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AfD-Kundgebung in Geretsried Gegendemonstranten setzen Zeichen für Toleranz

Geretsried hat ein starkes Signal für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt: Rund 1.100 Menschen demonstrierten am Samstag gegen eine Kundgebung der AfD, zu der 150 Menschen gekommen waren. Laut Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war, verliefen die Demonstrationen friedlich.

Von: Elmar Voltz

Stand: 14.03.2016

Die Polizei schützte den Verlauf beider Veranstaltungen mit einem Großaufgebot. Bereits im Vorfeld und während der Veranstaltung hatte es rund ein Dutzend Festnahmen gegeben, unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht und Beleidigung. So hatten einige Demonstranten nach Angaben der Polizei gefährliche Gegenstände mitgeführt - etwa Taschenmesser oder Pfeffersprays.

Ein Demonstrationsteilnehmer wurde festgenommen, weil er ein polizeibeleidigendes T-Shirt trug mit der Aufschrift "A.C.A.B.". Die Abkürzung steht für "All Cops Are Bastards", zu Deutsch: "Alle Polizisten sind Bastarde".

"Ich bin stolz auf meine Geretsrieder. Ich bedanke mich bei allen, die diese Demonstration organisiert haben. Das ist das Signal das hier heute auch ausgehen soll von dieser Veranstaltung. Diejenigen, die gedacht haben, dass Geretsried der richtige Ort ist für solche Thesen, wie sie die AfD verbreitet, die zeigen nur, dass sie nichts gedacht haben – denn Geretsried ist genau das Gegenteil."

Michael Müller (CSU), Geretsrieder Bürgermeister

Um die 150 AfD-Anhänger

Viele AfD-Plakate blieben liegen.

Die Kundgebung der AfD stand unter dem Motto "Das Oberland steht auf". Die Partei hatte deutlich mehr Teilnehmer auf dem Neuen Platz in Geretsried erwartet. Ursprünglich sollte auch ein Redner der rechtspopulistischen Partei FPÖ aus Österreich sprechen. Was allerdings schon im Vorfeld scheiterte. Letztlich wurden es rund 150 AfD-Anhänger.

Das weitgehend bürgerliche Lager der Gegendemonstranten war mit rund 1.100 Menschen in der Spitze klar in der Überzahl. Auf dem Neuen Platz hatten sich Bürger aus der Stadt selbst, aber auch aus den Nachbarstädten und Gemeinden versammelt.

Robert Lug sitzt für die Freien Wähler im Geretsrieder Stadtrat. Er hatte die Gegendemonstration organisiert. Mit Schildern und Pfeifkonzerten demonstrierten sie friedlich gegen die nur hundert Meter entfernte AfD-Kundgebung.

Bekannte Neonazis und Linksautonome

Die AfD selbst hatte mehr Teilnehmer erwartet. Am Ende kamen rund 150 Anhänger.

Unter die AfD-Anhänger hatten sich nach Erkenntnissen des BR einige bekannte Neonazis aus München und Oberbayern gemischt. Auch unter den Gegnern der AfD waren einige linke Autonome.

"Einfache Antworten auf komplizierte Sachverhalte"

"Wie wir gesehen haben, hat die absolut überwiegende Menge der Geretsrieder, sowohl in den Gruppierungen als auch die nicht organisierten, gesagt: Wir brauchen und wollen die AfD nicht in Geretsried. Wir wollen sie nicht im Oberland, nicht in Bayern, nicht in Deutschland - am besten nirgends. Diese Leute, mit ihren einfachen Antworten auf komplizierte Sachverhalte, lösen unsere Probleme nicht. Deshalb sagen wir: AfD, nein Danke."

Robert Lug, Freie Wähler

Zeichen gegen Rechtspopulisten setzen

Rund 1.100 AfD-Gegner wurden rund um den "Neuen Platz" gezählt.

Dem Aufruf von Lug hatte sich ein breites Bündnis aus allen im Geretsrieder Stadtrat vertretenen Parteien, den Kirchen, Arbeitnehmer- und Sozialverbänden, Sport- und Kulturvereinen angeschlossen.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) hatte sich im Vorfeld erfreut über das breite Gegenbündnis in seiner Stadt geäußert. Es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen, so Müller. Er erinnerte an die Geschichte Geretsrieds:

"Geretsried hat seinen historischen Kontext darin, dass gerade hier ganz viele Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg angekommen sind. Wir haben einen historischen Hintergrund, der auf Flucht und Vertreibung beruht, und wir stehen zur Geschichte dieser Stadt. Das werden wir auch deutlich machen."

Bürgermeister Müller vor der Gegenkundgebung


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Wählerin der AFD, Sonntag, 13.März, 12:43 Uhr

41. Die AFD eilt von Erfolg zu Erfolg

weil die Menschen die Illusion einer sozialistischen Republik nicht teilen wollen. Denn etwas anderes wollen die AFD-Gegner nicht.

  • Antwort von Intoitiver, Montag, 14.März, 11:46 Uhr

    ...nicht im Oberland... Nicht in Geretsried und schon gar nicht in Bayern!

Helmut Schöberl, Sonntag, 13.März, 11:30 Uhr

40. AFD wird heute abend schön feiern

Völlig manipulativer Bericht über eine insgesamt gelungene AFD Veranstaltung. Es waren weit mehr als 150 Teilnehmer, nur wurden von der Polizei zeitweise Teilnehmer überhaupt nicht auf den Versammlungsplatz gelassen. Es war sehr viel gewaltbereite Antifa vor Ort, hauptsächlich junge Burschen, schwarz vermummt mit Trillerpfeifen, Polizei hat die nicht durchsucht, sondern deren Störung der Veranstaltung gewähren lassen. Ich war mit einem Teil von denen im Bus von Wolfratshausen, da haben sie gegrölt und geklatscht wie dumm die Cops sind und schwarzfahren macht Spaß, ein völlig asoziales Gesindel und die Polizei lies sie einfach gewähren. Daß sich ein CSU Bürgermeister mit den Grölern verbündet, spricht Bände über seine Angst Stimmen zu verlieren.

Ich war teilweise schockiert, daß viele Leute überhaupt nicht über die Ziele der AFD informiert waren. Hier hätte auch von der AFD Aufklärungsarbeit gutgetan in dem man das Wahlprogramm verteilt hätte, Die AFD hat sehr wohl Lösungen parat.

  • Antwort von Lu, Sonntag, 13.März, 12:36 Uhr

    Die AFD steht mit ihren "Lösungen" auch für Dumpinglöhne, Steuersenkungen für Großkopferte ... Die AFD dient programmatisch einer weiteren Umverteilung von unten nach oben und einer weiteren Demontage der Mittelschicht.
    Ausländerfeindlichkeit ist offenbar der Lockköder.

  • Antwort von Intoitiver, Sonntag, 13.März, 12:44 Uhr

    "Insgesamt" bedauerlich war es für 150 mit Bussen angekarrten Anhängern und über 100 Polizisten bei 1100 Gegendemonstranten.

  • Antwort von Wolf, Montag, 14.März, 23:42 Uhr

    Wenn die Menschen wirklich über die "Ziele" der AfD informiert wären,würde euch keiner wählen. Wenn man das Wahlprogramm der BW-AfD liest glaubt man sich ins 19.Jahrhundert zurückversetzt,Irrsinn! Wiedereinführung der Wehrpflicht,keine Erbschaftsteuer,Frauen an den Herd,absolut Homophob,keine vernünftige Sexualkunde,Senkung des Spitzensteuersatzes usw,usw, das alles hilft natürlich dem Geringverdiener ungemein....von dem Blödsinn mit Abschaffung des Euros will ich ja gar nicht reden,da glauben die ja selber nicht dran,das ist keine Politik,das ist Kabarett. Aber dann sieht man die Springer Stiefel und irgendwelche seltsamen Flaggen,Runen und den ganzen Nazimist der da Mitmarschiert und das Lachen bleibt einem im Halse stecken,Leute, wacht auf, ihr werdet übelst missbraucht.

  • Antwort von Helmut Schöberl, Dienstag, 15.März, 01:31 Uhr

    Lesen Sie mal das Ausgangsposting (...): AFD ist gegen TTIP und den Ausverkauf unserer Wirtschaft, AFD ist für ein Einwanderungsgesetzt, das wir schon längst brauchen, AFD ist gegen das grausame Schächten von Tieren, AFD ist für einen EURO Austritt, der unsere Wirtschaft ganz gewiß nicht schadet, dazu gibt es Gutachten u.a. von Prof. Schachtschneider u.a., also lassen Sie sich nicht verblöden und wählen Sie AFD ! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Wolfgang43, Sonntag, 13.März, 10:22 Uhr

39. Glaubwürdigkeit

Warum wirkt es nur so unglaubwürdig, wenn ein CSU-Bürgermeister gegen eine Partei wie die AfD wettert? Dass es diese Partei überhaupt gibt, muss sich doch im Wesentlichen die CDU/CSU zuschreiben lassen. War sie es doch, die unter Angela Merkel einen derart starken Linksruck vollzogen hat, dass sich Bürger mit einer wertkonservativen Ansicht nicht mehr vertreten fühlen. Da hilft es auch wenig, dass ein Seehofer in Bayern die populistische Trommel rührt, während seine Minister in Berlin die Merkel´sche Politik mittragen.
Die AfD vertritt heute im Wesentlichen das, was konservative CDU/CSU-Politiker vor 10 Jahren noch selbst vertreten haben. Es dürfte also wohl kaum die Ideologie sein, die dem CSU-Bürgermeister so sauer aufstößt, sondern vielmehr die Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als ein Münchner CSU-Vorsitzender ohne Widerspruch aus den eigenen Reihen mal kurzerhand den Münchner Süden zur "asylantenfreien Zone" erklärt hat.

Paul, Sonntag, 13.März, 10:21 Uhr

38. Die rosa rote Brille der Gutmenschen, echt peinlich

Naja, als starkes Zeichen würde ich es sehen, wenn diese Gutmenschen jeweils eine syrische Großfamilie bei sich aufnehmen und durchfüttern würden. Dann würde dies nicht der Allgemeinheit zwangsverpflichtend auferlegt werden.

Hans Holtz, Samstag, 12.März, 23:05 Uhr

37. Weltoffen? Tolernant? Wirklich?

Vielleicht sollten mehr Menschen wieder lesen. Nur die Sendungen des Öffentlich-Rechtlichen zu schauen, verzerrt sichtlich das allgemeine Urteilsvermögen. Würde da zum besseren Verständnis untereinander dringend empfehlen, die Leitlinien der AfD zu lesen. Um diese Angelegenheit nicht ganz so stocktrocken zu gestalten, würde sich ein schmales Büchlein mit weiterem lesenswerten Inhalt anbieten von dem Kriminalbeamten Joachim Raeder mit dem Titel "Du bist kein Nazi, nur weil du zu PEGIDA gehst oder AfD wählst". Denn Vorurteile sind absolut keine Eigenschaft der viel zitierten "dumpfen Rechten". Gerade die sich so tolerant sehenden Gutmenschen sind nahezu beratungsresistent gegenüber Argumenten Andersdenkender.