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Reparaturen im Tunnel Münchner S-Bahn-Stammstrecke noch bis Montagfrüh gesperrt

In München fährt noch bis morgen, 4.30 Uhr, auf der Stammstrecke der S-Bahn kein Zug. Die Bahn packt an über 60 Einzelbaustellen zwischen Pasing und Ostbahnhof alles an, was an einem Wochenende überholt werden kann. Ersatzweise fahren Busse.

Von: Anton Rauch

Stand: 22.10.2017

Die Vollsperrung der Stammstrecke dauert seit Freitag, 22.45 Uhr, bis Montagmorgen um 4.30 Uhr. In dieser Zeit enden die S-Bahnen in Pasing oder spätestens am Hauptbahnhof, von der anderen Seite her am Ostbahnhof. Die S-Bahn-Stationen dazwischen steuern lediglich Pendelbusse als Schienenersatzverkehr (SEV) an – tagsüber im Fünf-Minuten-Takt.

Die Händler in der Münchner Innenstadt waren alles andere als froh über die vorübergehende Stammstrecken-Stilllegung. Das Geschäft lief am Samstag entsprechend schlecht, war von den Innenstadt-Händlern zu hören.

Ersatzbusse halten am Odeons- und am Lenbachplatz

Statt am Marienplatz halten die SEV-Busse am Odeonsplatz und dann wieder am Lenbachplatz. Die Bahn rät, wo es geht, auf Regionalzüge oder U- und Trambahnen umzusteigen und verweist auf ihre Informationen an den Haltestellen und im Internet.

Vor allem die Fahrgastvertreter von "Pro Bahn" bemängeln Ersatzfahrplan und Informationspolitik der Deutschen Bahn. Auf elektronischen Anzeigetafeln vor Ort hieß es eher etwas rüde:

"Kein Zugverkehr! Wegen Bauarbeiten besteht SEV zwischen Pasing und Ostbahnhof. Bitte informieren Sie sich."

Elektronische Anzeigetafel an der S-Bahn-Stammstrecke

Ziel der Bahn: Weniger Pannen und Ausfälle

Die Bahn hatte sich fürs Wochenende ein Mammutprogramm vorgenommen. Entlang der Stammstrecke wurde inspiziert und repariert, unter anderem an der Oberleitung:

"Das ist ein größerer Eingriff, der nur mit Sperrung gehen würde. Wir werden aber auch Schienen schleifen, Weichen fräsen, Weichenantriebe erneuern, sodass wir dann auch die Störungen reduzieren können."

Kai Kruschinski von DB-Netz

Denn die Stammstrecke muss auf Dauer besser funktionieren; auch wenn hier gebaut wird, darf es nicht immer wieder zu Pannen und Ausfällen kommen, wie etwa vor zehn Tagen im Berufsverkehr.

Nicht zuletzt wurden an diesem Wochenende auch die Schienen glatt geschliffen und die Hinweistafeln geputzt.


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Wolfgang, Samstag, 21.Oktober, 22:59 Uhr

6. Bahn empfiehlt auch auf U-Bahn umzusteigen, darf aber nicht jeder!

Das könnt bei 60.-€ Schwarzfahrzuschlag enden. Die Münchner U-Bagn ist nicht offizileler Schienen-"Schienenersatzverkehr"!

Nur Fahrgäste mit MVV- oder Bayernticket dürfen in die U-Bahn.

Z.B. von Rosenheim nach Oberschleißheim wäre es sinnvoll im Ostbahnhof in die U-Bahn nach Feldmoching umzusteigen. Aber das ist unzuulässig mit einer Deutschen Bahnfahrkarte, egal ob von Der DB-AG, Metronom oder Alex ausgestellt.

Bitte künftig, auch bei den alltäglichen Betriebsstörungen, die U-Bahn als offiziellen Schienenersatzverkehr deklarieren, auch für Fahrgäst emit Fernfahrtickets.

Zeitungsleserin, Samstag, 21.Oktober, 13:31 Uhr

5. Stammstrecke

An alle die glauben, der zweite Tunnel (nicht die 2. Stammstrecke!) bringt uns weiter: Bei einer Stammstreckensperrung nützt der 2. Tunnel garnix! Die Stammstrecke ist ab Pasing bis Ostbahnhof gesperrt, der Tunnel geht erst ab Hbf los. Dann also hier zum gefühlt 100.000 mal: Wann kommt endlich die U-Bahn nach Pasing? Die ist sowas von überfällig. Bei jeder Störung fährt meine S4 erst ab Pasing, nur weiß ich nie, wie ich dort hinkommen soll. Trambahn und Busse restlos überfüllt, und nicht jeder Zug hält auch in Pasing und nimmt MVV-Kunden mit. Seufz. Damit werde ich wohl noch längere Zeit leben müssen. Die S-Bahn sollte sich in V-Bahn umbenennen, Verdruss-Bahn.

  • Antwort von Nadine, Samstag, 21.Oktober, 16:21 Uhr

    @Zeitungsleserin
    Hier ein paar Alternativen zur S-Bahn:
    1. Sie können einen Arbeitskollegen fragen, ob er Sie mit dem Auto mit nimmt
    2. Sie können sich für den Notall ein Fahrrad oder besser ein Skateboard kaufen
    3. Sie können mit dem Bus fahren
    4. Sie können mit einem Taxi fahren
    5. Sie können die Strecke einfach zu Fuß laufen
    6. Sie reiten mit einem Pferd zur Arbeit
    Was immer Sie tun - ich wünsche Ihnen viel Freude dabei!

  • Antwort von Mickel, Sonntag, 22.Oktober, 16:32 Uhr

    @ Zeitungsleserin

    Jeder Regionalzug der über Augsburg, Tutzing und Geltendorf fährt hält in Pasing zu 100% und da kann man immer mit MVV Ticket mitfahren, IC und ICE sollte man da meiden. Meistens betreffen solche arbeiten den Tunnel und selten die Teile außerhalb.

    @ Nadine

    1. Wenn man bei einer Störung schon am Bahnhof steht ist es schwer noch nen Arbeitskollegen zu finden der auch in die Richtung fährt.
    2. Und wo soll man das deponieren wenn mein weit außerhalb wohnt.
    3. Meistens völlig überfüllt.
    4. Nicht grad billig.
    5. Bis nach Pasing ist es schon ein ganzes Stück.
    6. Nicht ernst gemeint oder?

    Es ist schon echt nervig wenn gefühlt jede Woche irgendwas auf der Stammstrecke ist, sei es in der früh oder Abends, ich habe das Glück das ich zum Ostbahnhof muss und bei einer Störung oft die S4 über den Südring nach Pasing umgeleitet wird, hatte aber auch schon Odysseen hinter mir. Und was man da am wenigsten brauchen kann sind superschlaue Sprüche.

  • Antwort von Oliver M., Sonntag, 22.Oktober, 17:56 Uhr

    Ein Ring wäre m.E. die weitaus sinnvollere Lösung gewesen. Denn die 2. Stammstrecke löst nicht das Problem, dass alle Pendler zuerst in die Innenstadt gekarrt werden, um sich von dort sternförmig zu verteilen. Wichtiger wäre, durch einen Ring die Pendler aus dem Zentrum fern zu halten. Das würde dann evtl. auch so manche Baumaßnahmen an der UBahn erübrigen.
    Beispielsweise aus Richtung S3 oder S2 könnte ein Teil der Züge über neue Haltestpunkte im Norden der Stadt direkt zum Ostbahnhof fahren. Klar, müsste auch hier gebaut werden - aber mit weniger Aufwand und oberirdisch. Denn die Strecke ist zweigleisig durchgängig bereits vorhanden, wird aber aktuell nur vom Güterverkehr und Umleiterverkehr benutzt.
    Auch auf dem Südring wären Gleise längst vorhanden. Aber es muss möglichst akademisch aufwändig und komplex unter der Stadt durchgewühlt werden... Ich bin mir bei solchen Projekten nicht sicher, ob fachliche Argumente oder politische ausschlaggebend waren ...

  • Antwort von Oliver M., Sonntag, 22.Oktober, 18:54 Uhr

    Nachtrag zu meinem Antwortkommentar politischer Wille oder fachliche Entscheidung: Bestes Beispiel ist der Transrapid vom Hbf zum Flughafen! Den hätte die Politik trotz Milliardeninvestitionen gebaut, obwohl dieses Verkehrsmittel auf dieser Strecke keinen Sinn macht. Die deutlich einfachere Variante einer Express S-Bahn, die nonstop vom Hbf zum Flughafen fährt, interessiert niemanden offenbar. Wäre aber leicht realisierbar, die Strecke existiert bereits. Ok, man bräuchte ggf. ein paar ausweichstellen. Aber das ist günstiger, wie ein Transrapid.
    Wir werden in 15 Jahren über eine 4. Startbahn diskutieren - denn die 3. wird definitiv gebaut, weil politischer Wille ... - die SBahnen zum Flughafen werden aber noch immer an jeder Milchkanne halten und auch dann werden sich noch Flugreisende mit Koffern in überfüllte Pendlerzüge quetschen ...

Squareman, Freitag, 20.Oktober, 19:36 Uhr

4. Nadelöhr

Es wird Zeit das dieses Nadelöhr beseitigt wird. Aber der zweite Tunnel wird ja noch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte auf sich warten lassen. Dabei gäbe es einfachere Lösungen, aber die sind wohl zu einfach und zu billig.

Nadine, Freitag, 20.Oktober, 19:15 Uhr

3. Reparaturarbeiten

Es wäre sehr nett, wenn zu den Reparaturarbeiten die Bahn ebenso Glasscheiben an den unterirdischen Bahngleisen realisieren würde, denn meiner Meinung nach ist es echt gefährlich, insbesondere bei dem hohen Andrang an Personen. Die Gefahr, dass z.B. ein Kinderwagen durch einen einfahrenden Zug ins Gleisbett gezogen wird oder sich Suizidgefährdete dort das Leben nehmen, dies ist einfach zu hoch.

Hrdlick, Freitag, 20.Oktober, 17:37 Uhr

2. S-Bahn München: der ganz norrmale Wahninn

1. die 2 Stammstrecke hätte bereits seit 5 Jahren betriebstfertig sein müssen, dann wäre es so weit nicht gekommen
2. Man kann nur hoffen, dass die Oberleitung nicht aus tausenden kleinen Einzelstücken zusammengeschustert wird und wieder...wie in den vergangenen Monaten spätestens alle drei Tage Schäden hat
3. Nach all meinen Erfahrungen ( eine Störungsfreie Betriebswoche habe ICH die letzten 10 Jahre nicht erlebt, glaube ich erst am Monat, wenn ich mein Ziel PÜNKTLICH erreicht habe, dass der Betrieb ab Montag wieder läuft.....aber: ich richte mich auf eine Autofahrt mit meinem persönlichen SEV ( Schienenersatzverkehr) ein....mir fehlt der Glaube
4. Wo kann man darauf wetten, wie viele oder besser gesagt wenige Stunden es bis zur nächsten Betriebststörung auf der Stammstrecke dauert ?...Ich wette UNTER 10 Stunden, bevor es wieder hakt !