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Hoffnungszeichen aus Murnau Asiatischer Laubholzbockkäfer womöglich auf dem Rückzug

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist auf einen guten Weg den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Bayern zu besiegen. Seit den letzten Baumfällungen sind nämlich in der Murnauer Gegend keine Schadkäfer mehr aufgetaucht.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 14.11.2017

Entwarnung kann zwar noch nicht gegeben werden. Im aktuellsten Befallsgebiet in Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sieht es aber gut aus. Lfl-Sprecherin Elke Zahner-Meike hat dem Bayerischen Rundfunk gesagt, es habe bei den letzten Baumfällungen im Oktober keine weiteren Funde gegeben und auch die aufgestellten Lockstofffallen waren leer.

Auch im übrigen Bayern schon länger keine Käfer gesichtet

Asiatischer Labholzbockkäfer ALF in Aktion | Bild: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

So schaut er aus, der Schädling.

Damit liegt der letzte ALB-Fund über ein halbes Jahr zurück.  In den anderen vier  bayerischen Befallsgebieten gibt es schon seit über einen Jahr keine weiteren Funde  (Neubiberg (Lkrs. München) letzter Fund Sommer 2015,  Ziemetshausen (Lkrs. Günzburg) letzter Fund Frühjahr 2016. Feldkirchen (Lkr. München) letzter Fund Sommer 2016, Kelheim (Lkrs. Kelheim) letzter Fund November 2016).

Käferjagd mit Fällungen und Hund

Asiatischer Labholzbockkäfer ALF in Aktion | Bild: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Ein befallener Baum

Vermutlich mit Paletten aus Asien ist er eingeschleppt worden - der asiatische Laubholzbockkäfer. Der schwarze Käfer kann bis zu 4 cm groß werden, auf den Flügen hat er weiße Punkte - auffällig sind seine langen, schwarz-weiß gestreiften  Fühler. Seine Larven sind gefräßig und befallen völlig gesunde Laubbäume.  Da der Käfer bei uns keine natürlichen Feinde hat. ist er ein echtes Risiko. Rigoros gehen die Behörden deshalb gegen ihn vor - im Umkreis von 100 Meter wird um einen befallenen Baum alles Gehölz entfernt und verbrannt. Im Fall von Murnau waren es hauptsächlich Ahornbäume  - eine Fläche von sechs Hektar wurde kahlgeschlagen.

Kontrollen in Murnau

Die gesamte Quarantänezone hat sogar einen noch größeren Durchmesser. Sie umfaßt mit  4 km -  so gut wie ganz Murnau.  In diesem Sicherheitspuffer gibt es ständig Sichtkontrollen und die Entsorgung von Schnittgut unterliegt strengen Auflagen. Diese Maßnahmen zeigen jetzt auch in Murnau einen  ersten Erfolg - nach mehreren Funden haben die speziell geschulten Hunde keine neuen Spuren vom asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden.  Trotzdem gibt die Landesanstalt keine Entwarnung. Noch bis 2020 bleibt die Quarantänezone bestehen und die Hundeführer mit ihren Spürhunden bleiben weiter wachsam. Das Ziel ist die Ausrottung des asiatischen Laubholzbockkäfers und das ist bisher in Bayern nur im niederbayerischen Neukirchen am Inn gelungem.  


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Kommentare

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Christian Scheurer, Dienstag, 14.November, 20:58 Uhr

5. Asiatischer Laubholzbockkäfer

Dieses Tier muss absolut bekämpft werden. Welche Bäume sollen wir Landwirte denn noch pflanzen, um einen klimastabilen Wald zu erzeugen, wenn er von Parasiten zerstört wird (siehe Borkenkäfer). Auch die Gefährdung von Stadtbäumen und Parks und folgerichtig deren Fällung wäre die Folge, wenn sich der Käfer ausbreiten würde!!

Huber, Marie-Luise, Dienstag, 14.November, 19:35 Uhr

4. Buchsbaumzünsler

Bitte, was hilft gegen den Buchsbaumzünsler ? Es sind seit ca. August 2017 noch keine allzu großen Schäden ersichtlich ! Vielen, herzlichen Dank !

Optic, Dienstag, 14.November, 17:05 Uhr

3. Rückzug aus Angst

Der Käfer hat sich vermutlich aus Angst vor einer Machtübernahme durch den Heimatminister Söder zurückgezogen. In den Laubhozbockkäferhöhlen wird schon länger diskutiert, ob nach dem Riedberger Horn jetzt auch noch der Lebensraum des wenig beliebten Käfers der Versiegelungswut zum Opfer fällt.

Mustermann, Dienstag, 14.November, 15:41 Uhr

2. Laubholzbockkäfer (ALB) in Bayern besiegt ...

Abwarten - wer zuletzt lacht, lacht am Besten!
Es wäre wohl der erste eingeschleppte Schädling, der 'besiegt' worden wäre. Ich erinnere nur mal an die populäre Varroamilbe und den Buchsbaumzünsler - die richten weiterhin ihre verheerenden Schäden an!

Oliver Itzel, Dienstag, 14.November, 08:04 Uhr

1. Kahlschlag?

In Murnau wurden nicht 6 ha kahlgeschlagen, sondern lediglich die 16 spezifizierten Baumarten gefällt