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Kampf gegen Hitler-Deutschland Israelitische Kultusgemeinde gedenkt jüdischer Soldaten

Etwa eineinhalb Millionen jüdische Soldaten kämpften im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten. Anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus gedachte die Israelitische Kultusgemeinde in München der Gefallenen.

Von: Peter Solfrank

Stand: 09.05.2017

Es ist ein Kapitel jüdischer Geschichte, das hierzulande wenig bekannt ist: Allein in der Roten Armee kämpften während des Zweiten Weltkriegs rund 500.000 jüdische Soldaten. Insgesamt waren es eineinhalb Millionen Jüdinnen und Juden, die als Soldaten am Kampf gegen Hitlers Regime beteiligt waren.

9. Mai

Der 8. Mai ist der Tag, an dem die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft trat. Mit Ausnahme des Baltikums wird in den Nachfolgestaaten der UdSSR die Kapitulation traditionell am 9. Mai gefeiert. In Russland ist der Tag des Sieges einer der wichtigsten Feiertage.

Knobloch: Nicht nur Opfer, sondern auch Helden

Die israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern erinnerte am Dienstag mit einer Gedenkfeier an die Gefallenen. Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof im Münchner Norden sagte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Kultusgemeinde, vor rund 150 Teilnehmern, unter ihnen auch Veteranen:

"Dass Juden gegen das nationalsozialistische Terrorregime kämpften, dass sie einen großen Beitrag dazu leisteten, Europa von der mörderischen Geißel der Nazis und ihrer Schergen zu befreien, dass wir nicht nur Opfer, sondern auch Helden waren – diese Erkenntnis gewinnt hierzulande erst seit wenigen Jahren Raum. Das verdanken wir vor allem den jüdischen Veteranen."

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Im Zuge der Zuwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion kamen vor 25 Jahren erstmals auch jüdische Veteranen nach München. Dass sie im Land des ehemaligen Feindes, mit ihren Familien ebenso eine neue Heimat gefunden wie viele Überlebende des Holocaust, sei eines der Wunder des 20. Jahrhunderts, sagte Knobloch.


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