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Furcht vor Polizeikontrolle Flüchtling springt aus Zug und stirbt

Der Ägypter wollte einer Polizeikontrolle entgehen, da er bereits von österreichischen Behörden ausgewiesen wurde. Auf Höhe des Münchner Vororts Haar öffnete er dann ein Fenster und sprang aus dem Zug. Der 17-jährige Ägypter wurde dabei tödlich verletzt.

Von: Oliver Bendixen

Stand: 11.03.2016

Signalanlagen stehen neben den Gleisen in Kassel (Hessen) auf rot.  | Bild: dpa-Bildfunk

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks war der Jugendliche in einem sogenannten Nightliner-Zug unterwegs, der gegen 7 Uhr in München eintreffen sollte. Der Nightliner kam aus Richtung Rosenheim. Dort waren Beamte der örtlichen Schleierfahndung zugestiegen und hätten in einem zunächst leer erscheinenden Abteil den Ägypter unter einem Sitz versteckt gefunden. Die Beamten forderten ihn auf, seine Papiere vorzuzeigen, was der Jugendliche auch tat.

Junger Mann sollte nach Italien ausgewiesen werden

Der 17-jährige überreichte den beiden Polizeibeamten unter anderem ein österreichisches Dokument, das seine Registrierung dort als Flüchtling dokumentierte. Außerdem hatte er eine österreichische Ausweisungsverfügung bei sich, mit der er aufgefordert wurde, nach Italien auszureisen.

Angst vor Kontrolle

Noch während die Beamten die Papiere kontrollierten, riss der Jugendliche die Tür zu einem anderen Abteil auf, in dem zwei amerikanische Touristinnen saßen. Vor den Augen der beiden Amerikanerinnen öffnete er dann ein Fenster und sprang aus dem Zug, der gerade mit hohem Tempo durch den Vorort Haar unterwegs war. Der Jugendliche schlug auf dem Gleiskörper des Nachbargleises auf und wurde dabei tödlich verletzt.

Erneuter Versuch der illegalen Einreise

Die Bahnstrecke musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Nach Angaben des Münchner Polizeipräsidiums stellte sich heraus, dass der junge Mann bereits vor einigen Wochen von Beamten der Bundespolizei bei der illegalen Einreise nach Deutschland erwischt worden war. Die Bundespolizisten hatten ihn daraufhin aufgefordert, die Bundesrepublik zu verlassen, worauf der Ägypter nach Österreich zurückkehrte. Offensichtlich wurde er dort ebenfalls von der Polizei kontrolliert und aufgefordert, das Land in Richtung Italien zu verlassen. Nach ersten Recherchen war der Ägypter zuvor aus Italien eingereist. Wo er sich in den Wochen vor dem heutigen Tag aufgehalten hat, ist derzeit nicht geklärt. Anscheinend handelte es sich bei der Fahrt in Richtung München um den erneuten Versuch einer illegalen Einreise ins Bundesgebiet.

  • Oliver Bendixen | Bild: Bayerischer Rundfunk Oliver Bendixen

    Polizeireporter des Bayerischen Rundfunks, Spezialthemen: Innere Sicherheit, Terrorismus, Extremismus,


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