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Kampf dem asiatischen Laubholzbockkäfer Schädlingsbekämpfung: Baumkletterer kontrollieren Bäume in Murnau

Die Larven des asiatischen Laubholzbockkäfers sind gefräßig und befallen völlig gesunde Laubbäume. Aufgetreten ist er bisher in fünf Orten in Bayern, so auch in Murnau am Staffelsee. Dort sind jetzt Baumkletterer im Einsatz.

Von: Martin Breitkopf und Matthias Lauer

Stand: 11.01.2018

Baumkletterer in Murnau gegen den Asiatischen Holzbockkäfer | Bild: BR/Martin Breitkopf

Er hat einen schwarzen Körper mit weißen Flecken, ist etwa vier Zentimeter groß, hat lange, schwarz-weiß geringelte Fühler und ist für Laubbäume in Bayern gefährlich: Der asiatische Laubholzbockkäfer (kurz: ALB).

In Holzverpackungen kam der Käfer nach Bayern

Vermutlich ist der Schädling durch Holzverpackungen aus Asien eingeschleppt worden. Seine Larven sind gefräßig und befallen völlig gesunde Laubbäume. Da der Käfer bei uns keine natürlichen Feinde hat, sind die heimischen Laubbäume in Gefahr.  In fünf bayerischen Orten ist er aufgetreten: In Feldkirchen, Kelheim, Neubiberg, Ziemetshausen und - der jüngste Fall - in Murnau am Staffelsee. Dort wurde vor einem halben Jahr der letzte Käfer entdeckt.  

Kampf gegen asiatischen Laubholzbockkäfer

Rigoros gehen die Behörden gegen den Käfer vor - im Umkreis von 100 Metern wird um einen befallenen Baum das Gehölz entfernt und verbrannt. Im Radius von vier Kilometern muss das Gehölz ständig kontrolliert werden. Das macht beispielsweise Anton Suttner. Er ist Baumkletterer. In den kommenden Wochen steigt er zusammen mit seinen Kollegen in Murnau auf Laubbäume in der Quarantänezone.

Ganz oben ist es dem Käfer am liebsten

Der Käfer mag´s gern luftig  – am liebsten in Wipfelhöhe. Deshalb müssen die Kletterprofis hoch hinaus. Jetzt, wo die Bäume keine Blätter tragen, ist der ideale Zeitpunkt, um die Larven des asiatischen Laubholzbockkäfers anhand ihrer Bohrlöcher oder durch Späne auf den Ästen aufzuspüren. Das ist eine anstrengende und gefährliche Arbeit. So müssen im Umkreis des Befallsmittelpunkts etwa 400 Meter beklettert werden. Der Boden wird abgesucht und sogar Spürhunde sind im Einsatz. Schon jetzt wurden beim Bahnhof Murnau sechs Hektar vorsorglich kahlgeschlagen.


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