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Landesgartenschau 2022 Bad Reichenhall optimistisch für den Zuschlag

Bad Reichenhall bewirbt sich für die Landesgartenschau. Die Bewertungskommission für die Vergabe hat am Freitagvormittag die oberbayerische Kurstadt besichtigt. Der Oberbürgermeister zeigte sich im Anschluss zufrieden.

Von: Christine Haberlander und Matthias Lauer

Stand: 17.02.2017

Ein Räumfahrzeug fährt am 14. Januar 2017 auf dem Platz vor dem Bad Reichenhaller Rathaus. | Bild: BR/Hans Häuser

Auf dem Predigtstuhl wurde das Konzept für die erste Alpine Landesgartenschau Deutschlands präsentiert, danach folgte ein Rundgang der etwa 20-köpfigen Bewertungskommission über das geplante Landesgartenschaugelände in der Nonner Au.

Gewiss is noch nix

Das Konzept wurde der Kommission auf dem Predigtstuhl vorgestellt

Oberbürgermeister Herbert Lackner äußerte sich nach der Besichtigung zufrieden über den Verlauf. Die Mitglieder der Bewertungskommission waren interessiert, hätten allerdings keine Tendenz erkennen lassen. Lackner erklärte bei einem Pressegespräch, dass eine große Aufbruchstimmung in der Stadt zu spüren sei. Das bestärke ihn auch darin, dass sich Bad Reichenhall um die große Landesgartenschau 2022 beworben habe. Falls Bad Reichenhall den Zuschlag bekommt, wird 2017 und 2018 geplant, danach gebaut.

OB glaubt, dass Stadt Maßnahmen stemmen kann

Oberbürgermeister Herbert Lackner ist der Ansicht, dass die geplanten Maßnahmen gut zu bewältigen sind, wie der Umbau des Nonner Stadions zu einem Eventcenter, die Renaturierung der Saalach zu einem Alpenfluss mit einem Schausteg und diverse andere Infrastrukturmaßnahmen. Es müsste allerdings noch ein separates Verkehrskonzept erstellt werden, in dem Bahn und Busse einbezogen werden und Parkplätze geschaffen werden müssen. Es wird mit rund 11,5 Millionen Euro Kosten gerechnet, 3,6 Millionen davon bezahlt die Stadt.

In zwei bis drei Wochen wird mit einer Entscheidung über die Vergabe gerechnet. Freyung und Tirschenreuth sind die beiden anderen Mitbewerber, allerdings nur als Ausrichter einer Kleinen Landesgartenschau 2022.

Stadtrat war für die Bewerbung

Mitte Januar hatte sich der Stadtrat in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass sich Bad Reichenhall für die Landesgartenschau 2022 bewerben soll. Oberbürgermeister Lackner sprach von enormen Chancen für den Tourismus.

Unternehmer möchte Stadt finanziell unterstützen

Entscheidend für das JA zur Landesgartenschau war das Angebot des regional einflussreichen Unternehmers Max Aicher.

Max Aicher will die Landesgartenschau ermöglichen.

"Wir werden alles tun, damit die Landesgartenschau zu einem Erfolg wird."

Max Aicher, Unternehmer und Stahlproduzent

Daraufhin änderten zahlreiche Stadträte verschiedener Fraktionen innerhalb weniger Tage ihre Meinung. Aicher möchte der Stadt im Falle einer Bewerbung 2022 von rund 4,5 Millionen Euro Kostenrisiko abnehmen. Dies wäre laut Lackner eine enorme finanzielle Erleichterung.

Zu wenig Zeit, zu viel Verkehr

Gegner kritisierten, trotz der finanziellen Unterstützung sei die Bewerbung für 2022 zeitlich zu knapp, die Verwaltung sei damit möglicherweise überfordert, und auch die Verkehrsprobleme in Bad Reichenhall blieben ungelöst.

Ursprünglich sollte die Landesgartenschau 2022 in Traunstein stattfinden, die Mehrheit der Traunsteiner sprach sich in einem Bürgerentscheid jedoch gegen die Durchführung der Landesgartenschau aus.

  • Oberbayern-Korrespondentin Christine Haberlander aus dem Studio in Traunstein | Bild: Ulrich Kölbl / BR Christine Haberlander

    BR-Korrespondentin für Traunstein, Altötting, Mühldorf und das Berchtesgadener Land

  • Matthias Lauer | Bild: BR/Julia Müller Matthias Lauer

    Matthias Lauer, Moderator und Autor für den Hörfunk und Online, überwiegend für die Redaktionen Schwaben, Oberbayern, Bayern plus und BR24


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