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Todesfälle in Kirchengemeinde Ering Bischof Oster schickt keinen Inquisitor

Nach mehreren Todesfällen von Funktionsträgern in der Kirchengemeinde Ering am Inn (Lkr. Rottal-Inn) fordert Endre Graf Esterházy, der Passauer Bischof Oster solle einen Inquisitor zur Aufklärung schicken. Die Antwort des Bistums ist eindeutig.

Stand: 29.02.2016

Der Bischof von Passau, Stefan Oster, im Dom St. Stephan in Passau (Bayern) Weihrauch.  | Bild: picture-alliance/dpa

Seit 2010 sind laut Esterházy fünf führende Gemeindemitglieder gestorben, sagte er am Montag (29.02.16) dem Bayerischen Rundfunk. Zuletzt war der 64 Jahre alte Pfarrgemeinderatsvorsitzende vor wenigen Tagen überraschend verstorben.

Umstände geben Rätsel auf

Christine Gräfin Esterházy und Ehemann Endre Graf Esterházy

An natürlichen Todesursachen sei nicht zu zweifeln, so Esterházy. "Es kann nicht so weitergehen." Die Umstände gäben Rätsel auf, so dass sich ein kirchlicher Ermittler mit den Todesfällen befassen müsse. Esterházy möchte eine theologische Erklärung. Der kirchliche Ermittler soll herausfinden, warum die Sterblichkeitsrate bei den Mitgliedern des Pfarrverbands so hoch ist, sagt Graf Esterházy.

Klare Antwort des Bistums

Die Grafen Esterházy

Die Esterházys sind ein weitverzweigtes Grafengeschlecht. Die Familienmitglieder haben sich über die Jahrhunderte einen Namen als großzügige Förderer von Kunst und Musik gemacht. In Ering am Inn steht eines der Schlösser der Familie. Endre Graf Esterházy hat hier lange mit seiner Familie gelebt. Er ist ein Mann Mitte 60. Er war selber früher in der Pfarrgemeinde von Ering engagiert. Er lebt allerdings seit einiger Zeit in Österreich. Die Verbindungen in seine Heimatgemeinde sind aber geblieben.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks äußerte sich das Bistum Passau. "Jeder Todesfall löst Trauer und mitunter auch Fassungslosigkeit aus. Gerade dann, wenn es sich um jüngere Menschen handelt", teilt die Pressestelle des Bistums schriftlich mit. Ob es sich im Pfarrverband Ering statistisch gesehen im genannten Zeitraum um eine höhere Häufigkeit von Todesfällen handelt, könne seitens der Diözese nicht geprüft werden. Nach Rücksprache mit Pfarrangehörigen vor Ort in Ering, könne jedoch von einer generellen Beunruhigung keine Rede sein.

Einen Inquisitor werde es aus einem ganz einfachen Grund nicht geben:

"Die Forderung nach Einsetzung eines 'Inquisitors' scheidet allein schon deshalb aus, weil es die Inquisition in der katholischen Kirche nicht mehr gibt."

Bistum Passau

Die Inquisition

Zum Aufspüren von Ketzern - der Begriff ist eine Umformung des Wortes Katharer, die in Italien gazzari genannt werden - entsteht die Inquisition (lat. inquisitio = Untersuchung). Sonderermittler - oft sind es Angehörige des neuen Ordens der Dominikaner - sollen im Auftrag des Papstes oder eines Bischofs Abweichler ausfindig machen. Beim strafrechtlichen Verfahren vor dem Glaubensgericht der Inquisition erhebt dieselbe Instanz Anklage, die die Untersuchung führt und das Urteil spricht. Ein Verfahren kann jederzeit aufgrund von Denunziation eröffnet werden, der Name des Zuträgers bleibt geheim. Schuldige werden zur Abstrafung dem "weltlichen Arm der Gerechtigkeit" übergeben. Immerhin: Dank der oft geordneten Prozessführung (Beweissicherung, Zeugenvernehmung) befinden sich Angeklagte in vorteilhafterer Position als vor weltlichen Gerichten.

In der Neuzeit ist aus der römischen Inquisition eine Behörde geworden: die Glaubenskongregation in Rom. Die Leitung dort hat der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller.


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streveis, Dienstag, 01.März, 11:34 Uhr

6. Moderne Inquisition

Inquisition gibt es nicht mehr? Da braucht man bloß einige Medienprodukte anschauen. Dort findet man die modernen Inquisitoren.

Lydia Fischer, Montag, 29.Februar, 22:31 Uhr

5. Gerhard Ludwig Mueller

Es gibt die Kriminalpolizei. Es erstaunt nicht, dass ein bayrischer Graf mit offensichtlich direktem Draht zur bayrischen "Grossinquisition" nach Rom den Rechtsstaat aushebeln will. Hier wird wieder deutlich, dass ein Weiterloben von Herrn Gerhard Ludwig Mueller und ein "Strafversetzen" eines Tebazt von Els noch mehr Schaden fuer Menschen und Kirche bringt als bereits im Vorfeld befuerchtet. Schoene Gruesse

Sean Connery, Montag, 29.Februar, 21:49 Uhr

4. Der Name der Rose

Komme schnell vorbei nach dem ich auf ARTE fertig bin...

Wo leben wir?, Montag, 29.Februar, 18:18 Uhr

3.

Mein Gott ist das peinlich.

abakus, Montag, 29.Februar, 17:02 Uhr

2. Rätselraten ?

Es kann auch sein, dass die oft eigenartigen Todesfälle mit Strahlenunfällen aus der Vergangenheit zusammenhängen. Spätschäden nach 20 bis 30 Jahren, bis halt ein Organ aufgibt, sind nicht ungewöhnlich. Leider ist, nach einer oft sehr langen Zeit kein sicherer Zusammenhang mehr nachweisbar. Aber m.E. wäre es eine Möglichkeit.