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Mitten in Benediktbeuern Bürgerinitiative gegen Tagungshotel auf Klostergelände

Im denkmalgeschützten Garten vom Kloster Benediktbeuern soll ein Tagungshotel gebaut werden. Seit rund sieben Jahren kämpft die Fraunhofer Gesellschaft um diesen Standort. Eine Bürgerinitiative droht mit einer Klage.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 20.09.2017

Im denkmalgeschützen Garten vom Kloster Benediktbeuern soll ein Tagungshotel gebaut werden. Rund sieben Jahren kämpft die Fraunhofer Gesellschaft um diesen Standort. Eine Bürgerinitiative droht mit einer Klage.   | Bild: Martin Breitkopf /BR

Ein Tagungshotel im denkmalgeschützten Südgarten vom Kloster Benediktbeuern? Jetzt ist der zwölf Meter hohe Neubau von allen Instanzen genehmigt - und die Bürgerinitiative "DenkMal" könnte gegen das Bauvorhaben klagen.  Mitglieder wie Julia Wolff befürchten eine nachhaltige Schädigung der Ansicht des Klosters. Das Gebäude verschwinde nicht hinter der Klostermauer, sondern dominiere die Südansicht.  Mit einer Bodenfläche von bis zu 2.300 Quadratmetern sei das Tagungshotel sogar erheblich größer als die 1.600 Quadratmeter große Basilika.

Eine Erweiterung nach Westen möglich?

Julia Wolff von der Bürgerinitiative

Außerdem, sagt Julia Wolff, sei laut Bebauungsplan künftig auch noch eine Erweiterung nach Westen und damit noch näher an das Kloster möglich.

Der Gemeinderat von Benediktbeuern steht geschlossen hinter dem Projekt. Er will dem Kloster damit eine Chance geben, als Bildungseinrichtung eine Zukunft zu haben. Nach langer Diskussion und Nachbesserungen im Bauplan hat letztlich auch das Landesamt für Denkmalpflege zugestimmt. Für Leiter Matthias Pfeil ist die Entscheidung ein Kompromiss. Er unterstreicht, dass in den letzten Jahren um jeden Zentimeter gekämpft wurde. Und daher ärgere es ihn umso mehr, dass der Gemeinderat im Bebauungsplan jetzt eine Erweiterung nach Westen ermöglicht habe. Für Pfeil sei das nicht tragbar.

Auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks unterstrich er, dass er nur zustimme, wenn die Erweiterung ausgeschlossen werde und vor allem auch die Höhe festgeschrieben wird. Nach den zähen Verhandlungen forderte er die Gemeinde Benediktbeuern zu Fairness auf.

Infoveranstaltung geplant

Janis Eitner, Sprecher der Fraunhofer Gesellschaft

Auf BR-Anfrage dementierte Janis Eitner, Sprecher der Fraunhofer Gesellschaft, jegliche Erweiterungen des Tagungshotels. Um Missverständnisse auszuräumen kündigte er eine Infoveranstaltung in Benediktbeuern an.

Auch Direktor Pater Lothar Bily rechnet nicht mit einer Erweiterung. Pater Bily zeigte sich zufrieden mit den zusätzlichen 36 Zimmern – das entspreche für ihn eine Steigerung der Bettenkapazität von rund 100 Prozent.

Das Kloster will durch Verpachtung, Logistik und Catering der Tagungsgäste zusätzliche Einnahmen generieren. Für die Zukunft des Klosters sei der Neubau zwingend nötig, sagte Pater Bily.

Noch bis zum 28. September können Bürger online auf der Seite der Gemeinde Einsicht in die Baupläne nehmen. Die Bürgerinitiative "DenkMal" schließt eine Klage unterdessen nicht aus. Julia Wolff spricht sogar von einem Skandal, dass die Fraunhofer-Gesellschaft ein national bedeutendes Kulturdenkmal mit staatlicher Förderung von mindestens 10,5 Millionen Euro zerstören wolle. Die Baukosten werden über Steuergelder von Bund und Freistaat finanziert. Der Baubeginn ist für 2018 geplant.


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Elisabeth, Donnerstag, 21.September, 11:54 Uhr

2. i will a bauen

Herr schick den Menschen endlich mehr Verstand !

Haben wollen , schöner bequemer neuer teurer , muss dauernd sein !

Mas uns Ziel gehen in so vielen Bereichen verloren.

Neben dem Menschen ist die NATUR ein riesen Verlierer und dann auch wieder der Mensch .

Aber irgendwie interessiert das nur wenige Menschen

Wolfgang, Mittwoch, 20.September, 12:44 Uhr

1. Steht der umbaute Raum für 36 zusätzliche Zimmer nicht im Kloster bereit?

Wie wäre es statt mehr Boden zu "betonieren" sich zu überlegen wie man die Funktion Tagungshotel heutiger Ansprüche im Kloster realisiert? Wieviel Platz brhct der aktuelle Klosterbetrieb, wieviel fläche und raum lässt sich dem gewünschten Tagungsbetrieb bereitstellen.
Und wenn Neubau nötig wäre, warum nicht als Ergänzung im Baustil des Klosters, so daß 5 Jhre später ein uninformierter Fremder das für 300 Jahre alt empfindet.