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Münchner Fliegerbombe Entschärfung geglückt

Aufatmen in München-Schwabing: Der am Dienstag gefundene Blindgänger ist erfolgreich entschärft worden. Zuvor hatten 8.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. BR-Korrespondenten berichten von vor Ort. Ein Überblick zum Tag der Entschärfung.

Von: Ariane Stürmer, Till Erdtracht, Lena Deutsch und Arne Wilsdorff

Stand: 23.03.2016

In ihren Händen lag das Schicksal eines ganzen Stadtteils - letztlich erledigten die beiden Sprengmeister ihre Aufgabe souverän: Der Zünder des 250-Kilo-Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg sei entfernt worden, teilte die Polizei mit. Die Bombe war bei Bauarbeiten mitten im eng bebauten Neubaugebiet "Am Ackermannbogen" in Schwabing-West entdeckt worden.

Etwa 8.000 Menschen im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle mussten ihre Wohnungen verlassen. Seit etwa 11.00 Uhr waren Einsatzkräfte durch die Straßen gegangen, hatten Durchsagen per Lautsprecher gemacht und an den Wohnungen geklingelt. Etwa 100 Anwohner hätten das Angebot genutzt, während der Sperrung in der Olympiahalle unterzukommen, sagte ein Polizeisprecher.

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Die meisten Betroffenen warteten während der Entschärfung, die um 15.30 Uhr begonnen hatte, außerhalb des Bannkreises auf die erlösenden Worte der Einsatzkräfte. Nach gut 30 Minuten war es dann soweit. Kurz danach durften die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. 120 Feuerwehrleute und 200 Polizeibeamte waren bei der Evakuierungsaktion im Einsatz.

Sperrgebiet rund um das Neubaugebiet

Die Bombe war von einer Baufirma südlich des Olympiaparks gefunden worden. Das Areal soll nicht bebaut werden, vielmehr ist es einer der letzten Flecken in dem Neubaugebiet, der noch nicht nach Kriegsaltlasten untersucht worden war. Bereits am Vorabend waren rund 140 Anwohner, darunter auch Pflegebedürftige, aus einer direkt angrenzenden Straße in Sicherheit gebracht worden.

Gefährliche Blindgänger

Der Fund weckt Erinnerungen an die "Schwabinger Fliegerbombe". Im August 2012 war im Stadtteil Schwabing eine große Bombe gefunden worden. Bei der Sprengung mussten damals etwa 2.500 Anwohner ihre Häuser verlassen. Durch die Explosion, die damals in der ganzen Stadt zu hören war, wurden viele umstehende Häuser beschädigt.


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Artus, Donnerstag, 24.März, 07:25 Uhr

8. Wieviele Bomben werden noch in Bayerns Untergrund vermutet

Wieviel Bomben liegen noch unentdeckt in München? Wird danach systematisch gesucht? Bis in welche Tiefe wird gesucht? Wie schauts im Rest Bayerns aus? Haben die Alliierten alle Liftbildaufnahmen aus dem WK2 schon freigegeben?

  • Antwort von Zynicus, Donnerstag, 24.März, 10:24 Uhr

    Etwa 10 bis 20 % der abgeworfenen Bomben werden als Blindgänger vermutet.
    "Die Zahl der noch nicht entdeckten Blindgänger wurde 2013 auf 100.000 geschätzt. Jährlich werden etwa 5.500 Blindgänger entschärft." (Wikipedia über "Blindgänger" auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches)
    Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 500 lbs (227 kg) pro Bombe wären dies 22.700 t Blindgänger, also eine ganze Menge.

Christine gross, Donnerstag, 24.März, 06:31 Uhr

7. DAnke für den blog

Dank an die Blogger von Polizei, Rundfunk und Feuerwehr. So waren wir gestern stets unkompliziert auf dem Laufenden.

Barbara, Mittwoch, 23.März, 19:37 Uhr

6. Bombenentschärfer sollten das Bundes-Verdienstkreuz verliehen bekommen!

Kriegs-Bomben und soziale Spreng-Bomben entschärfen, ist eine Meisterleistung!

vielfahrer, Mittwoch, 23.März, 17:23 Uhr

5. Fliegerbombe entschärft

Das sind " Teufelskerle " diese Sprengmeister.
Ich habe Hochachtung vor denen.

Anwohnerin Ackermannbogen, Mittwoch, 23.März, 16:34 Uhr

4. Danke BR

Danke für diese Seite, sie hat mich den ganzen Tag mit den aktuellsten Infos versorgt, immer einen Schritt vor den anderen und eine super Kombi mit Infos und Liveblog :-)
Bin trotzdem sehr glücklich dass ich die Seite jetzt schließen kann.