Autofreies München Grüne fordern mehr autofreie Straßen im Sommer
Öffentlicher Raum ist knapp in München - und viel wertvoller Platz ist mit Straßen belegt. Die Münchner Grünen fordern deshalb: Autos aussperren – und auf den Straßen feiern und spielen.
Im Sommer sind die Straßencafés und Restaurants voll. Blade Night, Corso Leopold, Isarinselfest: Immer wenn eine Straße gesperrt ist, kommen die Münchner und bevölkern sie.
Die Münchner Grünen wollen ihnen jetzt noch viel mehr Gelegenheit dazu geben. Straßen machen mehr als die Hälfte des gesamten öffentlichen Raums der Stadt aus. Der muss auch anders genutzt werden, fordern die Grünen.
"Wir wollen den öffentlichen Raum - dazu gehören eben nicht nur Parks und Plätze, sondern auch Straßen - für die Münchnerinnen und Münchner zugänglich machen. Und vor allem zu Zeiten, wo der Autoverkehr etwas rückgängig ist, zum Beispiel am Wochenende, um den Menschen die Straßen zum Leben und zum Aufenthalt anzubieten."
Sabine Nallinger, OB-Kandidatin der Münchner Grünen
Abstimmung
Sollten in der Stadt mehr Straßen zeitweise zum Spielen, Feiern und Flanieren für den Verkehr gesperrt werden?
Diese Abstimmung ist beendet.
Ja, unbedingt. Es gibt eh viel zu viel Verkehr in der Stadt.
Nein, das führt nur zu Staus und Chaos.
Das ist mir eigentlich egal.
Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.
Bella Italia in München
Temporäre Straßen-Sperrungen sollen vor allem im Sommer mehr Straßenmärkte möglich machen. Die Grünen träumen von italienischen Verhältnissen: Mittagessen auf sommerlich gesperrten Straßen in Haidhausen, Flanieren auf gesperrten Straßen entlang der Isar, ein samstäglicher Basar zwischen den türkischen Gemüseläden auf der Goethestraße.
Weder Handel noch Pendler betroffen
Die Grünen nehmen für diese Sperrungen vor allem kleinere Straßen ins Visier, beispielsweise an der Isar oder den Röcklplatz. Wenn besonders viele Kinder auf dem engen Spielplatz sind, sollten sie auch die Straße benutzen können. Vor allem an Sonntagnachmittagen wären durch solche Sperrungen weder Handel noch Berufspendler betroffen, argumentieren die Grünen.
"Nicht auf Durchgangsstraßen!"
Grundsätzlich keine völlig schlechte Idee, findet Alexander Kreipl. Er ist verkehrspolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern. Eine Sperrung müsse aber gut überlegt sein.
"Ich denke, dass man schon aufpassen muss, wen man da beeinträchtigt. Ganz wichtig sind einfach die Anwohner, dass die nicht beeinträchtigt werden. Und ganz wichtig ist auch, dass keine Durchgangsstraßen davon betroffen sind. Dass man nicht zusätzliche Umwege produziert, weil dann verlagert sich der Verkehr wieder woanders hin, und andere sind betroffen."
Alexander Kreipl, verkehrspolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern
Auch die anderen Parteien im Rathaus sind nicht abgeneigt. CSU-OB-Kandidat Josef Schmid hält vor allem sonntägliche Straßensperren vor Spielplätzen durchaus für sinnvoll.
Die SPD kann sich regelmäßige Sperren, vor allem auch unter der Woche, nur schwer vorstellen. SPD-Rathausfraktionschef Alexander Reissl erklärte, dass Straßen zeitweise gesperrt werden, sei in München nichts Besonderes, das gebe es schon immer, etwa beim Trachten- und Schützenzug oder beim Corso Leopold im Sommer, sowie bei Straßenfesten. An Sonntagen sei auch die anlassbezogene Sperrung anderer Straßen grundsätzlich kein Problem. Allerdings hält es Reissl für problematisch, Straßen wie die Amalienstraße auch unter der Woche regelmäßig zu sperren. Das lässt nach Einschätzung des SPD-Politikers auch das geltende Straßenverkehrsrechts nicht zu.

Wetter



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Bernd Ragutt, Freitag, 30.November, 12:00 Uhr
4. Weniger Schleichwege
In Gelsenkirchen wurden in vielen Wohnvierteln die Straßen zu Sackgassen gemacht: Kein Schleichverkehr mehr, nur noch die Anwohner fuhren - und es kehrte Ruhe ein!
Benjamin David, Freitag, 30.November, 11:08 Uhr
3. Super Initiative, super Bericht!
Super Initiative, super Bericht! Es wird Zeit, dass mir im zunehmend dichteren München mit kreativität, Lust und Phantasie nach Platz für die Bürger suchen. In "Zeit-Räumen" ist da noch viel Platz für Alle!
Betroffener, Freitag, 30.November, 10:55 Uhr
2. Autofreies München
Parklizenzbereiche - erst verflucht und jetzt von den Anwohnern, siehe Giesing, geschätzt.
Sperrungen bestimmter Straßen und Plätze im Sommer - ja, damit steigt die Lebensqualität in den betroffenen Bereichen für alle Anwohner und Gäste und ganz nebenbei werden so auch Abgase und Feinstauf (Umweltzone bringt ja nix) reduziert. Wichtig ist hier aber das richtige Augenmaß, damit nicht kilometerlange Umwege durch andere Wohnviertel nötig sind. Manche Ideen aus der grünen Ecke - ja, danke, das ist für alle was.
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