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Rechtsextremer Wikinger Versand Betreiber wegen Versicherungsbetrug angeklagt

Der Betreiber des in der Neonazi-Szene bekannten Wikinger Versandes in Geiselhöring (Lkr. Straubing-Bogen) ist wegen schwerer Brandstiftung und Versicherungsbetrug angeklagt. Ins Rollen gebracht hat das Ganze der Ex-Präsident der Regensburger Bandidos.

Von: Thomas Muggenthaler

Stand: 09.03.2016

 Relief einer Justizia | Bild: pa/dpa

Der Straubinger Oberstaatsanwalt Klaus Dieter Fiedler bestätigte dem Bayerischen Rundfunk die Anklage gegen den Betreiber. Das Amtsgericht Straubing hat über die Eröffnung des Prozesses noch nicht entschieden, so Fiedler. Mitangeklagt sind auch zwei weitere Personen. Die drei sollen für den Brand im Anwesen des Betreibers des Wikinger Versandes verantwortlich sein, mit dem Ziel, die Versicherung zu schädigen, so die Anklage. Der Sachschaden belief sich auf rund 100.000 Euro. Die Versicherung hat auch gezahlt, so Fiedler.

Brand in Geiselhöring

Das Feuer brach am 30. November 2011 im Dachstuhl eines unbewohnten Hauses im Stadtzentrum von Geiselhöring aus. Es bestand die Gefahr, dass auch Nachbarhäuser in Brand geraten. Das haben die Angeklagten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Kauf genommen. Ein Großaufgebot der Feuerwehren aus der Umgebung war im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Das Haus stand damals leer, es ist inzwischen abgerissen.

Bandidos-Präsident sagte aus

Screenshot des Wikinger Versands

Der Verdacht Brandstiftung stand sofort im Raum. Ein Gutachter des Landeskriminalamtes und Kripobeamte waren damals vor Ort. Für sie war damals schon klar: Alle technischen Ursachen scheiden aus, allerdings hatten sie keine Beweise. Nun stützt sich die Staatsanwaltschaft bei der Anklage ganz wesentlich auf die Aussage des ehemaligen Präsidenten der Rockergruppe Bandidos in Regensburg, der sich im Zeugenschutzprogramm der Polizei befindet.

Der Ex-Präsident der Bandidos hat demnach einen der Brandstifter selbst "vermittelt". Im Rahmen seiner "Lebensbeichte", die rund 700 Seiten umfasst, hat der Ex-Chef der Bandidos offenbar auch enthüllt, dass es sich bei diesem Brand um Brandstiftung handelt.

"Straubinger Blutnacht"

Der Ex-Präsident des Chapters Regensburg der Bandidos hatte mit seiner Aussage auch den Prozess gegen fünf Bandidos wegen der "Straubinger Blutnacht" ermöglicht, als sich die Rocker an Weihnachten 2010 mit ihren Konkurrenten vom MC Gremium eine blutige Schlägerei mit zwei Schwerverletzten geliefert hatten.

Unter den Angeklagten war auch der niederbayerische NPD-Funktionär Sascha Rossmüller, selbst Bandido. Rossmüller wurde in diesem Prozess zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Hauptangeklagte erhielt eine Haftstrafe.


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