Niederbayern


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Olympia DLV-Präsident fordert Vergabe der Spiele an Länder

Die Olympischen Spiele sollen an Länder und nicht mehr an Städte vergeben werden, fordert der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV), Clemens Prokop aus Saal an der Donau. Auch Deutschland würde davon profitieren.

Stand: 08.01.2014
Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) | Bild: BR

"Das Internationale Olympische Komitee müsste hier ein bisschen umdenken. Es wäre ein entscheidender Schritt, um dem oft beklagten Gigantismus der Spiele entgegenzuwirken."

DLV-Präsident Clemens Prokop im BR-Interview

Vorbild sei der Weltfußballverband Fifa, der seine Weltmeisterschaft von jeher an ganze Länder vergebe.

Chancen für Deutschland würden steigen

Speziell in Deutschland würde mit dezentralen Spielen eine Olympia-Bewerbung wieder deutlich realistischer, meinte Prokop. Hier seien für praktisch alle Sportarten Wettkampfstätten auf höchstem Niveau vorhanden.

So könnten etwa die Leichtathletik-Wettbewerbe in Berlin, das Reitturnier in Aachen, der Triathlon in Hamburg und der Wildwasserwettbewerb im Augsburger Eiskanal stattfinden. Auch München könne dann "eine wichtige Rolle einnehmen".

Ängste der Bürger ernst nehmen

Die Bürgerentscheide in München und Oberbayern gegen Winterspiele seien ein "herber Rückschlag für die olympische Idee in Deutschland" gewesen, sagte Prokop. "Man muss die Ängste, die in dieser Abstimmung zum Ausdruck gekommen sind, sehr, sehr ernst nehmen", sagte der DLV-Chef.

Mit der dezentralen Vergabe der Olympischen Spiele wären weniger Baumaßnahmen notwendig. Es würden Kosten gespart, auf der anderen Seite sei eine nachhaltige Weiternutzung der Wettkampfstätten garantiert.


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