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Sprengstoffdetektoren am Flughafen München Umstrittene Sniffer wieder im Einsatz

Am Flughafen München werden die in Kritik geratenen Sprengstoffsuchgeräte wieder eingesetzt. Nach Gesundheitsbeschwerden von Mitarbeitern waren die Geräte im Herbst aus dem Verkehr gezogen worden. Schon gibt es neue Klagen.

Von: Birgit Grundner

Stand: 17.02.2016

Sicherheitskontrolle des Handgepäcks am Düsseldorfer Flughafen (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/Federico Gambarini

Die Kontrollgeräte - vom Typ "Sniffer" und "Itemizer" - werden nach und nach in Betrieb genommen. Bis sie überall laufen, vergehen zwei bis drei Wochen, sagt die Regierung von Oberbayern, der die Sicherheitsgesellschaft (SGM) am Flughafen München untersteht. Die Geräte können Spuren von Sprengstoff an Gepäck und Menschen nachweisen. 

Bisher sind laut Regierung von Oberbayern keine medizinischen Probleme mehr bekannt geworden. Im Herbst, nach Inbetriebnahme der damals neuen Sicherheitsdetektoren, hatten sich nach und nach 200 SGM-Mitarbeiter krank gemeldet. Mehr als 70 sind ins Krankenhaus gegangen. Die neuen Geräte hätten einen unangenehmen Geruch verströmt. Die Mitarbeiter klagten über Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Atemwegsreizungen.

"Sick building"-Syndrom durch "unkritische Werte"

Während das erste Gutachten Schadstoffausdünstungen - unter anderem Formaldehyd - festgestellt hatte, ergaben sich bei weiteren Untersuchungen unkritische Werte. Ein Zusammenhang zwischen den Geräten und den Krankheitsfällen ließ sich laut Regierung von Oberbayern nicht herstellen. Arbeitsmediziner verwiesen auf das "Sick building"-Syndrom: Betroffene führen eigentlich harmlose Symptome auf eine Schadstoffbelastung zurück und werden dadurch tatsächlich krank.

Neue Beschwerden

Viele Kollegen seien nach wie vor empört über die Unterstellung, dass sie sich das alles nur einbilden, sagte eine SGM-Mitarbeiterin dem Bayerischen Rundfunk. Seit die Geräte wieder in Betrieb genommen werden, gebe es auch erneut Klagen über Hals- und Stimmprobleme.


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