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Probebohrung in Oberbayern Erdölrausch in Ampfing

In Oberbayern wird möglicherweise bald wieder Erdöl gefördert. Im Raum Ampfing werden rund eine halbe Million Tonnen des Rohstoffs vermutet. Zur Zeit werden Probebohrungen durchgeführt - in Kürze soll die geplante Tiefe von 1.900 Metern erreicht sein.

Stand: 13.02.2016

Symbolbild: Bohranlage bei einer Probebohrung - Aufnahme von 2014 | Bild: picture-alliance/dpa

Im Ampfinger Feld vermuten Experten rund 560.000 Tonnen Rohöl, davon könnten jährlich etwa 50.000 Tonnen gefördert werden. Die österreichische Rohölaufsuchungsgeselllschaft (RAG) fürht die Arbeiten durch.

Grafik von RAG zur Bohrtiefe

Das Öl soll vor allem als Rohstoff für die chemische Industrie im Raum Burghausen/Burgkirchen dienen. Wie es in einer Mitteilung heißt, rechnen die Experten damit, in Kürze auf die ölführenden Sandsteinschichten zu treffen. Diese werden auf rund 1.900 Meter Teife erwartet. In den kommenden Tagen sollen Bohrkerne entnommen werden, um die Sandsteinschichten genau analysieren zu können. Der Anteil heimischen Erdöls bei der Industrieproduktion könnte mit den Erträgen aus Ampfing von derzeit etwa 1,3 Prozent auf rund 2,7 Prozent mehr als verdoppelt werden, rechnete die RAG zu Beginn der Probebohrung vor.

Den Einsatz von "Fracking" schließt das österreichische Unternehmen kategorisch aus. Aufgrund der geologischen Verhältnisse in den Sandsteinschichten unter Ampfing sei ausschließlich eine konventionelle Ölförderung sinnvoll.

Förderung eingestellt

In den Jahren zwischen 1954 und 1997 wurde in Ampfing bereits Erdöl gefördert. In dieser Zeit wurden insgesamt mehr als 500.000 Tonnen Rohöl gewonnen. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurde die Bohrung schließlich eingestellt. Neue Techniken und ein höherer Rohölpreis scheinen die Erdölförderung in Ampfing jetzt wieder rentabel zu machen.

Die RAG - Betreiber der Bohrung

Die österreichische RAG (Rohöl-Aufsuchungs-Aktiengesellschaft) befindet sich mehrheitlich in öffentlicher Hand. Unternehmensangaben zufolge hat die Gesellschaft seit ihrem Bestehen mehr als 15 Millionen Tonnen Rohöl und mehr als 25 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert. Außerdem gehört sie zu den vier größten Speicherbetrieben Europas.

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