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20 Jahre IOU Ramps Vom Schreiner zum "Gott der Halfpipe"

Das Epizentrum des europäischen Skateboardrampenbaus liegt in dem 100-Seelen-Ort Kleingern (Lkr. Passau). Hier konzipiert und baut Andreas Schützenberger im großen Stil Anlagen. In mehr als 30 Ländern stehen seine Rampen.

Von: Katharina Häringer

Stand: 10.11.2017

Jaakko Ojanen auf der IOU Rampe von Andreas Schützenberger | Bild: Red Bull

Wie in einer Schreinerwerkstatt schaut es in der Halle von Andreas Schützenberger in Kleingern bei Passau aus. Nur, dass die Zuschnitte etwas ungewöhnliche Formen haben. Andreas Schützenberger baut hier Halfpipes, also halbrunde Rampen für Skater. Und das für die ganze Welt. In mehr als 30 Ländern stehen seine Rampen.

"Es gibt Rampen von mir in Dubai, in Mekka, wo ich als Christ gar nicht hinkomme. Und mittlerweile, seit drei Jahren habe ich die Halle, ist es umgekehrt. Jetzt kommen viele Leute hier her."

Andreas Schützenberger

Weltbeste Skater in Kleingern

Genauer gesagt kommen die weltbesten Skater zu Schützenberger nach Kleingern. Ob aus Australien, Finnland oder Großbritannien, sie alle kommen immer wieder in den Landkreis Passau, um auf Schützenbergers Rampen zu fahren. Der 47-Jährige kann da nur staunen, was die jungen Männer für Tricks drauf haben. Seine aktive Skater-Zeit ist vorbei.

Angefangen hat Schützenberger mit 17 Jahren. Er machte eine Ausbildung zum Schreiner und war leidenschaftlicher Skater. Weil es in den 80er-Jahren keine Rampen gab, baute er sie eben selbst.

"Im Endeffekt ist das ein reines Zufallsprodukt. Das hätte ich mir so nie träumen lassen, dass das mal mein Beruf wird."

Andreas Schützenberger

Weltgrößte Hallenrampe in Moskau gebaut

Heute gibt es die Firma IOU-Ramps seit 20 Jahren. In der riesigen Halle konzipiert und baut der 47-Jährige Anlagen im großen Stil. Je nach Projektgröße holt er sich Unterstützung von Arbeitern aus der ganzen Welt. Man kennt sich in der Szene.

In Moskau baute er die weltgrößte Hallenrampe, seine Halfpipe in Oslo bekam einen Designpreis. Doch es ist ein anderes Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt:

"Man kann mit so einem Sport viel Positives erreichen"

"Ich hatte ein Projekt in Afghanistan, da habe ich mit den Kids zusammen einen Skatepark gebaut. Das war 2009. Und mittlerweile war ich dreimal in Afghanistan, habe zwei Skateparks gebaut, das ist ein unglaublich erfolgreiches Konzept. Man kann mit so einem Sport und so einer Leidenschaft auch wirklich viel Positives erreichen. Das ist der schöne Nebeneffekt."

Andreas Schützenberger

Rund eine Million Euro Jahresumsatz macht der Niederbayer mit seinen Firma. Die Rampe in Afghanistan ist da nicht dabei. Für die verlangte Schützenberger kein Honorar.


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