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Wilde Aktion Protest gegen Preisverfall: Bauern versprühen Milchpulver in München

Spektakuläre Aktion am Montagmittag vor der Bayerischen Staatskanzlei in München: Bei seiner "Milch-(Ver)-Pulver-Tour" ist der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter mit 200 Schleppern vorgefahren. Dann wurde Milchpulver versprüht.

Von: Ludwig Gruber

Stand: 09.10.2017

Proteste der Milchbauern in München | Bild: News5/Pieknik

Einige hundert Bauern fuhren vor, um ihren Protest kundzutun und Milchpulver zu "verschießen". Damit endete am Montag eine außergewöhnliche Aktion in München. Seit August waren die Bauern quer durch Deutschland getourt. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass augenblicklich in der EU über 350.000 Tonnen Milchpulver auf Halde liegen - auch in Deutschland.

Hunderte Landwirte protestieren in München

Diese vom Staat wegen der Milchkrise im letzten Jahr aufgekauften Milchpulverberge müssen über kurz oder lang auf den Markt gebracht werden. Dadurch, so befürchtet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, BDM, könnte der Milchpreis wieder fallen. Der hat sich in Bayern pro Liter von ca. 26 Cent Mitte letzten Jahres auf inzwischen rund 36 Cent erholt.

Milchproduktion soll gedrosselt werden

Statt Milchpulver einzulagern, fordert der BDM, künftig die Milcherzeugung einzudämmen, sobald sich ein massiver Preisverfall abzeichnet. Möglich machen sollen es rechtzeitig auf den Weg gebrachte Hilfsprogramme für die Milchbauern, die mit der Auflage verknüpft werden, die Milchproduktion zu drosseln. Im letzten Jahr ist dies ansatzweise schon geschehen. Mit Blick auf künftige Krisen am Milchmarkt müssen nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter solche Instrumente zur Begrenzung der Milchmenge aber dringend ausgebaut werden.


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Squareman, Montag, 09.Oktober, 16:48 Uhr

6. Angebot und Nachfrage

Wieso werden bei der Milch die Gesetze der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt? Sonst heißt es immer der Markt wird alles richten und hier verfällt man wieder in Planwirtschaft. Leider ist die europäische Landwirtschaft dank Subventionswahnsinn völlig aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig machen wir mit den Exporten die Märkte in anderen Ländern kaputt die dann wiederum ihre Bevölkerung nach Europa exportieren. Aber dank starker Lobby traut sich keiner den Wahnsinn zu beenden.
Und wer räumt dann nach der Aktion eigentlich den Dreck wieder weg?

  • Antwort von Erich , Montag, 09.Oktober, 17:00 Uhr

    Volltreffer! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Oliver M., Montag, 09.Oktober, 16:44 Uhr

5.

Irgendwie haben wir schon ein ziemlich schwachsinniges und schizophrenes Wirtschaftssystem. Nur zur Erinnerung: hier geht es um Naturprodukte hergestellt von Tieren. Da kann man nicht einfach mal die Produktion erhöhen oder drosseln.

Das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ ist Schrott und verursacht Probleme. 350.000 Milchpulver liegen auf Halde? Und andernorts verhungern Kinder ...

Waschmaschinenfan, Montag, 09.Oktober, 16:17 Uhr

4. Protest

Vielleicht sollten mal, sagen wir, die Putzfrauen sich dort hinstellen und ihr Schmutzwasser versprühen und so höhere Löhne einfordern. Wetten, dass dann kurzer Prozess mit ihnen gemacht würde? Bei anderen Gruppen wäre die Staatsgewalt sicherlich nicht zimperlich.

Hrdlicka, Montag, 09.Oktober, 15:11 Uhr

3. TTIP

Einer der wenigen Anlässe wo man froh sein kann, dass ein Herr Trump aus Amerika von sich aus auf TTIP verzichtet...ansonsten wären wir von billiger genmanipulierter Analogmilch aus den Staaten überschwemmt worden...so machen unsere hochsubvetionierten Landwirtschaftsprodukte wenigstens "nur" den Markt in den Entwicklungsländern kaputt und die Leute von dort kommen - meist übers Mittelmeer- zu uns...sog. "Wirtschaftsflüchtlinge"

Renate E., Montag, 09.Oktober, 14:58 Uhr

2. Super Aktion!

Ich habe vollauf Verständnis für die Empörung der Bauern! Nirgends steht man denen so abwertend und kritisch gegenüber, wird die Leistung der in der Landwirtschaft beschäftigten Mitbürger so wenig geschätzt, wie in Deutschland! Manche Leute, besonders Städter, haben keinerlei Bezug mehr zu den Bemühungen, Nahrungsmittel zu erzeugen. Es soll ja schon welche geben, die keinen Herd mehr in der Wohnung haben, weil die nicht mal mehr kochen wollen... Ich denke manchmal, vielleicht ist es doch nicht mehr weit bis zu einem "himmlischen Denkzettel". Mehr Demut würde vielen Mitbürgern gut tun...