Explosionsopfer in Ingolstadt Spektakulärer Selbstmord des Sohnes?
Nach der Gasexplosion eines Ingolstädter Wohnhauses ist die geborgene Leiche identifiziert: Es ist der 46-jährige Sohn der Hausbesitzerin. Zudem sei offenbar die Gasanlage des Hauses manipuliert gewesen, so die Polizei.
Die verheerende Explosion eines Einfamilienhauses in Ingolstadt wurde sehr wahrscheinlich vorsätzlich herbeigeführt. Wie ein Polizeisprecher am Dienstag erklärte, gibt es "Hinweise auf Manipulationen an der Gasanlage des Hauses" in der Sambergerstraße. Durch die Explosion wurde in der Nacht zum Freitag das Einfamilienhaus im Ingolstädter Stadtteil Ringsee völlig zerstört. Die 81-jährige Hausbesitzerin war nicht daheim - sie ist laut Polizeiangaben in einem Seniorenheim untergebracht.
Trümmer-Leiche identifiziert
Am Dienstag Nachmittag wurde auch der Tote identifiziert, der in den Trümmern des Hauses in einer Badewanne gefunden worden war. Per DNA-Untersuchung und Zahnschema-Abgleich konnten die Rechtsmediziner nachweisen, dass es sich bei ihm um Sohn der Hausbesitzerin handelt. Bei ihm sind mehrere Rippenbrüche festgestellt worden. Dies lässt darauf schließen, dass der Mann bei der Explosion in die Badewanne geschleudert wurde. Der 46-Jährige arbeitete als Musicalsänger.
Fremdverschulden unwahrscheinlich
Derzeit ermittelt die Polizei die näheren Lebensumstände des Mannes und sucht auch nach Hinweisen, die auf einen möglichen Selbstmord deuten. Für Manipulationen an der Gasanlage gebe es keine "Anhaltspunkte für das Einwirken Dritter", so der Polizeisprecher. Daher sei nicht auszuschließen, dass der Mann die Explosion bewusst herbeigeführt habe, um sich auf spektakuläre Weise selbst in die Luft zu jagen. Gesicherte Erkenntnisse gibt es derzeit noch nicht. Die Ermittlungen laufen.
Nachbarhäuser beschädigt
Durch die Wucht der Detonation wurden Gegenstände herumgeschleudert, die einige Nachbarhäuser sowie geparkte Autos beschädigt haben. Das Haus selbst ist einsturzgefährdet und wird Schicht für Schicht abgetragen.

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