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Boateng, die Villa und der Makler Richter schlägt Zahlung von 185.000 Euro vor

Fußballprofi Jérôme Boateng soll die Maklerprovision für sein Haus in Grünwald bei München nicht gezahlt haben. Daher muss sich der Innenverteidiger des FC Bayern vor Gericht verantworten. Er kam nicht, und kann jetzt über den Vergleichsvorschlag des Richters nachdenken.

Von: Birgit Grundner

Stand: 11.01.2017

Ein Immobilienmakler hat Jérôme Boateng verklagt, weil ihm der Fußballprofi angeblich 300.000 Euro schuldet – für die Vermittlung seiner Villa in Grünwald bei München. Der Fußballer selbst ist anderer Meinung. Er hat die Grünwalder Villa für mehrere Millionen Euro gekauft.

Im Verfahren um die Maklerprovision für das Haus von Fußball-Profi Jérôme Boateng in Grünwald hat das Gericht jetzt einen Vergleichsvorschlag gemacht: Dabei geht es um die Summe von 185.000 Euro, auf die sich Makler und Boateng einigen könnten. Der Betrag läge in der Mitte - zwischen 220.000 Euro, auf die der Makler runtergehen würde, und 150.000 Euro, die Boateng jetzt zu zahlen bereit wäre.

Hauptverhandlung möglich

Prozess um Maklerprovision

Beide Parteien haben nun eine Frist von drei Wochen, um über den Vorschlag des Richters nachzudenken.

Nach seiner Schulter-OP fällt Boateng als Spieler noch mehrere Wochen aus und konnte deswegen zuletzt auch beim Trainingslager in Katar nicht dabei sein. Sollten sich der Fußballer und sein Makler nicht einigen, kommt es zur Hauptverhandlung. Boatengs Rechtsanwalt Axel Anker bedauert, dass es zu keiner gütlichen Einigung bekommen ist:

"Wir hätten gerne die Freundschaft wieder hergestellt."

Rechtsanwalt Axel Anker

Aus dem schriftlichen Vertrag gehe eindeutig die Summe der vereinbarten Provision hervor, sagte der Jurist. Doch Boateng, der sich immer korrekt verhalten habe, höre wohl "manchmal nicht auf die allerbesten Berater". Er selbst rate dem Fußballer, das "freundschaftliche Angebot" des Maklers aus dem Gütetermin anzunehmen.

Einschätzung von Birgit Grundner:

Vom Vergleichsvorschlag war keiner begeistert. Boateng und der Makler kennen sich über die Kinder, die besuchen den selben Kindergarten in Grünwald. Freunde sind die Papas aber nicht mehr – und so wie es aussieht, werden sie auch künftig nur noch über ihre Rechtsanwälte miteinander reden. Wenn sie sich nicht einigen, kommt es doch noch zu einer Verhandlung.


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Amalia, Dienstag, 24.Januar, 15:57 Uhr

6. Immobilienmakler

Ein interessanter Fall. Allerdings erscheint mir die die Lösung sehr logisch. Wer einen Immobilienmakler beauftragt muss bezahlen, was vertraglich vereinbart war. Das ist von Seiten des Immobilienmaklers klar und fair. Wenn ich mit meinem Immobilienmakler etwas vertraglich vereinbare beschwere ich mich auch nicht im Nachhinein.

KG Freund, Mittwoch, 11.Januar, 14:51 Uhr

5. Verblüffend,

... oder eher erschütternd, welch dumpfe Reflexe eine banale Notiz über einen Allerweltsstreit auslösen kann. Wer hohes Gehalt bezieht, möglichst noch als Künstler oder Sportler, ist im Streitfall grundsätzlich mal des unguten, tadeligen Verhaltens oder zumindest der blöden Ausrede verdächtig.

In Abwandlung eines sehr alten Spruches: "Wenn Neid weh täte, müssten viele ganztägig brüllen vor Schmerz."

Jo, Mittwoch, 11.Januar, 10:53 Uhr

4. Makler

ganz einfach
schriftlicher Vertrag ja / nein
ja, zahlen
nein, Beweisbarkeit, Belege usw. ?. Vergleich !

Kritikwürdig , Mittwoch, 11.Januar, 10:22 Uhr

3. Vermittlungsgebühren der Superlative

Warum soll der Freundschaftsdienst nicht stimmen. Viele schmücken sich doch gerne mit Stars, um sich dann auch etwas größer zu fühlen.

Aber davon unabhängig hat diese Makler- Branche für mich einen Stahlgeruch, den ich sonst in der Wirtschaft kaum kenne. Wer als vielfach ausgebildeter, studierter Baufachman mal diverse Markler erlebt hat, der wundert sich zeitweilig über die geballte Unwissenheit, selbst zum Objekt der Vermittlung.
300.000€ für eine "Vermittlung" , WOW! Das erklär mal einer Pflegerin, die einen Patienten in ein Altenheim vermittelt hat.
Unser System ist an vielen Stellen krank und unverschämt. Aber bei den Lobbyverbindungen zur Politik ist alles möglich. Wir haben ja das hin und her erlebt als dieser Markt neu geregelt werden sollte.
Es ist wie immer ganz einfach, der, der eine Immobilie verkaufen oder vermieten will zahlt den Makler. Verlangt der Makler Sondergebühren vom Interessenten, dann gibt es Berufsverbot, ganz einfach. Klare Regeln helfen immer.

  • Antwort von Marek, Mittwoch, 11.Januar, 11:04 Uhr

    Hab auch schon diverse Erfahrungen mit dieser Branche gemacht. Dass das Ganze allerdings so ausufern konnte, liegt jedoch in erster Linie an einer total fehlgeschlagenen Wohnungspolitik der Stadt München. Hier kann man eben für relativ wenig Arbeit als Makler recht schnell an das große Geld kommen, dabei bei der Auswahl der Mieter noch ein klein bißchen Gott spielen. Danke an auch an eine SPD, die zumindest in München das "sozial" nur im Namen trägt.

  • Antwort von Gscheidhaferl, Donnerstag, 12.Januar, 08:33 Uhr

    @marek: Leider haben Sie dabei übersehen, dass München eine eigenständige Gemeinde ist und mit der Stadt München und deren "fehlgeschlagener Wohnungspolitik" nichts zu tun hat. Irgendwie geht Ihr Kommentar überhaupt am Thema vorbei, was hat ein Rechtsstreit eines Multimillionärs mit der Münchner Wohnungspolitik zu tun. Um das geht und nix anderes.

birkhahn, Mittwoch, 11.Januar, 08:23 Uhr

2. Boateng

Ist das der gute, untadelige Boateng den der böse Gauland beleidigt hat?

  • Antwort von Zwiesel, Mittwoch, 11.Januar, 10:50 Uhr

    @birkhahn:
    Was hat jetzt das mit der rassistischen Äusserung von Gauland zu tun? Und, Sie wissen natürlich, was die beiden vereinbart haben? Aber das spielt für Sie wohl keine Rolle.

  • Antwort von Wolf, Mittwoch, 11.Januar, 16:24 Uhr

    Da gackert es wieder,das braune Huhn.