Befreiungshalle Kelheim 100 Millionen Jahre alte Wattwurm-Spuren
Geologen des Landesamtes für Umwelt haben auf den steinernen Treppenstufen der Befreiungshalle 100 Millionen Jahre alte, versteinerte Spuren von Wattwürmern entdeckt. So einen Fund hat es bisher in Bayern noch nie gegeben.
In Kelheim gab es ein Meer
Damit ist die Herkunft der rätselhaften, rosettenartigen Gebilde in den Stufen geklärt. Die Versteinerungen sind eindeutig mit den Spuren heute lebender Wattwürmer vergleichbar, heißt es aus dem Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Damit sei der Nachweis gelungen, dass es vor 100 Millionen Jahren ein flaches Meer bei Kelheim gab.
Im Grünsandstein der Treppenstufen zur Befreiungshalle sind weiße, strahlenförmige Abdrücke mit einem Durchmesser von rund 5 Zentimetern konserviert. Experten vom Landesamt und den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden fanden heraus, dass es sich dabei um Fressspuren handelt, die in dieser Form auch vom heutigen Wattwurm erzeugt werden.
Millionen Jahre alter Einblick
Ein Wattwurm gräbt sich zuerst senkrecht in den weichen Schlamm nach unten und frisst dann sternförmig horizontal weiter, falls er dort genügend nährstoffreiche Nahrung antrifft. Auf diese Weise entstehen die rosettenförmigen Spuren, so die Spezialisten. Das Spurenfossil "Dactyloidites ottoi" erlaubt einen sehr seltenen Einblick in den Meeresboden vor Jahrmillionen, als nährstoffreicher Schlick eines Flachmeers die Region um Kelheim bedeckte.
Die sandigen Meeresablagerungen verfestigten sich im Laufe der Zeit und wurden zu einem begehrten Baustein für Prachtbauten wie die Befreiungshalle, die Residenz in München oder das Weltkulturerbe Steinerne Brücke in Regensburg.

Wetter

