5

Tourismus Ammergauer Alpen sind Bayerns 19. Naturpark

Bayern hat einen Naturpark mehr. Die Ammergauer Alpen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind die 19. Region mit diesem Label. Einen höheren Schutzstatus bedeutet das nicht. Ziel ist es vielmehr, den Tourismus naturnah zu entwickeln.

Von: Von Erich Wartuch und Birgit Gamböck

Stand: 31.08.2017

Die Pläne für den Naturpark Ammergauer Alpen existieren seit fünf Jahren. Nun gab das bayerische Umweltministerium grünes Licht. Naturparks sind großräumige Gebiete, die in der Regel mindestens 20.000 Hektar Fläche umfassen. Diese sollen überwiegend Landschafts- oder Naturschutzgebiete sein. Die Ammergauer Alpen haben hier einiges zu bieten.

Artenreicher Naturpark

Berge, Moore und Wiesen gehören zu dem ausgewiesenen Gebiet, das in den Gemeinden Ober- und Unterammergau, Ettal, Saulgrub/Altenau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien angesiedelt ist. Außerdem gehört auch noch der Ettaler Forst im Landkreis Garmisch-Partenkirchen dazu. Als besonders schützenswert gilt das artenreiche Ettaler Weidmoos mit großflächigen Streuwiesen.

Orchideen, Hochmoore, Wasserfälle

Dort gibt es zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere, wie den Lungenenzian oder den Wiesenpieper. Hier wachsen auch zahlreiche Orchideen oder das gelb blühende Karlszepter, ein Relikt aus der Eiszeit, das im Weidmoos sein größtes mitteleuropäisches Vorkommen hat. In den Lüften vor der Kulisse des Sonnenbergkamms kann man Steinadlern beim Balzflug zusehen.

Natur pur bieten auch die wilde Schleifmühlklamm bei Unterammergau mit ihren tosenden Wasserfällen, die Hochmoore bei Bad Bayersoien oder der Ammerdurchbruch bei Saulgrub. Die Schlucht, sogenannte Scheibum, beeindruckt mit 600 Metern Länge und bis zu 80 Metern Tiefe.

Geld für Wanderwege und Vermarktung

Im Naturpark soll nach den Vorstellungen des Umweltministeriums der Ausflugsverkehr geordnet und gelenkt werden. Das Gebiet soll für Erholungssuchende "behutsam" erschlossen werden. Zusätzlichen Schutz genießen die Ammergauer Alpen dadurch aber nicht. Aber es gibt mit dem Status Naturpark mehr Geld für Projekte, wie die Pflege von Wanderwegen, Informationsstellen oder regionale Vermarktung.

Nationalpark vom Tisch

Mit der Ernennung zum Naturpark dürfte auch die Diskussion um diese Gegend als Nationalpark beendet sein. Die Ammergauer Alpen waren in der Vergangenheit immer wieder als ein möglicher Nationalpark gehandelt worden. Viele Bürger und Kommunalpolitiker hatten sich gegen diese Idee ausgesprochen. Sie befürchteten vor allem Einschränkungen für Almbauern und Waldbesitzer.


5

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

nardo, Donnerstag, 07.September, 16:04 Uhr

3. Naturpark Ammergauer Alpen

Ein Naturpark hat nichts mit Naturschutz zu tun. Er bedeutet keinen besonderen Schutzstatus, es bedeutet, dass die Natur weiter ausgebeutet werden darf. Die wirtschaftlichen Interessen stehen weiterhin im Vordergrund. Darum haben sich die daran interessierten so gegen eine Nationalpark Ammergebirge gewehrt. Sie hoffen, dass damit der Nationalpark gestorben ist.

pendler, Freitag, 01.September, 09:08 Uhr

2. Erschliessung statt Schutz

Naturpark meint in erster Linie Park. Also die Verfügbarmachung noch ursprünglicher, naturnaher Räume für den (touristischen) Menschen und die Erlaubnis und Förderung wirtschaftlicher Nutzung dieser Räume. Die "unterlegenen" Regionen werden froh sein, daß dieser Kelch an ihnen vorübergegangen ist, zumindest die naturbewahrenden Interessenvertreter unter ihnen.

  • Antwort von L. Lutz, Sonntag, 03.September, 22:58 Uhr

    2. Erschließung statt Schutz

    Stimmt genau, es sollen noch mehr Touristen angelockt werden und vielleicht sollen auch weitere Fakten geschaffen werden um den einen Nationalpark zu verhindern.
    Wer kann mir die erwähnten ursprünglichen, naturnahen Räume in den Ammergauer Alpen zeigen? Wo sind die ursprünglichen nicht vom Menschen beeinflussten und veränderten Naturräume, wo sind die dort ehedem vorkommenden Prädatoren?

Didier, Donnerstag, 31.August, 12:58 Uhr

1. Sehr schön

das passt irgendwie zu meiner formulierten Idee unter dem hiesigen Thema "Bund Naturschutz entscheidet über Kramertunnel ". Autofreie Tourismusregion vom Naturpark Karwendel bis ins Lechtal.