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Flüchtlinge in München Kapazitäten erschöpft - Stadt errichtet Zelte

Das Ankunftszentrum für Flüchtlinge im Euro-Industriepark im Münchner Norden ist hoffnungslos überfüllt. Am Freitag hatte die Regierung von Oberbayern um Hilfe gebeten. Daraufhin entschied die Stadt, Zelte zu errichten.

Stand: 01.08.2015

Bereits am Donnerstag ein Notstand: 800 Menschen trafen ein, die Kapazitäten zur Registrierung der Flüchtlinge waren völlig ausgeschöpft. Die Einrichtung wurde während des Tages geschlossen. Trotzdem: Weitere 500 Menschen wurden von verschiedenen Polizeibehörden aus Südbayern mit Bussen zu der Erstaufnahmeeinrichtung gebracht. Laut Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, eignet sich die freie Fläche bei Ankunftszentrum und Bettenhaus für den Aufbau der Zelte. In einem Hintergrundgespräch am Abend sagte Reiter, dezentrale Aufnahmeeinrichtungen würden die Situation erleichtern.

Maximal 600 Flüchtlinge können unterkommen

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und verschiedene Hilfsorganisationen mussten Zelte vor dem Gebäude aufstellen, die Menschen mit Lebensmitteln versorgen und eine Notstromversorgung einrichten. Noch vor einigen Wochen hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter Zelte abgelehnt. Rund 100 Helfer seien im Einsatz, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Anschließend wurde das Gelände von der Regierung von Oberbayern weiter betreut.

Im Durchschnitt der vergangenen Tage seien  600 Flüchtlinge angekommen, sagte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Ausgelegt sei die Einrichtung aber nur für durchschnittlich 350 Flüchtlinge binnen 24 Stunden, im Einzelfall für bis zu 600. Deshalb sei man in der Einrichtung an die Grenzen gelangt. Man habe daraufhin am Donnerstag das Personal für die medizinischen Erstuntersuchungen aufgestockt.

Engpässe bei der Registrierung

Zudem gebe es Engpässe bei der Registrierung der Flüchtlinge, weil das bundesweite Meldesystem nur bis 20.00 Uhr abends tatsächlich benutzt werden könne. In dem neuen Ankunftszentrum im Norden der Landeshauptstadt werden Flüchtlinge registriert, medizinisch untersucht und dann von dort weitergeleitet: beispielsweise in eine Erstaufnahmeeinrichtung in München oder anderswo in Bayern oder in ein anderes Bundesland.

Der Rekord-Zustrom hält an

Die Regierung von Oberbayern rechnet damit, dass der Flüchtlingszustrom auch in den nächsten Tagen ungeschmälert anhalten wird. Im Lenkungsausschuss Asyl des Bayerischen Sozialministeriums wird darüber nachgedacht, ob Oberbayern ein weiteres Ankunftszentrum benötigt. Niemand müsse im Freien übernachten, versicherte Ministerin Emilia Müller. Sie teilte außerdem mit, dass in Deutschland im Juli so viele Asylbewerber ankamen wie noch nie zuvor in einem Monat: Mit 79.000 Menschen habe es den "höchsten Zugang aller Zeiten" gegeben.

Erdinger Turnhalle als Notunterkunft

Die Turnhalle der Berufsschule Erding wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge: Bis zu 200 Asylbewerber sollen voraussichtlich ab 6. August dort unterkommen. Hintergrund ist der Notfallplan der Regierung von Oberbayern. Landrat Martin Bayerstorfer hat einen Koordinierungsstab eingerichtet, der nun alle Vorbereitungen trifft. Die Turnhalle hatte im vergangenen Jahr schon einmal als Notunterkunft gedient. Jetzt werden wieder Sanitärmodule und ein Versorgungsbereich aufgebaut.

Sendungsinfo

  • zur Sendungshomepage Stadtnachrichten aus München Montag bis Freitag von 6.00 bis 18.00 Uhr, alle 30 Minuten, Bayern 1

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