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Gegen Antisemitismus und Rassismus Neues Jugendprojekt in München gestartet

München ist längst eine multikulti Stadt. Fast jeder Zweite hat Migrationshintergrund. Die neue Jugendinitiative "YouthBridge" will den Dialog zwischen Religionen und Kulturen fördern.

Von: Nabila Abdel Aziz

Stand: 06.12.2017

Patricia, Varvara, David, Ljuba, Celine von Youth Bridge | Bild: BR/Dechert

Juden, Christen, Muslime und Jesiden – gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und Radikalisierung. Das ist das Ziel des neuen Bildungsprojekts "YouthBridge" in München. Die Initiative der Janusz Korczak Akademie bringt 40 junge Menschen für ein zweijähriges Programm zusammen. Sie lernen zum Beispiel professionell mit Social Media umzugehen, absolvieren Praktika und treffen Münchner Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Am wichtigsten ist aber der Austausch der Teilnehmer untereinander: Sie haben kroatische, russische, türkische oder afghanische Wurzeln, sie sind hier geboren oder erst vor kurzem nach Deutschland gekommen. Manche mussten aus ihrer Heimat fliehen. Für einige ist es die erste Möglichkeit sich intensiv mit Jugendlichen aus anderen Kulturen und Religionen auszutauschen.

Brücken bauen

Im Zentrum des Projekts steht die Idee, Brücken zwischen Menschen zu bauen. Die jugendlichen Teilnehmer finden das wichtig – weil sie selbst Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben oder sich Sorgen um das politische Klima in Deutschland machen. "Wir sollten uns zusammen darauf einstellen, dass jetzt viele neue Menschen, viele neue Kulturen und Religionen zusammengekommen sind. Einfach die anderen tolerieren, respektieren und kennenlernen" sagt die 17-Jährige Teilnehmerin Patricia Jelušić, die kroatische Wurzeln hat.

In New York kam es zu offenen religiösen Konflikten – das möchte Youthbridge in München verhindern

"YouthBridge" gibt es schon seit 20 Jahren in New York. Dort wurde das Projekt gegründet, nachdem es in der Stadt zu ethnisch und religiös begründeten Konflikten kam. Das soll in München verhindert werden, sagt Eva Haller, Initiatorin des Projekts und Präsidentin der Korczak Akademie. "YouthBridge" möchte menschenfeindlichen Vorbehalten jeder Art entgegentreten – egal ob es sich um Rassismus gegenüber Einwanderern oder antisemitische Einstellungen mancher arabischer Geflüchteter handelt. Die Teilnehmer sollen sich als Multiplikatoren für ein tolerantes und offenes München stark machen – und im Anschluss an das Programm eigene Projekte verwirklichen.


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