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Unternehmer Aicher mischt sich ein Bad Reichenhall vertagt Beschluss über Gartenschau

Hin und Her in Bad Reichenhall: Die Kreisstadt des Berchtesgadener Landes überlegt seit Monaten, ob sie sich als Nachfolger des gescheiterten Traunstein für die Landesgartenschau 2022 bewerben soll. Doch als der Stadtrat das Thema beerdigen wollte, kam Unternehmer Max Aicher mit einem Vorschlag.

Von: Hans Häuser

Stand: 11.01.2017

Der Stadtrat hat am Abend nicht wie geplant gegen eine Bewerbung für die Landesgartenschau 2022 gestimmt. Stattdessen wurde die Entscheidung auf kommenden Samstag vertagt.

Aichers Vorschlag: Predigtstuhlbahn zahlt die Hälfte

Seilbahn am Predigtstuhl

Grund ist ein millionenschweres Angebot, das der einflussreiche Freilassinger Unternehmer Max Aicher der Stadt kurzfristig vorgelegt hat. Bad Reichenhall hat nach Ansicht von Max Aicher 2022 die größte Chance, eine Landesgartenschau auszurichten. Er verspricht sich davon zusätzliche Besucher für die von seiner Unternehmensgruppe betriebene Seilbahn auf den Predigtstuhl, deshalb schlägt er den Reichenhallern einen Deal vor: Die Predigtstuhlbahn gibt eine Garantie über 4 bis 4,5 Millionen Euro ab und übernimmt damit gut die Hälfte der mutmaßlichen Kosten, die auf Bad Reichenhall zukämen.

Unternehmer Max Aicher

Aicher war alarmiert von dem Plan des Stadtrats, sich gegen eine Bewerbung zu entscheiden. Bürgermeister Herbert Lackner von der CSU sieht in Aichers Angebot eine erhebliche finanzielle Erleichterung. Dies müsse nun rechtlich sauber geprüft werden. Er gehe jetzt davon aus, dass sich Reichenhall am Samstag doch noch für eine Bewerbung für 2022 entscheiden könnte.

Verkehr und Finanzierung problematisch

Fritz Grübl von den Freien Wählern dagegen hält das Projekt weder verkehrstechnisch noch finanziell für stemmbar und Aichers Angebot für rechtlich fragwürdig. Dass ein privater Unternehmer einer Kommune Geld gebe für eine Landesgartenschau, passe nicht zusammen.

Grübl wirft Max Aicher Eigennnutz vor. Dem gehe es vor allem darum, mit der Gartenschau ein Tunnelprojekt zu verknüpfen. Das Millionen-Angebot bewertet Grübel sehr zurückhaltend.

Eingesprungen für Traunstein

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Der Stadtrat wollte sich am Abend eigentlich gegen eine Bewerbung für 2022 entscheiden. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag von drei Fraktionen lag zur Abstimmung vor, wurde aber von Bürgermeister Lackner wegen des Aicher-Angebots von der Tagesordnung genommen. Kommenden Sonntag endet die Bewerbungsfrist für die Landesgartenschau 2022.

Sie sollte eigentlich in Traunstein stattfinden, musste aber neu ausgeschrieben werden, weil sich im vergangenen Frühjahr die Mehrheit der Traunsteiner per Bürgerentscheid dagegen ausgesprochen hatte.

Am Samstag muss sich Bad Reichenhall entscheiden, ob die Stadt das Millionengeschenk annimmt. Am Sonntag endet die Bewerbungsfrist für die Landesgartenschau 2022.

So sah die Schau in Bayreuth aus


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