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ARD-Schauspielerin tot Ex-"Marienhof"-Star Silvia Andersen von Lkw überrollt

Der frühere "Marienhof"-Star Silvia Andersen ist tot. Die 51-Jährige ARD-Schauspielerin wurde am Mittwoch gegen 14.30 Uhr von einem Lastwagen in München überrollt. Dabei gäbe es Abbiegesysteme, die solche Unfälle verhindern könnten.

Von: Gerhard Brack

Stand: 11.08.2017

Schauspielerin Silvia Andersen auf einem PR-Foto ihrer Agentur filmmakers | Bild: Holger Borggrefe/filmmakers.de

Die Polizei hatte zunächst nur über den tödlichen Fahrradunfall informiert. Nach BR-Informationen ist das Opfer Silvia Andersen. Sie spielte in den 90er-Jahren im "Marienhof" die Rolle der Frau Klein.

Unfall am Nockherberg

Laut Polizeibericht fuhr Andersen auf der Regerstraße am Nockherberg stadteinwärts. Sie wollte an der Abzweigung Welfenstraße geradeaus Richtung Gasteig fahren, und ihre Ampel zeigte auch Grün. Doch neben ihr fuhr ein Lastwagenfahrer, der rechts abbiegen wollte und Andersen übersah. Die Schauspielerin wurde vom Lkw überrollt. Sie starb noch an der Unfallstelle. Der 20-jährige Fahrer erlitt einen Schock. Abbiegesysteme, die solche Unfälle verhindern könnten, könnte es bereits geben.

Zwischen Film und Theater

Silvia Andersen absolvierte die Neue Münchner Schauspielschule und war später auch als Ballett-, Jazz- und African Dance-Tänzerin erfolgreich. Sie spielte Gitarre, sang und konnte auch Rollen mit schwäbischem oder altbairischem Dialekt ausfüllen. Mit ihren langen roten Haaren und grünen Augen war sie eine eindruckvolle Erscheinung.

Sie war viel als Tournee-Schauspielerin unterwegs, spielte aber auch an festen Adressen wie dem Teamtheater München, wo sie auch Regie führte, dem Metropoltheater oder - schon in den 90er-Jahren - dem Staatstheater am Gärtnerplatz, wie sie auf ihrer Homepage auflistete. Auch in den Filmen "Die 7 Todsünden" (2007) und "Rendezvouz nach Ladenschluss" (2002) war sie zu sehen.

Tanzstück über Michael Jackson

Besonders beeindruckte sie auch mit eigenen Tanzprojekten, etwa mit dem Stück "Neverland", in dem sie die Lebensgeschichte Michael Jacksons nachspielte. Bei ihrem Tanzstück "Gilgamesh" lobte die Presse ihre Ausdrucksstärke und Wandlungsfähigkeit. Andersen gab Workshops für Tanz und Theater, Rollenstudium und Körperarbeit.


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