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Ewiges Eis schmilzt Permafrost und Gletscher verschwinden auf der Zugspitze

In gut 60 Jahren soll es auf der Zugspitze kein "ewiges Eis" mehr geben. Das besagt eine Studie des Bayerischen Landesamts für Umwelt, die jetzt vorgestellt worden ist. Demzufolge taut der Permafrost am höchsten Berg Deutschlands.

Von: Christine Gaupp und Matthias Lauer

Stand: 16.08.2017

Bilder von der Zugspitze | Bild: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG | Matthias Fend

Der Permafrost an der Zugspitze könnte nach neuen Berechnungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) schon um das Jahr 2080 verschwunden sein.

"Die Bohrung im Gipfelbereich der Zugspitze zeigt, dass es in den Alpen immer wärmer wird."

Ulrike Scharf, Umweltministerin

Der Alpenraum reagiere besonders sensibel auf den Klimawandel, sagte Scharf zur Veröffentlichung der Permafrost-Studie des Landesamts für Umwelt am Mittwoch. Permafrost halte als ewiges Eis die Berge im Hochgebirge im Innern zusammen. Schmilzt er, ist häufiger mit Steinschlag und Felsstürzen zu rechnen.

Aufwändige Forschung auf der Zugspitze

2007 war bei der Forschungsstation Schneefernerhaus die 44 Meter lange Bohrung quer durch den Zugspitzgipfel getrieben worden. Im Inneren befinden sich in regelmäßigen Abständen Messstellen.

Neun Meter Permafrost - weg in 100 Jahren

Hochrechnungen unter Einbeziehung der Wetterdaten zufolge ging der Permafrost in den vergangenen hundert Jahren von 34 Meter Gesamtlänge im Jahr 1915 auf 25 Meter im Jahr 2015 zurück. An der Südseite seien es sieben Meter gewesen, an der Nordseite zwei Meter, sagte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU, Roland Eichhorn.

Gefahr für Seilbahnen

Schmelzender Permafrost ist auch in anderen Alpenländern ein Thema. Dies kann Bauwerke wie Seilbahnen bedrohen - weil deren Stützen auf dem gefrorenen Boden stehen. Beim Bau der neuen Zugspitzseilbahn werde den Ergebnissen durch Sicherheitszuschläge und eine intensivierte Baugrundüberwachung Rechnung getragen, sagte Eichhorn.

Die Bayerische Zugspitzbahn habe die neuen Berechnungen in ihre Planung einbezogen. Wenn der Permafrost an der Zugspitze verschwunden ist, dürften auch andere Vorkommen in den bayerischen Alpen nicht mehr existieren.

"Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung im bestuntersuchten Permafrost der bayerischen Alpen richtungweisend ist für das Verhalten anderer Permafrostregionen."

Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am LfU

Hoher Temperatur-Anstieg in den Alpen

In den vergangenen 100 Jahren ist die Temperatur in den Alpen den Angaben nach mit 1,5 Grad Celsius doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Eine Folge sind auch schmelzende Gletscher: In 20 bis 30 Jahren könnten bis auf den Höllental-Gletscher auf der Zugspitze alle bayerischen Gletscher verschwunden sein. Das hatte der frühere Umweltminister Werner Schnappauf schon vor zwölf Jahren prognostiziert. Wenn er Recht behält, sind alle Gletscher in Bayern 2025 geschmolzen.


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Josef, Sonntag, 20.August, 10:46 Uhr

9. Natur

Die Natur gibt und nimmt, sie gestaltet sich selbst alles was künstlich erbaut ist, ist von Menschehand gemacht welcher gegen die Natur kämpft um sein Bauwerk zu erhalten oder gegen die Natur was zu errichtem. Auf alle fälle holt es sich die Natur wieder zurück. Desweiteren gibt es keine Erderwärmung von Menschenhand gemacht es gibt in ganz Bayern Geopfade wo die Fossiliensammler aktiv unterwegs sind da alles einmal ein Meer war. Der Mensch sollte mal lernen mit der Natur zu leben und nicht gegen sie. Da frag ich mich auch heute noch warum das immer noch Bauland in Überschwemmungsgebiete genehmigt werden, trotz Wissen das die Niederschläge immer häftiger werden. Anscheinend setzt da der Menschenverstand aus oder ist es die Profitgier einzelner.

  • Antwort von Elftiede, Montag, 21.August, 08:14 Uhr

    Wie überall geht es doch immer ums Geld, wovon einige wenige profitieren.
    Hoffentlich werden diese Leute merken, das man Geld nicht essen kann und das das letzte Hemd keine Taschen hat.

  • Antwort von Francesco, Dienstag, 22.August, 09:14 Uhr

    @Elftiede

    .... Genau DIE werden es leider NIE kapieren....

Josef, Sonntag, 20.August, 10:14 Uhr

8. Erderwärmung?

Also meine Beobachtung ist das die Sonne immer näher zur Erde kommt oder die Erde zur Sonne. Lag man vor 40 Jahren beim Baden in der Sonne war sie weit weg und nicht so intensiv auch die wärme war erträglich. Heute kommt sie viel näher und größer vor auch die Hitzeabstrahlung ist intensiver. Meiner Meinung ist es ein Schwindel mit der Erderwärmung in Wirklichkeit nähert sich die Erde der Sonne es hat sich die Umlaufbahn geändert, aber das will man keinen sagen um eine Massenhysterie zu vermeiden, lieber gibt man die Autos usw. die Schuld.
Eine objektive Betrachtung sollte von jedem Bürger möglich sein!

  • Antwort von Harald, Montag, 21.August, 09:05 Uhr

    Eine "objektive Betrachtung" schließt sich alleine schon deshalb aus, weil jeder die Welt (und die Sonne) aus seiner subjektiven Sicht betrachtet.

    Ihre Betrachtung der Sonne ist auch nur subjektiv. Oder haben Sie etwa Größe und Abstand selbst regelmäßig nachgemessen? Vielleicht auch noch wissenschaftlich belegbar?
    Ihr persönlicher Maßstab kann vor 40 Jahren nicht der gleiche sein als jetzt. Das persönliche (= subjektive!) Empfinden verändert sich im Laufe der Zeit, also auch nach 40 Jahren. Von Objektivität kann da garantiert keine Rede mehr sein.

Zugspitze, Donnerstag, 17.August, 15:57 Uhr

7. Permafrost

Was viele nicht bedenken vor lauter Klimawandel usw. .
Das eigentlich gefährliche am Auftauen der Zugspitze ist,
das dann ein erheblicher Teil des Gipfels instabil wird und abstürzen kann bzw. wird !

Earth Spirit, Donnerstag, 17.August, 10:31 Uhr

6. klimawandel

Sicherlich ist am Klimawandel, wie es Vorgänger kidrock schrieb, nichts Schlechtes. Gut und Schlecht sind Einteilungen des Menschen, die Nichts mit der wirklichen Realität zu tun haben. Allerdings führt der Klimawandel möglicherweise zu Bedingungen, die uns Allen unsere bisher bekannte Labensgrundlage nehmen wird, auf die unser Wohlstand fusst. Je schneller sich das Klima wandelt, desto weniger kommen die Arten damit gut zurecht. Ein paar haben damit möglicherweise keine Probleme, aber die Vielfalt wird das so nicht überleben. Wälder und Meere mit ihren Tier- und Pflanzenbeständen, die wir jagen und ernten, haben sich in millionen von Jahren eigependelt. Ändert sich das innerhalb von nur 300 Jahren, werden die meisten Tiere und pflanzen zu grunde gehen. übrig bleiben nur ein paar Arten wie Quallen, Ratten, Fliegen oder Kakerlaken oder Tauben. Eines ist aber klar: wenn der Mensch aussterben sollte, ist das für den Rest der übrig bleibt die bestmögliche Chnace, sich wieder zu erholen.

Dinosaurier, Donnerstag, 17.August, 08:43 Uhr

5.

Es gab auch schon mal Zeiten, wo ganz Deutschland mit Eis bedeckt war. Wer hatte den da die Schuld, das es geschmolzen ist ?
Bestimmt nicht der Autofahrer.
Da immer von Erderwärmung gesprochen wird, frage ich mich warum ich im August die Heizung benutzen muss um nicht zu frieren.

  • Antwort von Ludwig Lutz, Freitag, 18.August, 22:55 Uhr

    Hallo Dinosaurier, manchmal kann Nachdenken hilfreich sein, oder anders ausgedrückt selektive Wahrnehmung - man pickt sich nur dass heraus was einem in den Kram passt u. legt es sich schon so zurecht dass es passt - ist meist nicht zielführend.