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Brenner-Basis-Tunnel Bahn beginnt im Inntal mit Probebohrungen für Brenner-Nordzulauf

Im oberbayerischen Inntal startet die Bahn Erkundungsbohrungen für einen möglichen Brenner-Nordzulauf. Vorher soll der Untergrund des Inntals ausführlich untersucht werden.

Von: Dagmar Bohrer-Glas

Stand: 14.11.2017

Noch in diesem Jahr beginnen im oberbayerischen Inntal Erkundungsbohrungen für einen möglichen Brenner-Nordzulauf. Während in Österreich bereits am Milliardenprojekt Brenner-Basistunnel gebaut wird, steht in Bayern noch nicht einmal die Trasse fest.

Wie die Bahn bei einem Pressegespräch in Rosenheim deutlich machte, wird mit den Bohrungen der Untergrund des Inntal ausführlich untersucht. Die Daten bilden die Basis für alle weiteren Untersuchungen und Überlegunen, so Projektleiter Torsten Gruber.

Seismische Wellen

Geplant sind etwa. 30 Bohrungen auf deutschem und österreichischem Gebiet, die Hälfte davon auf landwirtschaftlichen Flächen, also privaten Grundstücken. Die Bahn hofft hier auf ein Entgegenkommen der betroffenen Grundstückseigentümer. Gebohrt wird 30 bis 400 Meter tief. Die gewonnen Bohrkerne werden später im Labor untersucht. Noch im November will die DB Netz AG die betroffenen Grundstückseigentümer kontaktieren. Außerdem wird das Inntal ab Mitte des 1. Quartals 2018 seismisch untersucht.

Dabei wird mit Schallwellen der Schichtaufbau des Bodens untersucht. Das erfolge u.a. mit Fallgewichten oder kleinen Sprengungen vergleichbar mit einem Böller, so die Bahn. Die Erschütterungen lägen im harmlosen Bereich, versichert die Deutsche Bahn. Sowohl die Bohrungpunkte als auch die seismischen Untersuchungen seien nicht aussagekräftig bezüglich eines späteren Trassenverlaufs. Vielmehr brauche es ein Messnetz als Grundlage für die nächsten Planungsschritte. Die Deutsche Bahn nutzt außerdem bereits vorhandene Daten aus Oberflächenkartierungen und Bergbau.

Reaktionen vom Bürgerforum Inntal - Bahn Zutritt verwehren

Es gibt bereits erste Reaktionen aus dem betroffenen Gebiet.

"Jetzt wirds ernst. Und das ist die minimalste Auswirkung."

Bürgerforum Inntal zur Nachricht

So reagiert ein Mitglied des Bürgerforums Inntal auf die angekündigten Bohrungen im Inntal. Vorsitzender Martin Schmid aus Neubeuern geht noch weiter: Er appelliert an betroffene Grundstückseigentümer der Bahn den Zutritt zu den Grundstücken zu verwehren. Die Deutsche Bahn machte im Pressegespräch deutlich, dass sie durchaus auf Kooperation im Inntal hofft. Dass die Standorte der Bohrungen nicht aussagekräftig seien hinsichtlich eines späteren Trassenverlaufs wie beteuert, glaubt Schmid nicht.

"Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass genau dort gebohrt wird, wo später eine Trasse laufen soll."

Martin Schmid, der erste Vorsitzende des Bürgerforums Inntal.


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Kommentare

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Felix Gartbaumer, Dienstag, 14.November, 19:41 Uhr

7. Besteht Deutschland nur noch aus Wutbürgern?

Sieht so aus.

  • Antwort von Salamoon, Mittwoch, 15.November, 06:06 Uhr

    Wenn man immer nur verarscht wird hat man einmal die Schnaunze voll.

  • Antwort von Felix Gartbaumer, Donnerstag, 16.November, 00:10 Uhr

    Ist man enttäuscht, wenn man seine Interessen nicht erfüllt bekommt?

Stefan, Dienstag, 14.November, 16:26 Uhr

6. Rentiert sich das?

Ich bezweifle, dass sich der Ausbau der Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein lohnt, wenn die Politik ihre Unterstützung für den Lkw-Straßenverkehr nicht überdenkt. Denn heute fahren auf dieser Strecke zwar viele Güterzüge, häufig erreichen diese jedoch bei Weitem nicht die mögliche Länge von 700 Metern und besonders zu Wochenbeginn bzw. zu bestimmten Uhrzeiten an eigentlich allen Tagen wirkt die Strecke nahezu verwaist. Darüber sollten die Verantwortlichen nochmals nachdenken, bevor sie einen derartigen Schritt gehen der so viel Ärger verursacht und Geld kostet.

Zwiesel, Dienstag, 14.November, 16:04 Uhr

5. Bürgerbefragung

Es ist doch ganz einfach. Die bayerische Staatregierung hat die Lösung. Die Bürger im Inntal befragen ob sie den Ausbau wollen oder nicht. In Balderschwang und Obermeiselstein hat es ja auch funktioniert. Blöd ist nur, wenn der Bürger nicht so will wie die Staatsregierung. Dann fragt man ihn halt nicht, oder? Ich bin aber überzeugt, dass die Bürger auch bereit für solche Maßnahmen sind, wenn ihre Anliegen ernst genommen und sie rechtzeitig in die Planung einbezogen werden. Aber es ist eben auch schön, wenn manche mal wieder pauschal auf Bürgerinitiativen und die Grünen schimpfen und die Sau rauslassen können. Auch wenn manchmal vielleicht überzogen wird, aber wie würde unser Land ausschauen, wenn es diese Widerstände nicht gegeben hätte und weiter geben würde, wenn die Geldgier die alleinige Entscheidungsgrundlage wäre.

Noah, Dienstag, 14.November, 12:48 Uhr

4. Die schönsten Bahnstrecken...

Warum Bahn fahren wenn man eh nichts mehr sieht?

  • Antwort von Mustermann, Dienstag, 14.November, 15:21 Uhr

    @ Noeh - Das stimmt :-) dann doch lieber Autobahn (welche auch immer) das steht man länger und hat ausreichend Zeit zum Gucken!

Harald, Dienstag, 14.November, 12:30 Uhr

3. Erst fängt die Deutsche Bahn spät an ...

... und dann stehen die Gegner schon Gewehr bei Fuß!
"Dank" der Bürgerinitiative(n) im Umfeld der möglichen Trassen für den Brennerzulauf wird es wahrscheinlich eh nix mit einer zeitnahen Umsetzung auch nur irgendeiner Planung. Darauf werden sich die Aktivisten sicherlich jetzt schon freuen. Hauptsache dagegen sein, egal ob es Sinn macht oder nicht. Darum nützt es wenig, nur auf die "böse Bahn" zu zeigen. Die notorischen Verhinderer sind bekanntlich in den Bürgerinitiativen zu finden.

  • Antwort von Nürnberger, Dienstag, 14.November, 12:52 Uhr

    Die Bahn hätte schon viel früher begonnen, wenn nicht die Politik und die Bürgerinitiativen alles verhindert hätten. Vor 2050 wird das Projekt sicher nicht fertig. Es soll zwar alles auf die Schiene, den dafür notwendigen Ausbau darf es aber nicht geben. Es kann einen schon davor grauen, wenn die Grünen mit in der Regierung sitzen. Die gehen wahrscheinlich auch gleich auf Käfersuche.

    Aber Hauptsache, es wird wie immer auf die Bahn geschimpft.

  • Antwort von bergundtal, Dienstag, 14.November, 13:07 Uhr

    Sie wohnen bestimmt nicht vor Ort oder ?
    Wie würden denn Sie sich entscheiden wenn man sowas vor ihre Türe bauen würde - Lärm Dreck ohne Ende. Aber Hauptsache Sie haben es schön und ruhig und andere interessieren Sie nicht.
    Die haben ein Recht darauf das sie das machen - auch wenn ihnen das nicht gefällt

  • Antwort von adadahoam, Dienstag, 14.November, 13:32 Uhr

    Aber Lkw Verkehr will auch keiner. Also wieder Mulis und so, oder selber schleppen.

  • Antwort von Didier, Dienstag, 14.November, 13:40 Uhr

    Finde ich gut, die Bürgerinitiativen. Aber sie gehen wahrscheinlich nicht gegen den Transportwahnsinn an sich vor. Ich frage mich immer wieder, was muss man denn beinah die ganze Industrie- und Rohstoffproduktionen um die Welt gondeln? Oder warum schafft man es nicht, Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen, vor Ort zu leben und zu arbeiten? Oder was muss die halbe Menschheit pendeln. Oder gar umherreisen? Man reist in Urlaubsplattenbausiedlungen, bunt angemalt, außer Palmen und viel Wasser ist's auch kaum anders als daheim. Wie viel tun wir Menschen wegen des Lebens-Status und -Standards? Ich sehe da viel heisse Luft und wenig Substanz – Hauptsache großspurig. Muss das denn wirklich sein? Ich erlebe immer wieder, daß sehr viele Menschen keinen Schimmer haben von den – noch – schönen Plätzen an den Orten bzw. näheren Umgebung ihrer Wohnungen.

  • Antwort von Harald, Dienstag, 14.November, 13:53 Uhr

    @bergundtal: Stimmt, ich wohne nicht im Inntal, sondern im Speckgürtel von München. Bei uns auf dem Land wäre es tatsächlich idyllisch, wenn nicht die (Münchner?) Ausflügler bei jedem halbwegs schönen Wetter mit ihren Krawallschachteln auf zwei und vier Rädern die Gegend überschwemmen würden. So kurz vor dem Ortsrand macht es dann besonders viel Spaß, mal richtig Gas zu geben, damit die Anwohner auch gut hören können, wie "toll" der Fahrer ist.

    Und leider wurde bei uns der A99 Südring bislang erfolgreich verhindert. Der würde im Berufsverkehr deutliche Entlastung bringen. So aber tragen auch bei uns die Verhinderer ihren Teil zum Erhalt des Lkw- und sonstigen Berufsverkehrs an den Durchgangsstraßen in den Dörfern bei. Vielen Dank dafür!

  • Antwort von Mickel, Dienstag, 14.November, 15:36 Uhr

    @bergundtal Stimmt der LKW Verkehr ist sicher besser und wenn man in Tirol wieder mal Blockabfertigung macht und sich die LKW Schlange bis Rosenheim erstreckt ist alles super.