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Totschlagsprozess in Landshut Erdinger Frauenarzt zu neun Jahren Haft verurteilt

Weil er seine Ehefrau getötet hat, ist ein Erdinger Frauenarzt zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Dem Urteil war ein langer Indizienprozess vorausgegangen. Der Mann stand zum zweiten Mal vor dem Landgericht in Landshut.

Von: Andreas Mack

Stand: 21.07.2017

Weil er seine Ehefrau getötet hat, ist ein 57 Jahre alter Frauenarzt zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden.  | Bild: picture-alliance/dpa

Seit Ende April hat die Kammer Zeugen gehört und Spuren bewertet. Für die Richter galt es als sicher, dass der renommierte Professor seine Frau getötet hatte. Der Staatsanwalt hatte eine Verurteilung wegen Totschlags und eine Haftstrafe von 13,5 Jahren gefordert.

Anwälte forderten Freispruch

Der 57-jährige Arzt hatte behauptet, seine Frau nach einem Arbeitstag im Dezember 2013 tot daheim gefunden zu haben. Er sei davon ausgegangen, sie sei gefallen und infolge des Sturzes gestorben.

Diese Angaben seien nicht zu widerlegen, so die Verteidiger des Angeklagten. Außerdem habe die Polizei bei ihren Ermittlungen die Spurenlage vernichtet. Die Anwälte hatten auf Freispruch plädiert.

BGH hob erstes Urteil auf

Im ersten Prozess vor zwei Jahren war der Frauenarzt freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf und verwies das Verfahren erneut an das Landshuter Landgericht. Bevor der Prozess neu aufgerollt werden konnte, war der Angeklagte nach Südamerika geflogen. Ende Februar wurde er ausgeliefert.


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