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Bayerischer Wald Nach Wolfs-Ausbruch: Zukunft des Freigeheges ist unsicher

Vor zwei Monaten hat ein Unbekannter das Vorhängeschloss zum Wolfsgehege im Nationalpark Bayerischer Wald aufgebrochen. Sechs Wölfe entkamen durch das offene Gatter. Seitdem suchen Nationalpark-Mitarbeiter nach den Tieren. Die Zukunft des Geheges ist unklar.

Von: Ulrike Schweizer

Stand: 06.12.2017

Ihre Spuren sind im Neuschnee gut zu sehen. Die vier übrig gebliebenen Wölfe im Nationalpark-Freigehege Ludwigsthal im Kreis Regen lassen sich nicht immer blicken. Vor zwei Monaten konnten Besucher hier noch ein großes Rudel sehen. Mittlerweile sind drei der entlaufenen Wölfe tot, einer wurde lebend eingefangen, zwei Tiere werden immer noch vermisst.

"Es war jetzt fast vier Wochen Funkstille. Es gab vereinzelt Hinweise aus Österreich, aber da war nicht klar, ob das mit unserem Wolf zu tun hat. Wir hatten ja Sichtungen bei Passau - das passt ganz gut, der Wolf hangelt sich entlang der Donau nach Österreich. Er ist jetzt auf dem Weg nach Linz, also schon eine ganze Ecke weg."

Jörg Müller vom Nationalpark Bayerischer Wald

Schafe und Hühner gerissen

Nationalparkmitarbeiter auf der Suche nach Wölfen.

Drei Schafe und mehrere Hühner hat der Wolf in Österreich schon gerissen. Vier tote Schafe sind es auf deutscher Seite. Das haben jetzt DNA-Proben bestätigt. Der Wolf bei Linz soll nun schnell gefangen werden - wenn möglich lebend, aber auch ein Abschuss ist denkbar. Wie in Bayern. Der Nationalpark hat zwei der ausgebüxten Wölfe abgeschossen. Die Kritik aus der Bevölkerung kam prompt. Jörg Müller muss sich seit Wochen mit diesen Vorwürfen auseinander setzen.

"Ich kann das nicht ganz ernst nehmen. Für mich zählt das Handeln als Manager vor Ort viel mehr. Es ist nicht so, dass wir uns die Dinge vor Ort ausgedacht haben. Wir haben mit namhaften Experten ein Gremium gebildet, das uns dabei begleitet hat."

Jörg Müller vom Nationalpark Bayerischer Wald

Zukunft des Freigeheges ist unklar

Schautafel im Tierfreigehege Ludwigsthal

Vom zweiten vermissten Wolf fehlt seit Wochen jede Spur. Zuletzt wurden Sichtungen aus Freyung gemeldet. Es ist aber ungewiss, ob diese verlässlich sind. Im Freigehege in Ludwigsthal haben sich die vier Wölfe immer noch nicht sehen lassen. Es heißt, es gäbe Überlegungen, das Gehege aufzulösen. 

"So ein Wolfsgehege ist ja auch ein Politikum. Da entscheiden viele Leute mit. Was wir jetzt dann machen in Sachen Wolfsgehege, das wird sich mittelfristig zeigen."

Jörg Müller vom Nationalpark Bayerischer Wald

Am Tor zum Wolfs-Freigehege in Ludwigsthal hängt jetzt ein neues Sicherheitsschloss mit einer dicken Eisenkette.


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Carola Klasen, Mittwoch, 06.Dezember, 12:50 Uhr

3. Tierschutz/Artenschutz

Solange die Tiere im Gehege sicher waren sprach nichts gegen diese zur Schau Stellung der Wölfe um ihnen einen Lebensraum ohne Abschuß zu bieten. Nachdem sie aber gelernt haben, daß Menschen keine Bedrohung für sie sind und wir eher ängstlich auf sie reagieren haben sie auch ohne Zaun keine Angst vor uns. Und das macht sie gefährlich. Und sie sind ja leider teilweise nicht in der Lage sich richtig zu versorgen (abgemagerte Tiere eingefangen). Bei den abgeschossenen weiß man ja nicht ob sie wie der jetzt noch freie Wolf nicht doch "Überlebensfähig" gewesen wären. Und wenn das so ist verwildert er auch wieder - selbst Haustiere können das noch. Und an die "Tierschützer" ...laßt die Finger von Gehegetieren - denen erweis ihr keinen Dienst.

  • Antwort von Andrea Häring-Pfauntsch, Mittwoch, 06.Dezember, 20:12 Uhr

    Liebe Frau Klasen
    Waren es Tierschützer, die das Gehege öffneten.....

steve, Mittwoch, 06.Dezember, 12:05 Uhr

2. Wolf oder Reh

Man sollte sich mal fragen was gefährlicher ist der Wolf oder das Reh?

Während bislang noch kein Angriff eines Wolfs auf Menschen in Deutschland gemeldet wurde, wurden bei Wildtierunfällen im vergangenen Jahr 2790 Menschen verletzt, 521 davon schwer, elf tödlich.

Andrea Häring-Pfauntsch, Mittwoch, 06.Dezember, 11:00 Uhr

1. Wolfe zum ABSCHUSS freigegeben

Die Auflösung des Freigeheges wäre wohl für die Tiere die beste Lösung. Vielleicht werden sie an Stellen vermittelt, wo die Sicherheit mehr gegeben ist (VORHÄNGESCHLOSS!!!). Die zwei verbliebenen Wölfe sind nun wohl endgültig zum ABSCHUSS FREIGEGEBEN. Eine elegante Lösung!!!
Wölfe sind auch mittlerweile bei uns wieder eingekehrt. Natürlich müssen diese Tiere auch von etwas "LEBEN"! Auch Füchse, Marder, Frettchen, Waschbären reißen Hühner!!
Jetzt müssen die Wölfe getötet werden (wenn sie überhaupt noch leben), weil sie den Menschen zu nahe kommen. Aber kein Mensch hat die Nationalpark-Wölfe gesehen, oder wurde durch die Wölfe bedroht!! Ich warte auf die Nachricht, wann die Tiere nun endgültig ABGESCHOSSEN worden sind!!! Auf diese werden wir wohl jetzt nicht mehr lange warten müssen.