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Streit mit Stadtspitze Feuerwehr Bad Aibling will Dienst verweigern

Zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Aibling und der Spitze der oberbayerischen Kurstadt kracht es gewaltig. So stark, dass die Feuerwehrler möglicherweise heute Abend ab 20.00 Uhr ihren Dienst niederlegen. Anlass: Das Zugunglück vor 17 Tagen.

Von: Martin Binder

Stand: 25.02.2016

Käme es tatsächlich so weit, dann wäre Bad Aibling ohne Feuerwehrschutz. Den müsste die Nachbarwehr aus Kolbermoor kostenpflichtig für die Stadt übernehmen. Hintergrund ist ein Streit um einen Userkommentar in einem Onlineportal. Der anonyme Schreiber hatte Mitgliedern des Stadtrates vorgeworfen, dass sie sich in den Tagen des Zugunglücks bei den Einsatzkräften nicht hätten blicken lassen. Es habe wie immer der Rückhalt für die Freiwilligen der Feuerwehr durch den Stadtrat gefehlt.

Kommandant soll sich entschuldigen

Der Stadtrat vermutet hinter dem Leserbriefschreiber den Kommandanten der Feuerwehr, Wolfram Höfler. Dieser soll sich dafür entschuldigen, was Höfler verweigert.

"Ich entschuldige mich nicht für etwas, was ich nicht geschrieben habe, auch wenn ich den Leserbrief inhaltlich unterschreiben kann."

Feuerwehrkommandant Wolfram Höfler zum BR

Ein Gespräch am Dienstagabend zwischen Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller (CSU), CSU-Fraktionssprecher Erwin Kühnel und den Aktiven der Feuerwehr verlief vorläufig ohne Ergebnis.

Freiwillige fordern Respekt vom Stadtrat

Die Freiwilligen fordern vom Stadtrat Respekt gegenüber der Feuerwehr, den sie schon lange vermissen würden. Sollte sich der Stadtrat heute Abend in seiner Sitzung nicht eindeutig hinter die Bad Aiblinger Feuerwehr stellen, werden sich die Aktiven ab 20.00 Uhr bei der Leitstelle in Rosenheim mit "Einsatzstatus 6 – nicht einsatzklar" abmelden. Das heißt, sie stehen für Einsätze aller Art nicht mehr zu Verfügung. Vor der Stadtratssitzung wollen sie mit einem Blaulichtkorso vor dem Rathaus vorfahren.

Wichtige Arbeit beim Zugunglück

Bei der Zugkatastrophe am 9. Februar waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Aibling schon nach wenigen Minuten am Einsatzort, sie haben Verletzte gerettet, Tote geborgen und danach noch tagelang die Bergungsarbeiten der verunglückten Züge begleitet und gesichert.


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Leo Fischer, Samstag, 27.Februar, 17:59 Uhr

54. Achtung von Feuerwehr in Bad Aibling

Der Bürgermeister sowie der gesamte Stadtrat von Aibling bekommen die Rote Karte von mir.
Sie sind für die Sicherheit Ihrer Bürger verantwortlich.Könnte es nicht sein,das dieses anonyme Schreiben das soviel Wirbel erzeugt hat,ein Hilferuf eine jungen Feuerwehrmann war,der bei dem tragischen Unglück überforderet war? Für was wurden diese Herren von den Bürgern gewählt? Ich bin froh nicht in einer Stadt zu wohnen in der die Feuerwehr so schlecht behandelt wird.

FG, Freitag, 26.Februar, 07:48 Uhr

53. Stadtrat

Es ist nicht nur die Feuerwehr die stiefmütterlich behandelt wird. Ganz zu Schweigen ob sie überhaupt auf dem gesetzmäßigen technischen Stand ist. Der Stadtrat macht einfach und die Bürger werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Holzkiste (Rathaus) wurde auch von einem NICHT einheimischen Architekt geplant. Alles was aus der eigenen Bürgerschaft kommt ist sowieso nicht gut genug!

Florianmgl, Donnerstag, 25.Februar, 22:01 Uhr

52. Feuerwehr Bad Aiblingen

Wichtig ist zu erfahren ob von der Stadtverwaltung und/oder Stadtrat jemand die FF an der E-Stelle besucht hat oder nicht. Wenn nicht müssen sie(die SV) die Kritik ertragen und sich bei der FF entschuldigen. Noch heißt es FREIWILLIGE Feuerwehr und es ist eine Pflichtaufgabe der Kommune eine Fw zu unterhalten.

  • Antwort von Verweis auf Kommentar zu 50!, Freitag, 26.Februar, 08:54 Uhr

    Wahrscheinlich muss man doch etwas vorsichtiger sein!!

Spachlos, Donnerstag, 25.Februar, 19:50 Uhr

51. Lächerlich

Immer wieder wurden nach dem Zugunglück Feuerwehr und andere Rettungskräfte gelobt, vom Stadtrat (in dem aktive Feuerwehrler sitzen), von der bayerischen Politik, im Gottesdienst von der geistlichen Seite (Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr) und nicht zuletzt von der Bevölkerung! Hier geht es doch nur um Machtkämpfe, ausgeführt durch das Zitieren von Paragraphen. Sage nur "laut Feuerwehrverordnung"!! Ein Wort: Kindergarten
Da lob ich mir doch bescheidenere Feuerwehren, die auch einiges zu verarbeiten haben und hier nicht mit Forderungen der letzten Jahre aufwarten!

  • Antwort von Wuff, Freitag, 26.Februar, 16:42 Uhr

    Sehe ich exakt genauso. Es kann ja nicht angehen, dass die "gestandenen Männer" der FFW täglich Streicheleinheiten und eine Schmusekateraktion mit Stadträten bekommen müssen. Zahlreich wurde allen gedankt. Ganz am Anfang hatte auch jemand den Dank an die österreichischen Helfer vermisst. Stimmte aber auch nicht.
    Eigentlich ist es doch völlig klar, dass alle Leute dankbar sind und großen Respekt vor diesem Ehrenamt haben.

    Der Hintergrund in Aibling muss tiefer sitzen bzw. wie ja jetzt bekannt ist wegen eines "Störefriedes" nicht geklappt hat. Lasst euch aber nicht komplett aus der Ruhe bringen. Nicht wegen eines anonymen geistigen "Brandstifters".

Reiner, Donnerstag, 25.Februar, 19:35 Uhr

50. Zustimmung für die FW

Ich habe den größten Respekt vor den , die 24 Stunden, bei jedem Wetter, vor Ort Leben retten. Diese Leute sehen HAUTNAH Ereignisse, welche die meisten von uns im Fernsehsessel gemütlich zuhause ansehen. Glauben Sie daß die Mitglieder des Stadtrates auch nur ansatzweise diese Belastungen, psychisch und physisch durchhalten können. Warum stellen sich die Herren Stadträte nicht mal einfach selbst als MItglieder der freiwilligen Feuerwehr für 3 Monate zu Verfügung. Ich glaube nach spätestens 3 Tagen werden die meisten Stadträte, die Ihr Leben hauptsächlich im Büro wohlbehütet geruhsam verbringen, aufgeben.
Sie sollten stolz auf Ihre FW sein, und dies auch honorieren und nicht torpedieren. Denn wenn es nicht die FW gäbe, wer macht es dann - die Herren Stadträte anstatt eine andere FW damit beauftragen ??, diese Kosten werden wieder auf den Steuerzahler/Bürger umgewälzt - kostet den Stadtrat ja nichts, es wird dann woanders gespart - aber sicherlich nicht bei sich selbst

  • Antwort von Genervt, Donnerstag, 25.Februar, 20:03 Uhr

    Kann es nicht mehr lesen, diese Verallgemeinerungen. Mein Vater ist Stadtrat, Ersthelfer und seit Jahrzehnten im aktiven Dienst der Feuerwehr. Er war mit mir am Einsatz bei dem Zugunglück. Ich habe selbst geholfen, Verunglückte zu bergen. Hier wird nicht annähernd sachlich argumentiert. Wir können das physisch und psychisch sehr wohl aushalten, tun wir schon immer. Wir sind ausgebildet und geschult, Ehrenamt ist uns wichtig. Aber ein bisschen differenzieren wäre dennoch hilfreich. Danke!