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Staub, Lärm und Schmutz Ärger um Sägewerk in Vilshofen

Es gibt Ärger im Vilshofener Ortsteil Alkofen (Lkr. Passau): Anwohner fühlen sich von einem Holzwerk belästigt, es geht um Lärm, Staub und vermeintliche Naturverschmutzung. Die Firma versucht allerdings, auf die verärgerten Nachbarn zuzugehen.

Von: Martin Gruber

Stand: 20.04.2017

Streit um Holzwerke in Vilshofen | Bild: BR/Martin Gruber

Die Firma Holzwerke Weinzierl am Ortsrand von Vilshofen hat sich in den letzten Jahren auf 22 Hektar erweitert und beschäftigt 120 Mitarbeiter. Den Anwohnern ist es allerdings ein Dorn im Auge: Die Firma ist regelmäßig ein "Aufreger".

Ortstermin mit Bürgermeister Florian Gams (2. von links) und Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger (2. von rechts)

Es gehe um den Lärm, sagt ein Nachbar bei einem Ortstermin. Außerdem lege sich der Holzstaub ganz weiß auf die Autos. Ein weiterer Anwohner fügt hinzu: "Um fünf vor sechs Uhr erleben wir es schon, dass da zehn Lastwagen am Stück durchfahren, so dass in der Früh schon alles wackelt. Dann wird oft bis um zehn, halb elf Uhr nachts Holz gehäckselt."

Schaum auf Bach durch Holzwerk?

Schaum auf Bach

Ein weiterer Stein des Anstoßes ist die vermeintliche Umweltverschmutzung. Bei einem Bach in der Nähe bildet sich auf der Wasseroberfläche seltsam aussehender Schaum. Der könnte laut Bund Naturschutz von dem Holzabrieb und anderen Rückständen aus dem Sägewerk stammen. Der Chef der Holzwerke, Hans Weinzierl Junior, versucht zu beschwichtigen:

"Unser Oberflächenwasser ist natürlich nicht so klar wie das Regenwasser selbst, sondern wird verunreinigt, zum Beispiel durch Rindenpartikel. Das ist aber nichts Gefährliches. Das wird von einem unabhängigen Ingenieurbüro geprüft und wir liegen unterhalb der geforderten Werte."

Hans Weinzierl Junior

Die Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger hat sich den Bach bei einem Ortstermin genau angesehen und verspricht, beim Wasserwirtschaftsamt nachzufragen, wie die Messwerte im Detail aussehen und ob dort regelmäßig beprobt wird.

Klagen werden ernstgenommen

Die Klagen der Anwohner nimmt Hans Weinzierl ernst. Der befürchtete Feinstaub komme von frisch gesägtem Nadelholz und sei absolut ungefährlich. Und auch beim Lärmschutz haben die Holzwerke in den letzten Jahren Millionen investiert.

"Ein Sägewerk ist eben keine Schreinerei, bei der alle Arbeiten in geschlossenen Hallen ablaufen. Da wird vieles im Freien gemacht und da wird es immer einen Lärmpegel geben. Aber auch da halten wir uns an die gesetzlichen Grenzen, das haben wir schon immer so gemacht."

Hans Weinzierl Junior

Erklärungen, die einige Anwohner nicht akzeptieren wollen. Das Miteinander bleibt schwierig: Betroffene beschweren sich, Weinzierl verweist auf Genehmigungen von Behörden, will aber ein gutes Auskommen mit den Nachbarn. Oftmals wird er sogar selbst angefeindet. "Das ist teilweise schon unter der Gürtellinie", so Weinzierl. Näher will er nicht darauf eingehen, das würde die Gräben nur vertiefen, sagt er.

  • BR-Korrespondent Martin Gruber | Bild: Bayerischer Rundfunk Martin Gruber

    Korrespondent Martin Gruber berichtet aus Stadt und Landkreis Passau sowie Freyung-Grafenau.


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Geli, Donnerstag, 20.April, 16:09 Uhr

1.

Wer war zuerst da das Sägewerk oder die Anwohner??

Ich tippe mal auf das Sägewerk.
Warum wird dann in unmittelbarer Nähe zu einen Sägewerk das Eigenheim gebaut ?

  • Antwort von websaurier, Donnerstag, 20.April, 16:48 Uhr


    Einfach noch einmal durchlesen....

    "Was zuerst da war" ist unerheblich, da sich das Sägewerk in den vergangenen Jahren wohl vervielfacht hat.
    Größe, Lärm; Transporte, etc... Alles nicht mehr so "wie früher"...

  • Antwort von Geli, Donnerstag, 20.April, 17:52 Uhr

    Ein Betrieb darf sich mit der Zeit vergrößern!!!

    Das muß mir bewust sein wenn ich mein Haus daneben baue!!!!