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Züge fahren wieder über Bad Aibling Pendler und Schüler psychologisch betreut

Seit Montagfrüh fahren wieder die Pendler und Schüler mit dem Meridian von Holzkirchen aus nach Rosenheim - fast zwei Wochen nach dem schweren Zugunglück nahe Bad Aibling mit elf Toten. Die Gefühle an Bord sind gemischt.

Von: Julia Binder und Hedwig Thomalla

Stand: 22.02.2016

Meridian fährt wieder durch Bad Aibling | Bild: dpa-Bildfunk/Uwe Lein

Mit unterwegs ist in den Zügen heute psychologisch geschultes Personal. So sollen auch mögliche Ängste von Schülern abgefangen werden. Derweil erinnern Kerzen, Briefe und Karten auch weiterhin im Rosenheimer Bahnhof an die Opfer.

Der erste Zug auf der Unglücksstrecke startete bereits am Samstag um 6.37 Uhr von Holzkirchen nach Rosenheim. In Rosenheim fuhr der Meridian 79560 um 6.40 Uhr los. Mit den ersten Zügen am frühen Morgen fuhren allerdings nur sehr wenige Fahrgäste. Manche berichteten von einem "merkwürdigen Gefühl", das sie anfangs bei dieser Fahrt durchaus begleitet habe.

"Ich habe mich hinten im Zug wohler gefühlt. Denn die Unglückszüge haben ja hinten noch ganz gut ausgeschaut."

Meridian-Fahrgast am Samstag

Auch für Zugpersonal keine Routine

Ein Fahrgast blickt im Vorbeifahren auf die Unglücksstelle.

An der Unglücksstelle sind immer noch Kränze aufgestellt, die Fahrgäste merken also ganz genau, wann sie die Stelle passieren. Spezielle Fahrgastbetreuer sind in den ersten Tagen mit an Bord. Wie die BOB mitteilte, wurden die Mitarbeiter intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet und sollen den Reisenden jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Auch BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch ist im ersten Zug mitgefahren - auch für das Zugpersonal war es keine leichte Fahrt.

"Wir sind noch mitten in der Trauerphase, wir haben ja auch vier gute Kollegen verloren. ... zum ersten Mal die Strecke wieder zu befahren, ist schon anders als sonst."

Bernd Rosenbusch, BOB-Geschäftsführer

Menschen spenden rund 25.000 Euro

Enorme Hilfsbereitschaft im Raum Rosenheim nach dem Zugunfall von Bad Aibling: Das Eishockey-Benefizspiel vergangene Woche in Bad Aibling hat eine Spendensummer von 25.500 Euro erbracht. Am Montag hat der EHC Bad Aibling einen entsprechenden Scheck an die Bürgerstiftung Bad Aibling übergeben. Das Geld soll zu 100 Prozent an die Hinterbliebenen und an Schwerverletzte gehen, so ein Sprecher der Bürgerstiftung. Erste Anfragen würden bereits vorliegen. Zu dem Benefizspiel am vergangenen Dienstag( 16.02.) zwischen den Star Bulls Rosenheim und den Aibdogs waren rund 1.000 Zuschauer gekommen.

Ermittlungen werden ausgeweitet

Zugverkehr wieder aufgenommen

Wegen Spekulationen über ein Funkloch in Zusammenhang mit der Zugkatastrophe hat die Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen zur Aufklärung der Unglücksursache auf diesen Aspekt ausgeweitet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte am Freitagabend mit, dass das Bayerische Landeskriminalamt gebeten worden sei, das Funknetz der DB Netz auf eventuelle Funklöcher zu überprüfen. Auch die DB Netz wird laut Herrmann Messfahrten auf der Unfallstrecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor machen.

Rückblick

Am Faschingsdienstag waren auf der eingleisigen Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor zwei Meridian-Züge frontal zusammengestoßen. Elf Menschen starben bei dem Unglück, 85 Fahrgäste wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Unglücksursache war nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ein Fehler des zuständigen Fahrdienstleiters. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Bergung der Züge sowie die Instandsetzung der Strecke dauerten mehrere Tage.


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Neugieriger, Montag, 22.Februar, 12:32 Uhr

14. Was mich brennend interessieren würde....

...ist eine Frage an den BR: Gibt es von seiten der Ermittlungsbehörden Hinweise darauf, ob der Fdl durch private Kommunikationsmittel abgelenkt war? Wurden die privaten Smartphones dahingehend überprüft, Telefonate, SMS, Email, Whatsup, Twitter, Facebook, Surfen oder Onlinebestellung. Von diesem Thema habe ich bislang nichts gehört oder gelesen.

Gibt es hierzu Informationen?

  • Antwort von Neugieriger, Donnerstag, 25.Februar, 09:38 Uhr

    Scheinbar nicht!

N. Schöttl, Montag, 22.Februar, 07:50 Uhr

13. ein Bahnhof für Schüler

... so etwas gibt es in Deutschland doch fast gar nicht. Da fährt die Bahn mit Tempo 200 (!) oder mehr durch Bahnhöfe mit am Gleis wartenden Kindern durch und reißt dabei mitunter durch den Sog der Züge ganze Kinderwägen mit, die dann einfach auf das Gleisbett rollen.

Die Bahn spricht von einem Schüler-Bahnhof? Da stehen vielleicht ein paar Psychologen herum, doch ein Schüler-Bahnhof ist das noch lange nicht! Mal ehrlich: Die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen ist deutlich ausbaubar und das nicht nur entlang der Gleise!

Was ich mir vom Bundesverkehrsministerium wünsche ist: dass die Bahn gesetzlich dazu verpflichtet wird, alle Bahnhof-Gleise, an denen die Züge einfach vorbei rasen, mit einer zusätzlichen Glasscheibe zwischen den vorbeifahrenden Zügen und den wartenden Personen am Gleise sichern zu müssen. Erst dann kann man ggf. von einem Schüler-Bahnhof sprechen.

  • Antwort von D. Düsentrief, Montag, 22.Februar, 08:41 Uhr

    Kein Zug auf der Welt fährt mit 200 durch Bahnhöfe. Wo haben Sie denn diesen Klamauk her?
    Kinderwägen werden dann mitgerissen, wenn die Eltern doof sind. Erstens stellt man einen Kinderwagen nicht 1 Meter von der Kante ab, zwetens nicht ohne Feststellbremse und drittens würde ich den Wagen nicht aus der Hand lassen. 3 Meter innerhalb passiert gar nichts.
    Glasscheiben? Aha. So so. Und Sie montieren die jedesmal an und ab? Auf unterschiedlichen Wageneinstiege? Und keiner läuft dann gegen die Scheiben?
    Sorry, wenn ich das jetzt so unverholen sage: Gegen Dummheit hilft auch keine Glasscheibe. Gibt es auf dem "Planeten Deutschland" auch noch Menschen mit Eigenverantwortung? Sich über die Regelungswut der EU/Staat aufregen, aber dann eben solche für jeden Schwachsinn zu fordern?
    Dieses permanente Anspruchstellergehabe ist nervig!

    Hatten Sie nicht neulich noch Mobilfunkmasten in Wäldern gefordert wegen Jogging? Haben Sie sich schon mit Naturschützern unterhalten.
    Grrr, gnädige Frau!

  • Antwort von I.H., Montag, 22.Februar, 09:07 Uhr

    160 km/h ist das Maximum, mit denen ein Zug am Gleis direkt durchfahren darf - nur wenn ein Durchfahrtsgleis (zum Beispiel wie am Bahnhof Kinding an der Schnellfahrstrecke Ingolstadt-Nürnberg) vorhanden ist, brettern die ICEs mit voller Geschwindigkeit durch - wovon man übrigens so gut wie gar nichts merkt. Luftzug ja, aber keinesfalls ein Sog.

    Solange man hinter der weißen Linie bleibt, ist man sicher. Die Horrorgeschichten von den Kinderwägen haben ihre Ursache meistens in Unaufmerksamkeit - man stellt sich als Eltern nicht mit dem Kinderwagen an den Gleisrand, Ende, aus..
    Die Umsetzung einer Gleisabsperrung wie man sie zum Beispiel aus Japan kennt, wäre dennoch unterm Strich nicht so verkehrt. Allein um die Lokführer wenigstens im Bahnhof vor Lebensmüden oder unaufmerksamen Idioten zu schützen.

  • Antwort von N. Schöttl, Montag, 22.Februar, 09:29 Uhr

    Solche Glasscheiben an Gleisen funktionieren bestens. Schauen Sie mal die Londoner U-Bahn an. Dort gab es an manchen Stellen viele Selbstmorde, doch seitdem es dort Glasscheiben gibt, passiert da nichts mehr. Diese Glasscheiben wären vor allem für den MVV auf der Hauptstrecke eine gute Sache, damit Vorfälle wie erst neulich, dass ein Mann eine Frau ins Gleisbett absichtlich schob, nicht mehr möglich sind. Des weiteren gibt es etliche Bahnhöfe, an denen diese 2 Meter Abstand zum Zug nicht einmal ansatzweise eingehalten werden z.B. am Hauptbahnhof in München. Dort zwischen der Litfaßsäule und dem Gleis sind es nie und nimmer 2 Meter Abstand. Das ist dort viel enger. Außerdem Mobilfunkmasten sind für die Umwelt nicht schädlich, denn Strahlung ist nicht gleich Strahlung.

    Regelungswut? Also wenn es Ihnen in Deutschland zu viel Infrastruktur gibt, dann empfehle ich Ihnen eine Insel in der Südsee. Mehr Sicherheit hat ja nichts mit Regelungswut zu tun, sondern mit Verantwortung.

  • Antwort von Zugvogel, Montag, 22.Februar, 11:43 Uhr

    Es darf in Deutschland tatsächlich mit bis zu 200 km/h an ganz normalen Bahnsteigen vorbeigefahren werden, da muss ich "D. Düsentrief" und "I.H." leider widersprechen. Beispielsweise ist das zwischen Augsburg und Donauwörth der Fall. Zwischen Hamburg und Berlin wird sogar mit 230 an Bahnsteiggleisen durchgefahren. Da hier die Grenze von 200 aber überschritten ist, kommen dort spezielle Absperrgitter zum Einsatz.

    Eine komplette Absperrung mit Glasscheiben und Türen kommt halt nur in Frage, wenn an dem Bahnsteig immer nur die exakt gleichen Fahrzeugtypen an der exakt gleichen Stelle halten. Bei U-Bahnen ist das durchaus machbar und praktikabel. Bei der "großen Bahn" würde man sich damit im Betrieb erheblich einschränken.

    Und am Münchner Hauptbahnhöf werden Sie sicher keinen Zug mit 200 km/h antreffen. Da braucht es auch keine 2m Abstand. Höchstgeschwindigkeit im Kopfbahnhof ist 40 (Ausfahrt) bzw. 30 (Einfahrt), und im S-Bahn Tunnelbahnhof 80.

  • Antwort von D. Düsentrief, Montag, 22.Februar, 12:09 Uhr

    @Schöttl

    Da haben Sie einige Artikel verpasst hinsichtlich Mobilfunkmasten. Die Rehe fühlen sich sogar dadurch gestört bzw. die Naturschützer wurde hier im BR berichtet.
    Und die Spermien werden auch geschädigt behauptete das Bauchgefühl von Wissenschaftlern der Uni Haifa in einer Studie. Das war vor einer Woche nur kurz im BR.
    Natürlich ist das alles Blödsinn, aber einige Hypersensible werden schon vom Anblick eines Mastens ohnmächtig.

    Zum Thema Glasscheiben müssen wir mal etwas differenzieren. Ich kenne die auch aus Singapur und London. Alle gemeinsam haben eines: sie sind nur an einzelnen Brennpunkten installiert. Im Unterschied zur U-Bahn hat die Bahn wesentlich mehr Bahnhöfe und grosse Bahnhöfe mit vielen Bahnsteigen. Zudem werden unterschiedlichste Fahrzeuge eingesetzt, deren Türweiten nicht identisch sind. Und das alles, weil einzelne Vollgummis zu doof sind? Was machen Sie mit den Aussenbahnhöfen? Wer sollte das bezahlen? Ticketpreise erhöhen?

  • Antwort von N. Schöttl, Montag, 22.Februar, 14:06 Uhr

    @D. Düsentrief
    Man kann ja in der Architektur erfinderisch sein z.B. könnte man U-Bahnhöfe in der Stadt mit Glasscheiben bestücken, wo es eng ist und viele Leute herumstehen und Außenbahnhöfe entsprechend so gestalten, dass sich dort an den Gleisen nur dann Personen befinden, wenn ein Zug steht. Man könnte das z.B. über Schleusen machen, vgl. mit den Gates an einem Flughafen. Wenn der Zug (Flieger) steht, dürfen die Reisenden zum Terminal (zum Gleis) hin und sonst ist das Gleis entsprechend leer. Für die wartenden Leute könnte man dann entsprechende Warteräume einrichten mit Stühlen und so weiter. Das Reisen soll ja ein Vergnügen sein und nicht nur um von A nach B zu kommen. Dass das alles einen Preis hat ist klar, doch meiner Meinung nach geht die Sicherheit vor. Lieber ein paar Euro mehr zahlen und dann auf der sicheren Seite sein. Die Investitionen lohnen sich bereits dann, wenn auch nur 1 Menschenleben damit gerettet werden kann.

  • Antwort von D. Düsentrief, Montag, 22.Februar, 17:15 Uhr

    Und ich dachte, die Bahnsteige sind die Wartezonen?! Haben Sie mal an die kurzen Haltezeiten gedacht? Oft kommen die Leute nur über Unterführungen oder kleinen Fußgängertunnels zum Gleis, haben Sie daran gedacht, dass das gefährlich sein könnte? Haben Sie an Leute mit Gehbehinderung gedacht? Kinder und Schüler die einen Wettlauf zum Zug machen? Ältere Leute, die nicht rennen können? Wären Sie bereit, dass sich deswegen die Fahrzeiten für alle deutlich erhöht? Den Flieger kannte ich bisher nicht, der nur 1 Minute am Gate hält. Nein, das ist nicht vergleichbar.
    Sie sorgen sich um 1 Menschen. Was tun Sie dafür im Strassenverkehr? Wo bleibt die Verhältnismässigkeit der Massnahmen? Warum stürzen Sie sich auf die Bahn und nicht beim Autofahren (viel grösseres Tötungsrisiko)? Ja,ja, theoretisch sind bei solchen Ideen in Foren immer alle bereit mehr zu zahlen. Nur, wenn es soweit ist, wird gejammert und ganz ehrlich sind diese Aussagen nicht.
    Bitte nochmals durchdenken.

  • Antwort von D. Düsentrief, Montag, 22.Februar, 17:24 Uhr

    @Zugvogel

    Ja danke für die Korrektur. Das ist aber schon ganz sch... schnell und eine Sogwirkung ist sicher vorstellbar. Jeder kennt es von der Autobahn, wenn einer auf der linken Spur mit deutlich höherer Geschwindigkeit überholt.
    München mit 200 wäre natürlich eine Belastbarkeitsprüfung für die Prellböcke oder ein Zug steht plötzlich am Stachus ;-)

Mag. Berger Manfred, Sonntag, 21.Februar, 20:10 Uhr

12. Antwort Oliver S. Abschaltung der Fahrleitung

Sehr geehrter Herr Oliver!
Sie mögen recht haben, denn ich kenne die Vorschriften der BOB nicht.
Aber in meiner Dienstzeit hieß es in der Vorschrift El52: Fahrleitung abschalten kann jedermann bei Gefahr im Verzug. Wenn vorher die ZES
angerufen werden muss, ist das ein Schwachpunkt. Außerdem hatte in meiner Zeit jeder Bahnhof das Schaltgerüst neben der Fdl, es konnte
händisch und später von der Fahrdienstleitung aus bedient werden. So müßte es auch bei einem heutigen Stellwerk sein. Mag sein, daß die fahrenden
Züge einen zu langen Rollweg hätten, aber den Versuch wäre es wert gewesen.
Das ist eben der Fluch der Modernisierung
Mit freundlichen Grüßen von einem "alten" Eisenbahner Mag. Berger

  • Antwort von Bremsklotz, Montag, 22.Februar, 12:22 Uhr

    @Berger

    Mal im Ernst, wie oft käme das dann vor, wo eine Fahrstromabschaltung was bringen würde? Schon der Bremsweg ist, je nach Zugart, gigantisch.
    Wenn zwei 1000 Tonnen Züge auch nur mit 50 km/h aufeinanderprallen ist die kinetische Energie gewaltig.
    Dann bitte Nägel mit Köpfen machen und eine fernausgelösten Nothalt einrichten. Für diese Telemetrie könnte das GSM-R mit Sonderfunktionen relativ kostengünstig ausgebaut werden. Ob es dann den hohen Ansprüchen des Eisenbahnbundesamtes hinsichtlich der Betriebs- und Ausfallsicherheit gerecht wird, ist die Frage.

Anton, Ex-SBB Beamter, Sonntag, 21.Februar, 14:30 Uhr

11. Zugunglück Bad Aibling

Niemals darf es möglich sein, auf eine Einspurstrecke, auf die bereits ein grünes Signal gestellt ist, oder gar schon ein Zug unterwegs ist, von der Gegenseite aus per Notsignal einem Gegenzug die Fahrt frei zu geben, niemals!
Das ist "menschliches Versagen" in der konstruktion von Stellwerken.

Jo Beeck, Sonntag, 21.Februar, 11:41 Uhr

10. Funklöcher und andere mögliche Störungen

Was mir viel mehr Sorgen bereitet:
...ein Bericht in letzter Woche,der besagte-das die DBahn die neueste(!!!) Elektronik auch auf mehrgleisigen Hauptstrecken einsetzen will -um in b-e-i-d-e Richtungen Züge > auf einem Gleis< fahren lassen zu können!
Also auch auf den IC/ICE-Hauptstrecken der BRD!
Glaubt denn jemand wirklich,dass dabei absolut keine Fehler/Ausfälle von Technik und Personal möglich sind!
Es gibt zuviele karrieregeile Management-Typen,die den Leadern gefakte Werte anbieten -ohne die Risiken zu betonen bzw. sie zu übergehen! (Elch-Test,VW-Abgas,Energie-Wende)

  • Antwort von Zugvogel, Sonntag, 21.Februar, 13:39 Uhr

    Dass auf zweigleisigen Strecken beide Gleise für beide Richtungen genutzt werden können ist absolut nichts neues. Im Störungsfall war das schon immer möglich, also seit es zweigleisige Strecken gibt. Bereits seit den 50er Jahren gibt es den sog. Gleiswechselbetrieb, wo beide Gleise für beide Richtungen mit der üblichen Signal- und Sicherungstechnik ausgerüstet werden, und das Gegengleis jederzeit auch ohne zwingenden Grund genutzt werden kann. Das hat also nichts mit irgendeiner neusten Elektronik zu tun, sondern ist sozusagen ein alter Hut. Und gerade die Schnellfahrstrecken sind alle von Anfang an so ausgerüstet worden.
    Im Gegensatz zu den konventionellen Strecken sind aber die Hochgeschwindigkeitsstrecken grundsätzlich mit einer linienförmigen Zugbeeinflussung ausgerüstet. Da kennt ein Computer tatsächlich normalerweise den exakten Standort jedes einzelnen Zuges. Zusammenstöße sind da deutlich unwahrscheinlicher als anderswo. Aber eine 100% Sicherheit wird es auch dort nicht geben.

  • Antwort von Profunder, Sonntag, 21.Februar, 17:48 Uhr

    Hallo Zugvogel,

    ihr profundes Wissen stellt einen echten Mehrwert dar. Ich beobachte das schon geraume Zeit, wie Sie den Bahnlaien die Betriebskunde und Technik beibringen. Auf alle Fälle machen Sie einiges verständlicher, widersprechen den abenteuerlichen Erfindern oder gar den Illusionisten. Das ist im Kommentarbereich selten.
    Insofern finde ich das gut, da die Nachrichtenprofis natürlich wenig von der tiefgreifenden komplexen Materie wissen können. Sie selbst sind auf Experten oder die, die sich dafür halten, angewiesen. Da kommt es vor, dass die wiederum nichts vom Nachrichtengeschäft verstehen und oft nicht ganz glücklich formulieren. Einiges wurde klarer durch ihre Erläuterungen. Auch der Kommentator SB ist mir da positiv aufgefallen. Alles was gesagt wurde hielt der Gegenprüfung stand. Klasse gemacht.

    Danke an dieses Engagement!