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Reaktionen auf Zugunglück "Unfassbares Leid"

Entsetzen und Trauer nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling: Die Katastrophe erschüttert die gesamte Bevölkerung, nicht nur in Bayern. Doch vor allem im Freistaat sind die Reaktionen von Menschen aus der Region, von Kirchenvertretern und Politikern geprägt von der Dimension des Unglücks.

Stand: 09.02.2016

Helfer vor Ort - Zugunglück Bad Aibling | Bild: dpa-Bildfunk

"Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser schweren Katastrophe und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausspreche", sagte Horst Seehofer laut Mitteilung der Staatsregierung. Die Unglücksursache müsse nun schnell aufgeklärt werden.

"Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt."

Ministerpräsident Horst Seehofer

Herrmann und Dobrindt danken Helfern

Zugunglück bei Bad Aibling | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Liveblog Bahnkatastrophe bei Bad Aibling Zahl der Toten steigt auf zehn

Horrorunglück am Faschingsdienstag: Beim Zusammenstoß zweier Regionalzüge bei Bad Aibling im oberbayerischen Landkreis Rosenheim sind zehn Menschen ums Leben gekommen. 18 Passagiere wurden schwer verletzt, 63 leicht. Die Unfallursache ist unklar. BR-Reporter berichten im Liveblog. [mehr]

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt haben den Opfern und Angehörigen des Zugunglücks von Bad Aibling ihr Mitgefühl ausgesprochen. Herrmann wies auf die schwierigen Einsatzbedingungen hin. Insgesamt waren und sind über 600 Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch Mitglieder der Wasserwacht, da die Unfallstelle am Mangfallkanal liegt. Er dankte den Rettungskräften aus der gesamten Region für ihre schnelle Hilfe. Die verschiedensten Rettungsorganisationen seien in kürzester Zeit vor Ort gewesen. Inzwischen ermittele die Staatsanwaltschaft - Mitglieder des Eisenbahn-Bundesamtes, der Kriminal- und der Bundespolizei seien vor Ort. Es mache aber keinen Sinn, jetzt über die Ursache zu spekulieren, so Herrmann.

Dobrindt sprach von einer schweren Stunde für den Zugverkehr in Deutschland. Der Anblick der Unglücksstelle sei schockierend gewesen.

"Das sind Bilder, die einen natürlich auch sehr stark emotional belasten, weil man sich nicht vorstellen kann, dass solche Unglücke auch bei uns vorkommen können."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

Merkel in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Hoffnung auf eine rasche Aufklärung der Ursachen geäußert. "Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden alles daran setzen werden, aufzuklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte", erklärte die Kanzlerin am Dienstag in Berlin. "Mein Mitgefühl gilt vor allem den Familien der neun Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben", erklärte Merkel. "In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen." Sie wünsche ihnen eine schnelle und möglichst vollständige Genesung.

Schockiert äußerte sich auch Martin Burkert, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag. Er sprach von einem traurigen Tag für Bayern. Nun müsse alles für eine umfassende Aufklärung des schrecklichen Vorfalls getan werden. Der Verkehrsausschuss werde sich wahrscheinlich schon in seiner nächsten Sitzung damit befassen. Tief betroffen zeigten sich auch Oppositionspolitiker. Für die Grünen sprachen die Fraktionschefs Katrin Göring-Eckart und Anton Hofreiter den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus, sowie den Helferinnen und Helfern ihren Dank.

Gauck telefoniert aus Nigeria mit Dobrindt

Bundespräsident Joachim Gauck hat von Nigeria aus mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt telefoniert, um sich über den Hergang des schweren Zugunglücks in Bayern und über die Lage dort informieren zu lassen. Das teilte eine Sprecherin des Präsidialamts am Dienstagabend in Lagos mit. Gauck sei bestürzt über den Unfall mit zehn Toten und vielen Verletzten in Bad Aibling. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Angehörigen. Gauck hält sich bis Donnerstag zu einem viertägigen offiziellen Besuch in Nigeria auf.

Kirchen wollen für Opfer und Angehörige beten

Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland haben den Opfern des Zugunglücks in Oberbayern ihr Mitgefühl ausgesprochen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, sagte laut einer Mitteilung, er sei er "in Gedanken und im Gebet" bei den Betroffenen, vor allem bei den Angehörigen der Toten. "Es ist etwas Fürchterliches, wenn man zur Arbeit fährt, mitten im Alltag ist, und so etwas Schlimmes passiert", sagte Bedford-Strohm.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, reagierte betroffen. "Mit großer Erschütterung fühlen wir uns den Angehörigen der Opfer als Kirche verbunden", sagte der Erzbischof von München und Freising einer Mitteilung zufolge. Er bete für die Opfer und ihre Angehörigen.

Die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, sprach den Familien, Rettungskräften und der Polizei ebenfalls ihr Mitgefühl aus. In ihrer Fürbitte denke sie an die, "die schwer verletzt sind, und an die, die alle Kraft brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten." Vor Ort stünden Pfarrer und Seelsorger bereit, um den Angehörigen und Verletzten Trost und Hilfe zu geben.

Weitere Reaktionen:

"Wir sind tief bestürzt über den Unfall (...). Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten."

Bahn-Chef Rüdiger Grube

"Der Unfall ist ein Riesenschock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen."

Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, in einer Presseerklärung

"Wir sind in Gedanken bei den Verunglückten und deren Angehörigen."

GDL-Chef Claus Weselsky

"Als Eisenbahner stehen wir in dieser schweren Stunde zusammen und werden im Rahmen unserer Möglichkeiten Unterstützung leisten."

EVG-Chef Alexander Kirchner

Faschingsfeiern und Politischer Aschermittwoch abgesagt

Nach der Bahnkatastrophe von Bad Aibling sind mehrere Faschingsveranstaltungen in der Region abgesagt worden. Im nahe gelegenen Rosenheim fielen die Feiern auf dem Max-Josefs-Platz aus. Auch in Bad Aibling selbst wurden Faschingsveranstaltungen abgesagt. Die Parteien verzichten angesichts der Katastrophe zudem auf den Poltischen Aschermittwoch.


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