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US-Flüge Vorerst kein Laptop-Verbot

US-Behörden möchten Notbooks auch auf Flügen von und nach Europa verbieten. Beim Treffen mit Vertretern des Heimatschutzministerium konnte die EU-Kommission ein solches Verbot nun erst einmal abwenden. Laptops dürfen also zunächst noch mit in die Kabine.

Von: Christian Sachsinger

Stand: 18.05.2017

Es sind nur vage Ergebnisse beim Treffen von US-Vertretern mit der EU herausgekommen. Es sei von den Amerikanern noch kein Verbot angekündigt worden, teilte die Kommission in Brüssel mit. Amerika hält sich diese Option aber weiter offen. Mit dabei waren u.a. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos, Verkehrskommissarin Violeta Bulc, die deutsche Innen-Staatssekretärin Emily Haber und die stellvertretende US-Heimatschutzministerin Elaine Duke. Nächste Woche wird es in Washington zu dem Thema erneut Gespräche geben. Dabei sollen Risiken und Lösungen zum Schutz von Fluggästen gegeneinander abgewogen werden, wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Gleichzeitig soll der globale Luftverkehr möglichst nicht beeinträchtig werden.

Die Bombe im Notebook

US-Geheimdienste befürchten, dass in den Geräten Sprengsätze versteckt werden könnten. Wie Medien berichten, haben Terrororganisationen entsprechende Methoden bereits entwickelt. Dabei wird der Sprengstoff möglicherweise von den Scannern bei der Sicherheitskontrolle an Flughäfen nicht entdeckt. In Europa wird die Wirksamkeit der Verbote indes bezweifelt, denn die Geräte würden ja weiterhin mitfliegen, nur eben im Frachtraum. Der europäische Pilotenverband European Cockpit Association weist auf ganz neue Sicherheitsrisiken hin. Wenn im Frachtraum große Mengen von Geräten mit Lithium-Batterien liegen, steigt dort die Brandgefahr.

Kreativität der Airlines gefragt

Bei einem Verbot für die gesamte EU wären laut dem Flughafenbetreiber-Verband ACI Europe mehrere tausend Flüge pro Woche in die USA betroffen. Sollte ein US-Verbot nur für bestimmte Flughäfen in Europa gelten, müssten die dann einen erheblichen Wettbewerbsnachteil fürchten. Die Airlines könnten mit dem Thema aber auch kreativ umgehen, wie das Beispiel einiger Airline aus dem arabischen Raum tun.  Etihad Airways, Qatar Airways und Emirates haben bereits einen Verleihservice für Laptops an Bord angekündigt oder schon eingeführt. Bislang gibt es die Geräte nur für First Class und Business, nicht aber für Economy-Reisende.


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