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Flüchtlingsrat will AfD-Mitglied nicht in Asylbehörde In Mühldorf Bock zum Gärtner gemacht

Nach der Entscheidung des Mühldorfer Arbeitsgerichts, einen AfD-Mann als Asyl-Sachbearbeiter zu beschäftigen, gibt es scharfe Kritik vom bayerischen Flüchtlingsrat. Dies sei ein zynischer Akt gegenüber Migranten und Flüchtlingen im Landkreis Mühldorf, so ein Sprecher.

Von: Dagmar Bohrer-Glas und Hans Häuser

Stand: 26.07.2017

Martin Wieser  | Bild: Martin Wieser (privat)

Da werde der Bock zum Gärtner gemacht, sagte Sprecher Alexander Thal. Ein Funktionär der AfD habe in einer Ausländerbehörde nichts zu suchen. Thal forderte Landrat Georg Huber auf, den gestern vor dem Arbeitsgericht Mühldorf geschlossenen Vergleich mit seinem in der AfD engagierten ehemaligen Chauffeur platzen zu lassen. Wer als Landrat so wenig Sensibilität an den Tag lege, einem solchen Vergleich zuzustimmen, sollte selbst zur Arbeit auf dem Bauhof verdonnert werden, wird Thal in einer Pressemitteilung des Flüchtlingsrats zitiert.

Die Hintergründe

Urteil am Arbeitsgericht Mühldorf

Landrat Huber hatte seinen Chauffeur und Fuhrparkleiter Martin Wieser wegen dessen Engagements für die AfD in den Bauhof versetzen lassen. Dagegen hatte Wieser geklagt. Gestern einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich. Demnach wird Wieser laut seinem Anwalt künftig unter anderem als Sachbearbeiter in der Asylabteilung eingesetzt. Wieser ist Beisitzer im Vorstand des AfD-Kreisverbands Mühldorf. Aus dem Landratsamt gibt es auf BR-Anfrage auch heute keinen Kommentar. Man äußere sich nicht zu Personalangelegenheiten, heißt es aus der Behörde.


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