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21 Millionen in 2016 Münchner Flughafen zahlt Millionen an Airlines

Die Flughafen München GmbH (FMG) hat vergangenes Jahr 21 Millionen Euro Subventionen für 13.000 Flüge bezahlt  – im Vorjahr waren es noch 18 Millionen Euro. Die Zahlen sind vor allem vor dem Hintergrund der Diskussionen um die dritte Startbahn brisant.

Von: Birgit Grundner

Stand: 17.02.2017

Ein Flugzeug der Lufthansa startet am Flughafen in München  | Bild: pa/dpa/Peter Kneffel

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Finanzministerums auf eine Anfrage von Benno Zierer (Freie Wähler) hervor. Die FMG sprach in der Vergangenheit stets von international üblichen "Marketingzuschüssen" an Fluggesellschaften.

Magerl: Kaum echtes Wachstum

Für Gegner einer möglichen dritten Startbahn wie den Landtagsabgeordneten Christian Magerl (Grüne) gibt die FMG dagegen immer mehr Geld aus, "um die Zahl der Flugbewegungen künstlich zu steigern." Und offenbar werde es auch immer schwieriger, Fluggesellschaften zu finden, die "die angeblich so große Nachfrage" befriedigen wollen.

Im vergangenen Jahr hatten die Flughafenbetreiber eine Steigerung um 14.500 Starts und Landungen vermeldet. Würde man dabei laut Magerl den Effekt durch das Schaltjahr und die seiner Meinung nach "zugekauften Flüge" herausrechnen, bliebe allerdings bei den Flugbewegungen 2016 gegenüber dem Vorjahr "gerade mal ein echtes Wachstum von rund 400 übrig - also etwas mehr als eine pro Tag." Wie dies eine weitere Startbahn rechtfertigen solle, "versteht kein Mensch", so der Freisinger Politiker.

Flughafen München: "Wir zahlen nicht drauf!"

Egal wie hoch die Marketingzuschüsse an Airlines am Flughafen München ausfallen: "Unter dem Strich muss es sich immer lohnen - wir zahlen nicht drauf", betonte ein FMG-Sprecher gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Das Förderprogramm diene vielmehr der Steigerung zusätzlicher Erträge, die durch neue Verbindungen generiert würden, und es erhöhe letztlich die Profitabilität. Die Fördermittel  lägen im Verhältnis zum Konzernumsatz zwischen ein und zwei Prozent. "Bei dieser Größenordnung ist der Vorwurf, die FMG würde ‚Verkehre kaufen, absurd“, betont die FMG, und weiter: "Es ist abwegig, bei dieser branchenüblichen Marketing-Unterstützung, die seit vielen Jahren höchst erfolgreich angewandt wird, einen Zusammenhang zu den Planungen für die dritte Startbahn am Flughafen München herstellen zu wollen.“ Die FMG  "ködere" keine neuen Airlines,  "erkaufe" keine Flüge und gewähre keine  "Subventionen".

Es gehe einfach darum, sich am unternehmerischen Risiko in der Anfangsphase neuer Streckenangebote zu beteiligen, so ein FMG-Sprecher. Davon werde auch Eurowings profitieren. Die Lufthansa-Tochter wird mit Einführung des Sommerplans erstmals Verbindungen vom Flughafen München aus anbieten. Das gilt auch als einer der Gründe dafür, das die Billigfluglinie "Transavia" sich wieder von dort zurückzieht und ihre Basis im Erdinger Moos aufgibt. Laut FMG liegt das aber auch daran, dass nicht mehr ausreichend attraktive Slots für diese Airline zur Verfügung standen.


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Hadschi Halef Omar ben Hadschi etc. etc. etc., Freitag, 17.Februar, 18:01 Uhr

15. Frechheit

Das ist ein frecher Schlag ins Gesicht aller Menschen, die im Belastungsbereich dieses Flughabens leben.

  • Antwort von Fluginfo, Freitag, 17.Februar, 19:09 Uhr

    Ich werde jetzt ab sofort auch alle Penny Märkte und grundsätzlich alles meiden, wo es Preisnachlässe gibt.
    Dies vermittelt ja ein ganz schiefes Bild und irgend jemand leidet immer daran.

Nadine, Freitag, 17.Februar, 17:54 Uhr

14. Landsberg am Lech

Wie das mit der 3. Startbahn - ups Fahrbahn - geht, da sollten die Damen und Herren mal die Stadt Landsberg am Lech fragen. Dort am Kreisverkehr wurde fluchs eine 3. Fahrbahn realisiert und wieder durchgestrichen, da unsinnig. Das mit der "Verantwortung" sind ja nur Floskeln der Politiker. Rücktritt - Was bedeutet das schon? Muss ein Politiker etwa in den eigenen Geldbeutel greifen? Ne, eher nicht. Und so geht das lustige verschleudern der Steuern munter weiter und weiter. Einen Riegel kann nur der Wähler davor schieben. doch ich Wette, dass die Wähler wieder die CSU als stärkste Partei wählen werden. Offensichtlich scheinen die Leute es zu lieben, wenn Nobelschlitten im Regierungsviertel präsent sind. Mit Logik hat das nichts zu tun. Dabei gibt es ebenso bei Lagerlechfeld eine gute mögliche 3. Start- und Landebahn oder etwa in Memmingen.

h-p F, Freitag, 17.Februar, 17:43 Uhr

13. Flughafen München

Ich habe dort sehr lange gearbeitet, im Anfang noch in München-Riem und haben uns oft die Nase platt gedrückt ob nicht endlich ein Flugzeug kommt damit wir Arbeit haben.
Auf dem neuen Flugplatz wurde es mehr man konnte es immer noch aushalten das Personal wurde ja auch mehr. Der Flughafen sorgt doch dafür das die Arbeitsplätze erhalten bleiben und auch Erding und Freising freuen sich das es den Flugplatz gibt. (Ich war nur "Arbeiter bei einer Fremdfirma") aber mir ist es immer Gut gegangen. Da ich im Schichtdienst (Sonntags und alle Feiertage) gearbeitet habe habe ich gutes Geld verdient. Dadurch habe ich eine gute Rente und lebe jetzt noch gut vom Flughafen. Der Flughafen MUC macht das richtig, er sorgt für die Arbeitsplätze und es handelt sich um gute Arbeitsplätze nicht alle sind Pioten.
Viele Grüße
Hans-Peter

Markus87, Freitag, 17.Februar, 17:34 Uhr

12. Billige Propaganda

Das ist leider mal wieder ein typischer Magerl. Zunächst einmal macht er es sich sehr, sehr einfach. Es ist schlichtweg alles, was gefördert wird, gekauft. Da alle Flughäfen Förderungen für neue Airlines anbieten, ist der gesamte Luftverkehr also nur eine Illusion? Zudem betreibt die FMG diese Förderung seit Jahrzehnten und nicht, wie von Herrn Magerl impliziert, nur jetzt um "Bewegungen zu kaufen". Dass diese Vorgehensweise durchaus erfolgreich ist, zeigt das aktuelle Verbindungsangebot in München bei gleichzeitigem wirtschaftlichen Erfolgt der FMG.
Es ist schade, dass man immer noch Umsteiger verteufelt, obwohl deren Vorteil für Bayern auf der Hand liegt. Ohne Umsteigeverkehr wären zahlreiche Direktflüge ab München schlicht nicht darstellbar und somit der Flughafen deutlich schlechter angebunden, als er es heute ist und genau diese Direktverbindungen sind wichtig für unsere internationalen Unternehmen.

MacMac, Freitag, 17.Februar, 14:23 Uhr

11. a dritte Bahn muß her...

...wenn dem so ist, warum steigt die Staatsanwaltschaft nicht ein und durchsucht Papiere und Kontobewegungen.... wir leben echt in einem sehr unterschwelligen Korruptionsstaat...