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Baugenehmigung für Stromtrasse erst 2023 Droht nach der Energiewende der Blackout?

Der Netzbetreiber Tennet rechnet frühestens 2023 mit einer Baugenehmigung für die umstrittene Gleichstrompassage Süd-Ost. Sie soll durch die Oberpfalz zum Atomkraftwerk Isar bei Landshut führen. Somit wäre die Trasse erst nach der Energiewende fertig. Ist sie dann überhaupt noch notwendig?

Stand: 18.03.2016

Stromtrassen | Bild: picture-alliance/dpa

Laut dem Geschäftsführer von Tennet, Lex Hartman, dürften nach der Genehmigung bis zum Bauende noch einmal mindestens vier weitere Jahre vergehen, wobei dies eine "sehr optimistische Prognose" sei. Die Verzögerung liege am neuen "Gesetz zum Erdkabelvorrang", sagte Tennetsprecherin Ulrike Höchens dem BR. Dadurch müsse die Planung wieder ganz von vorn beginnen, ebenso die Trassenführung und entsprechend der Bürgerdialog.

Ministerium rechnet mit schnellerer Fertigstellung

Das bayerische Wirtschaftsministerium geht dagegen davon aus, dass die Gleichstromverbindung schneller als vom Netzbetreiber Tennet erwartet fertiggestellt wird. Das sagte ein Sprecher des Ministeriums auf BR-Nachfrage. Das Wirtschaftsministerium rechnet zwar auch damit, dass die sogenannte Süd-Ost-Passage noch nicht vollendet ist, wenn 2022 die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet werden, aber die dann auftretende Versorgungslücke in Bayern sei technisch eine Weile beherrschbar.

Droht ein "Black Out"?

Auch wenn die Trasse deutlich nach der anvisierten Energiewende bis zum Jahr 2022 komme, sei sie dennoch notwendig, so Höchens. Es drohe den Bürgern in Bayern nach dem Abschalten des letzten Atommeilers bis zur Fertigstellung der Trasse kein "Black Out", aber die Belastung des Netzes sei dann so hoch, dass mit Störungen zu rechnen sei, beziehungsweise teure Stabilisierungsmaßnahmen nötig würden.

Bis zur Energiewende sollen alternative Energien entsprechend aufgestockt werden. Zur Frage, ob die Trasse dann nicht doch überflüssig sein könnte, meinte Höchens: "Nein, die Speichertechnologie wird auch in zehn Jahren noch nicht ausreichen."

Abstandsregeln kein Problem

Die jüngste Diskussion über künftige Abstandsregeln für Wechselstromtrassen sieht Tennet-Geschäftsführer Hartman nicht als Problem: Man halte schon jetzt freiwillig größtmögliche Abstände ein, auch um die Akzeptanz zu erhöhen.

"Zeiten wie vor 30 Jahren, als einfach über die Häuser hinweg gebaut wurde, sind vorbei."

Lex Hartman, Tennet-Geschäftsführer

Keine neuen Nachrichten gab es derweil beim Thema Erdverkabelung des Ostbayernrings: Tennet sieht nach wie vor die zur Verkabelung einer solchen Wechselstromleitung geeignete Technik noch nicht gegeben.


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Reinhard Glanzer, Samstag, 19.März, 12:52 Uhr

3. Droht nach der Energiewende der Blackout?

Ohne alle in Verbund geschalteten europäischen konventionellen Kohle- und Atomkraftwerke Kraftwerke wäre das Stromnetz schon längst zusammengebrochen. Beweis:
Unterbrechen wir doch einfach mal die deutschen Stromverbindungen zum Ausland und versuchen unseren Stromverbrauch in Deutschland selbst zu erzeugen und zu steuern. Was glauben Sie wie schnell der Blackout da ist? Netzpannen bis zum Super-Blackout treten ein bei den Wechseln zwischen zu viel an Wind- und Solarstrom und Windstille ohne Sonnenschein im Regelverbund mit den deutschen konventionellen Kraftwerken.
Also weiter heiße Luft verbreiten und auf geduldigem Papier den Laien was vorrechnen. Die Energiewende ist doch schon längst gefloppt! Hier als Beispiel das Bundesland Rheinland-Pfalz gibt großspurig an heutzutage bereits 27% des landesweiten Strombedarfs mit Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Ha Ha Ha wie denn? Die großspurig verkündete „erneuerbare“ Stromerzeugung mit Windkraft und Photovoltaik, stellen sich im Diagramm

Katharina S., Freitag, 18.März, 17:11 Uhr

2. Nicht schon wieder ein Blackout

Langsam wird's langweilig, diese immer wiederkehrende Warnung vor dem Blackout. Dieses Mal vom Bayerischen Rundfunk. Der Lexi hat ja schon oft damit gedroht, oder auch davor, dass BMW dann Bremer Motoren Werke heißen wird. Nichts wird wahr davon und wir können der Ilse Aigner versichern, dass der Strom störungsfrei fließen wird, auch ohne HGÜ. Das wird dann auch hoffentlich dem letzten Zweifler beweisen, dass wir diese Leitungen nicht brauchen, um die dezentrale Energiewende umzusetzen . Selbst die Bundesnetzagentur spricht in ihrem Szenariorahmen von "Regionalisierung der Energieversorgung", gut, sie nennt es nicht "dezentrale Energieversorgung", aber es ist egal, wie das Kind heißt.

Lexi, Freitag, 18.März, 11:31 Uhr

1. Käse aus Holland


Wann versteht Lex Hartman, dass wir in Deutschland keine Lust haben für seine Tantieme die HGÜs und die back-up bedingten Aufrüstungen von Wechselstromleitungen zu bezahlen? Das sind Milliardengeschenke für Investoren und für die Atom- und Kohlewirtschaft. Damit wird der europäische Stromhandel mit Atom- und Kohle forciert und die Energiewende konterkariert.
Niemals wird es dafür eine Akzeptanz für diese Umweltzerstörung und Enteignung der Anrainer geben.

  • Antwort von Marianne, Samstag, 19.März, 15:47 Uhr

    Es ist traurig, aber wahr: Enteignung muss nicht akzeptiert werden - sonst wäre sie ja nicht notwendig, wenn die den Grund "freiwillig " bekommen würden.