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Vorreiter bei E-Mobilität Ohlstadt fährt auf Elektroauto ab

Ohlstadt ist die erste Gemeinde im Oberland, die sich ein Elektroauto angeschafft hat. Damit kann jeder fahren, denn es ist ein E-Carsharing-Modell. Das kleine Dorf im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist Vorreiter für umweltfreundliche Mobilität.

Stand: 13.02.2017

Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer lachend an der E-Tankstelle beim Betanken BMW i3. | Bild: BR/Angela Braun

Bürgermeister Christian Scheuerer (Foto oben) hat das E-Carsharing-Modell für Ohlstadt initiiert und umgesetzt. Denn der 3.400-Einwohner-Ort hat die gleichen Probleme wie große Städte.

"Ohlstadt ... passt!" steht auf den Türen.

"Es werden immer mehr Autos auf Straßen und Parkplätzen. Der Ort ist manchmal zugeparkt, viele Autos stehen nur rum. Ein Carsharing-Modell aufzuziehen, bietet sich an", sagt Scheuerer. Seit drei Monaten steht vor dem Rathaus ein kleiner BMW i3. Das dicke Kabel steckt in der Elektrotanksäule des gemeindeeigenen Stromerzeugers.

"Wir haben einen kleinen Kreislauf im Ort, die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt. Somit produzieren wir zu großen Teilen unseren Strom selbst. Wenn man den in ein E-Auto einspeisen kann – dann denk ich, ist das eine sinnvolle Sache."

Bürgermeister Christian Scheuerer

Reservierungskalender im Internet

Der Online-Reservierungskalender

Jeder kann das Elektroauto mieten – entweder als Nutzer eines bundesweiten Carsharing-Systems wie zum Beispiel Flinkster oder ganz einfach über die Gemeinde mit einer Art Gästekarte. Manche kennen das aus Bad Tölz, das ebenfalls E-Carsharing bietet. Auf der Homepage von Ohlstadt lässt sich ein Kalender, der zeigt, wann das Auto reserviert ist, öffnen. 5 Euro kostet eine Stunde, 60 Euro der ganze Tag und 100 ein Wochenende.

"Ich find des a super Option. Ich hab lang überlegt, dass ich gar kein eigenes Auto will. Des E-Auto ist perfekt. Für eine Kurzstrecke, mal schnell Einkaufen, kann ich für drei Stunden des Auto nutzen."

E-Carsharer Moritz

"Ein bisserl wie Autoscooterfahren"

Alle Angestellten der Gemeinde nutzen das Elektroauto. 8.000 Euro bezahlt Ohlstadt im Jahr. Wartung und Abwicklung laufen über die "17er Oberlandenergie", einem Zusammenschluss von Gemeinden und Stadtwerken.

Probefahrt mit dem Bürgermeister

"Des ist ein bisserl wie Autoscooterfahren. Das heißt, in dem Moment, wo ich aufs Gas geh, nimmt er das Gas unmittelbar an. Wenn ich weggeh, bremst er runter. Beim Runterbremsen lädt er automatisch auch wieder a bisserl Energie auf."

Bürgermeister Christian Scheuerer

Bürgermeister Scheuerer ist begeistert und versucht, auch andere zu überzeugen. Er erzählt, dass ein paar Schulkinder den Wagen an der Tanksäule eher mitleidig betrachtet hatten. Scheurerer nahm sie auf eine Spritztour mit. Begeisterter Kommentar eines Buben danach: "Oh, des muas i meim Papa sag'n!"


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websaurier, Montag, 13.Februar, 13:15 Uhr

2. Ach wie putzig....


Ein einzelnes E-Autolein und schon Vorreiter in Bayern !!

Hnas, Montag, 13.Februar, 13:14 Uhr

1.

Viel zu teuer. Nimmste das Geld gehst einmal in der Woche in die Sauna und fähste das ganze Jahr mit dem Fahrrad. ;-)