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Ebersberger Dönerladen-Prozess Haupttäter will Urteil nicht akzeptieren

Einen Tag nach dem Urteil im Prozess um den brutalen Überfall auf einen Dönerladen in Ebersberg hat der Anwalt des Hauptangeklagten Revision eingelegt - obwohl das Urteil aus Sicht von Beobachtern milde war. Ebersbergs Bürgermeister.

Von: Christine Gaupp, Birgit Grundner und Günther Rehm

Stand: 11.08.2017

Silhouette der Justitia Skulptur mit Schwert und Waagschalen vor schwarzen, düsteren Wolken und Gegenlicht (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/CHROMORANGE/Ralph Peters

Das Münchner Landgericht hatte den 36-Jährigen aus Kirchseeon am Donnerstag zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Sein Anwalt will, dass das Urteil auf Rechtsfehler überprüft wird. Das bestätigte eine Sprecherin der Anwaltskanzlei dem BR. Der Verteidiger hatte auf dreieinhalb bis höchstens vier Jahre Haft für seinen Mandanten plädiert.

Ein zweiter Schläger muss für zwei Jahre und vier Monate hinter Gitter, ein weiterer für 14 Monate. Damit blieb das Landgericht München II deutlich unter der Forderung des Staatsanwalts. Dieser hatte für den Hauptangeklagten knapp sieben Jahre Haft gefordert. Die anderen fünf Beteiligten kamen mit Bewährungs- und Geldstrafen davon.

Bürgermeister: Keine rechte Szene in Ebersberg

Bürgermeister Brilmayer

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt – nicht nur wegen seiner Brutalität, sondern auch, weil von einer auffallenden Zunahme rechtstadikaler Umtriebe in der Region die Rede war. Der Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer hofft, dass nach dem Urteil Ruhe einkehrt.

"Aus meiner Sicht waren das betrunkene Idioten. Von einer rechten Szene, die irgendwie organisiert wäre oder die sonst bei uns auffallen würde, kann man wirklich nicht sprechen, denn die gibt's nicht. Dass es natürlich einzelne gibt, die auf dieses Gedankengut ansprechen, (...) das kann ich nicht ausschließen. Und das wird es auch geben."

Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer nach dem Urteil

In ihrer Urteilsbegründung hatte die Richterin gesagt, es seien keine rechtsradikalen Gesinnungstäter, sondern sie hätten hirnlos ausländerfeindlich gepöbelt und gehandelt.


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