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Vier Städte untersucht Blitzatlas: In München wird am wenigsten geblitzt

Der Verein "Mobil in Deutschland" stellt heute seinen Blitzatlas 2017 vor. Dabei wurden Blitzermeldungen der vier größten deutschen Städte ausgewertet. Ein Ergebnis: In München wird am wenigsten mobil geblitzt.

Von: Birgit Grundner

Stand: 08.11.2017

Blitzer in München | Bild: picture-alliance/dpa

In München wird deutlich weniger geblitzt als in Berlin, Hamburg oder Köln – sicher fühlen können sich Raser aber trotzdem nicht: Gut 4.400 Mal pro Jahr wird irgendwo in der bayerischen Landeshauptstadt ein mobiles Radargerät aufgestellt, zusätzlich zu den stationären Blitzern. Zum Vergleich: In Berlin werden fast 30.000 Mal Blitzer aufgestellt, in  Hamburg über 13.000 Mal, in Köln immerhin rund 9.000 Mal.

Ausfallstraßen besonders betroffen

Am öftesten geblitzt wird in München an der Dachauer Straße, nämlich 146 Mal im Jahr. Weitere beliebte Blitzer-Stellen sind die Leopoldstraße, die Tegernseer Landstraße, Landsberger Straße, Landshuter Allee und die Rosenheimer Straße – also vor allem die großen Ausfallstraßen. Die Zahl der Radarkontrollen mit mobilen Messgeräten ist in den vergangenen Jahren in München gesunken, so der Automobilclub.

Kritik an stationären Blitzern

Blitzatlas für München (zum Vergrößern klicken)

Dem Verein "Mobil in Deutschland" geht es nach eigenen Angaben aber weniger darum, wie oft geblitzt wird, sondern an welchen Stellen. Dienen die Radarkontrollen also wirklich der Verkehrssicherheit -  wie die Polizei stets versichert - oder steckt eher Kalkül dahinter, möglichst viel Bußgeld zu kassieren? Das Ergebnis für München: Es wird tatsächlich sehr oft an Straßen geblitzt, die auch besonders unfallträchtig sind. An den betroffenen Straßen in München gab es allein 2016 mehr als 2.300 Verkehrsunfälle. Allerdings bezieht sich dieses Fazit ausdrücklich nur auf die mobilen Radarkontrollen. Die "Aufrüstung" mit stationären Blitzern sieht der Verein eher kritischer: Da könnte es schon "vielleicht auch um wirtschaftliche Interessen" gehen. Allein am Mittleren Ring gibt es inzwischen 60 stationäre Blitzer auf 28 Kilometern Strecke.

München der Sieger

Insgesamt geben die Macher des Blitzatlas 2017 der bayerischen Landeshauptstadt die Note 2. Damit ist München der Testsieger. Köln kommt im Blitzatlas noch mit der Note 3 durch, Berlin (Note 5) und Hamburg (Note 6) werden dagegen abgewatscht.

So entstand der Blitzatlas

Vom 1. Januar bis 17. Oktober 2017 wurden mit Hilfe der Blitzer-Community Blitzer.de sämtliche Blitzer-Meldungen in Berlin, München, Hamburg und Köln erfasst und anschließend ausgewertet. Insgesamt wurden dadurch 56.326 Blitzer registriert.


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Wolfgang, Mittwoch, 08.November, 19:28 Uhr

9. "Wirtschaftliche Interessen" so ein Blödsinn.

Die StVO gilt überall auf den Straßen. Wer sich daran hält hat nie zu bezahlen.

Trotzdem, zur Verienfachung, voll umfängliche Halterhaftung, genauer sehr deutliche Bußgelder für Nichtwissen als Halter wer zum Zeitpunkt des Verstoß für das Fahrzeug verantwortlich war. Bei schweren Verstößen bis zu 4 Flenspunkten!

Damit funktioniert die Ausrede "Ich weis nicht wer mit 170 auf der Landstraße fuhr genau nur EINMAL, bei 2. Fall wäre auch für den Halter die Fahrerlaubniss weg.

Auch im Sommer hilfreich gegen gerne übertreibende Motorradfahrer mit ihren Helmvisieren.

Fahrerphotos von vorne zum Beweis wären unnötig, der Halter hat den Fahrer zu benennen.

Frau Schneider, Mittwoch, 08.November, 19:10 Uhr

8. zuviele Staus

Ich war noch nicht oft in München, aber wenn, dann bin ich im Stau gestanden. Für 5 Kilometer kann man da schon mal 20 Minuten und länger in der Gegend rumstehen. Da kann kein Blitzgerät Geld verdienen...:-))

Helmut A., Mittwoch, 08.November, 17:59 Uhr

7. Raserei

Gerast wird überall und selbst wenn man Raser resp. (Zu-)Schnellfahrer bei passender Gelegenheit auf ihr Verhalten anspricht, dann erfolgt die erwartete Reaktion und wie die ausssieht, das kann sich jeder denken.
Neben Gefährdung und Schadstoffausstoß kommt ja auch noch die Lärmsteigerung hinzu.
Nach 55 Jahren in München bin ich in Oberfranken auf dem Land gelandet. Einhalten vonf Geschwindigkeitsvorschriften? Was ist das denn???
Die Kommunen könnten sich wunderbar aus ihrem finanziellen Dilemma befreien, würden sie die unbelehrbaren Zeitgenossen bis hin zum Führerscheinentzug.
Aber wo keine Wille ist, da ist auch kein Weg.

Dieter, Mittwoch, 08.November, 17:39 Uhr

6. Blitzer

Ich fürchte, den Deutschen geht es einfach zu gut. Sie glauben, sich gleich zwei teure Parteien, die FDP und die GRÜNEN leisten zu können. Das ist modern, das ist "in".
Dazu rettet das kleine Deutschland die Globalisierung und das Weltklima und die westliche Wertegemeinschaft. Fast schon eine Mission religiösen Ausmaßes. Kein Wunder, dass dieses Deutschland mehr und mehr den Ideologien verhaftet ist als der pragmatischen Problemlösung. Denn beides ist Sicher unsere Polizei kann nicht wirklich, Flüchtlinge registrieren und Islamische Anschläge verhindern und gleichzeitig einen Überwachungsstaat für renitente Autofahrer aufbauen.
M.f.G.

  • Antwort von Kats, Mittwoch, 08.November, 20:57 Uhr

    Bei Rasern und Blitzatlas jetzt wieder IHRE Füchtlinge und IHRE
    Isamphobie.
    Gibt es irgend ein Thema, bei dem Sie den Beitrag vorher lesen
    und intellektuell darauf eingehen können ?
    Überwachungsstaat ? Dieter, was geht bei Ihnen ab ?

  • Antwort von Dieter, Mittwoch, 08.November, 21:13 Uhr

    @Kats
    Das Sie als islambedürftiger Gutmensch, die von mir erwähnten Zusammenhänge und die daraus resultierende Überforderung der Polizeikapazitäten nicht erkennen wollen oder können ist jetzt nicht mein Problem.
    M.f.G.

Oliver M., Mittwoch, 08.November, 16:12 Uhr

5.

Ist sowieso ein Irrsinn, dass man das den Städten und Kommunen überlässt. Wir haben jährlich in Deutschland im Straßenverkehr ca 3.300 Tote und ca 150.000 Verletzte. Diese Zahlen sollten eigentlich rechtfertigen, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit und überall intensiv kontrolliert wird! Das, was ich täglich im Straßenverkehr erlebe an Irrsinn lässt nur einen Schluss zu:
1. die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden ist gering,
2. wenn, dann tut es nicht wirklich weh.
Fazit: wir brauchen deutlich mehr Kontrollen und ein massiv verschärftes Verkehrsstrafrecht, das wirklich weh tut. Die Bußgelder müssen fur Kontrollen bzw. die Verkehrssicherheit verwendet werden, nicht aber zur Aufbesserung der Finanzen!

Interessant: aus jedem Pups generieren wir schnell einen Skandal. Jährlich - großteils vermeidbare - 3.300 Tote und 150.000 Verletzte im Straßenverkehr und die daraus resultierenden Kosten für die Allgemeinheit scheinen nicht zu interessieren. Das erklär mir mal einer...