West: Die Polizei fuhr dort vermehrt Streife und konnte schließlich dort den 16-Jährigen festnehmen. Er war den Beamten aufgefallen, weil er eine auffällige grüne Stofftasche bei sich hatte - dieselbe war auf einer der Videoaufzeichnungen zu sehen. Auf den Videoaufnahmen konnten die Ermittler zudem erkennen, dass der andere der beiden Tatverdächtigen bereits polizeibekannt war. Den 22-Jährigen fanden sie zwei Tage später in der Nähe eines linken Szenetreffs in München. Er schwieg bei den Vernehmungen. Der 16-Jährige dagegen hat alle Taten gestanden. Beide sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Der Jüngere wird aber wohl bald freigelassen, weil bei ihm keine Fluchtgefahr besteht.


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Bogenhausener, Samstag, 14.Oktober, 14:49 Uhr

12.

Die beiden sind ja noch jung. Die haben genug Zeit, den Schaden ab zu bezahlen.
Und die Eltern des jüngeren waren sicher auch hoch erfreut.

Truderinger, Samstag, 14.Oktober, 07:46 Uhr

11.

Total süß, wie empört unsere berüchtigten "Nicht-Nazis" hier wieder ihren animalischen Instinkten freien Lauf lassen. Die unzähligen Hakenkreuzschmierereien werden natürlich weiterhin geduldet oder als False-Flag-Aktion bezeichnet!

Otto Kenner, Samstag, 14.Oktober, 07:05 Uhr

10. Die Ermittler

Den gleichen Aufwand würde ich mir bei der Steuerhinterziehung im großen Stil auch wünschen. Aber da schaut man lieber weg.

  • Antwort von Wolf, Samstag, 14.Oktober, 12:02 Uhr

    Aber wie soll das gehen? Steuerhinterzieher sind selten linlsradikal......

  • Antwort von Kleinlaut, Samstag, 14.Oktober, 15:00 Uhr

    Seit wann ist die Polizei für die Steuerfahndung zuständig?

EineNachdenkliche, Samstag, 14.Oktober, 04:02 Uhr

9. Wenn das nicht Volksverhetzung ist

Auf dem Foto eines verschmierten Lieferwagens
ist zu lesen: "KAPITALISTEN KÖPFEN".
Im StGB § 130: Volksverhetzung heißt es u.a.
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den
öffentlichen Frieden zu stören,
1. gegen ... Teile der Bevölkerung ...
zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder
Willkürmaßnahmen auffordert ...
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten
bis zu fünf Jahren bestraft.
Da bin ich mal gespannt, ob die Staatsanwaltschaft
von sich aus ermittelt, denn Volksverhetzung ist
ein Offizialdelikt.
Oder gelten unsere Gesetze nur für Rechtsradikale?
Die ausführliche Berichterstattung finde ich lobenswert.

  • Antwort von Truderinger, Samstag, 14.Oktober, 07:48 Uhr

    Was wollen Sie uns jetzt sagen? Dass Nazis zu hart bestraft werden, obwohl sie doch nur das Beste für Doitschland wollen?

  • Antwort von Kats, Samstag, 14.Oktober, 09:46 Uhr

    Aufschlussreich, wenn bei Nachdenklichen nur eine Seite des Gehirns aktiviert wird :-) !
    Noch gar nicht mitbekommen, dass Justicia bis jetzt auf dem rechten Auge blind ist ?
    Nicht soviel nachdenken, informieren !

  • Antwort von Paste & Copy Jurist?, Samstag, 14.Oktober, 10:47 Uhr

    Wie wäre es mal mit einem Jurastudium, "Nachdenkliche"?

    Paste & Copy Wissen reicht leider nicht.

Waldorf, Freitag, 13.Oktober, 18:33 Uhr

8. Wirkungsvolle Strafe nötig

Ich hoffe, dass ein Richter unter kreativer Anwendung des geltenden Rechts den beiden eine passende Strafe zukommen lässt. Wenn sie kein Geld haben (aber dafür umso mehr Zeit...), sollten die beiden den Schaden abarbeiten. Sie sollten dazu verdonnert werden, unter fachlicher Aufsicht mit entsprechenden Reinigungsmitteln die Schmierereien zu entfernen. Dass das bei Lackfarbe wohl nicht so einfach ist, ist ihr Problem... die sollen schrubben bis sie Blasen an den Fingern haben! Dürfte wesentlich besser zur Einsicht beitragen, als Knast.