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Bayernweite Warnstreiks bei Real Die Zeichen stehen auf Sturm

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag bayernweit die Mitarbeiter der Warenhauskette Real zum Warnstreik aufgerufen. Denn Real zahlt nicht mehr nach Tarif und will beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld weiter sparen.

Stand: 11.03.2016

Ganz konkret: Bei Real bedeutet die Tarifflucht und die Gegenforderungen für eine Verkäuferin in Vollzeit, bei einem Jahreseinkommen von 32.000 Euro, einen jährlichen Verlust von bis zu 8.000 Euro, so Verdi.

"Das Missmanagement der Konzernherren soll wieder einmal auf dem Rücken der Beschäftigten ausgebadet werden. Mit dem Unterschied, dass wir hier eine dreiste Mischung von Gier und Unfähigkeit erleben."

Hubert Thiermeyer, Verdi Fachbereichsleiter für den Handel in Bayern

Trotz jahrelanger, zum großen Teil jahrzehntelanger, guter Arbeit der Beschäftigten, sollen die Beschäftigten für die Fehler des Managements, das seinen Job nicht gemacht hat, gerade stehen, ärgert sich Gabriele Ziegler, Verdi-Streikleiterin in Nürnberg. Nicht zum ersten Mal sollen Beschäftigte Managementfehler ausbügeln.

Dabei brächten die beabsichtigten Kürzungen kein Stück mehr Perspektive oder Zukunft für die Beschäftigten und das Unternehmen. Monika Linsmeier, Verdi-Streikleiterin in der Oberpfalz und Niederbayern, spitzt sogar noch zu: "Im Gegenteil, die Beschäftigten werden mit diesen Maßnahmen dramatisch demotiviert und verunsichert."

Streiks in Ostbayern

Von den heutigen Streiks ist Ostbayern besonders betroffen: In Niederbayern waren die Mitarbeiter der Filialen Passau, Straubing, Deggendorf, Pfarrkirchen, Pocking und Zwiesel aufgerufen, in den Ausstand zu treten, in der Oberpfalz die Beschäftigten der Filialen in Regensburg, Amberg, Pentling und Neumarkt in der Oberpfalz. Für sie alle fand um 7.30 Uhr eine kurze gemeinsame Protestkundgebung vor dem Markt in Pentling (Lkr. Regensburg) statt, zu der etwa 70 Teilnehmer verschiedener Filialen kamen. Streikleiterin Linsmeier forderte noch einmal einen bundesweiten Flächentarifvertrag für die Branche.

Demotivation und Verunsicherung

Im Einzelhandel seien die Menschen, vor allem die Frauen, von akuter Altersarmut bedroht. Die Pläne der Real-Geschäftsführung ließen die Beschäftigten vor der eigenen Rente gruseln, denn es werde damit den Menschen bei Real zusätzlich noch jede Würde im Alter genommen, begründet Manuela Karn, Verdi-Streikleiterin im Allgäu, die Streikbereitschaft der Beschäftigten.

"Gute Leute leisten gute Arbeit, und deshalb verdienen sie gutes Geld."

Peter König, Verdi-Streikleiter in Würzburg

Alle Beteiligten wüssten nicht, wie lange sie kämpfen müssen, um Real in die Tarifbindung zu bringen und damit für die Beschäftigten existenzsichernde Tarifverträge durchsetzen zu können. Es werde jedoch weiter gekämpft, auch wenn es Jahre dauert, so Dominik Datz, Verdi-Streikleiter in München. 

Hier wird gestreikt

Hier wird bei real gestreikt

Geplanter Ablauf

Niederbayern und Oberpfalz:
Die Streikenden aus den Real-Märkten Passau, Pocking, Pfarrkirchen, Deggendorf, Straubing, Zwiesel, Amberg, Neumarkt in der Oberpfalz, Regensburg und Pentling treffen sich um 7.30 Uhr vor dem Markt in Pentling (Hölkeringer Str. 20 in 93080 Pentling). Hier findet eine kurze Aktion vor dem Markt statt.
Franken:
Die Streikenden aus den Real-Märkten Bayreuth, Kulmbach und Hallstadt treffen sich um 8 Uhr vor dem Markt in Hallstadt. Dort treffen auch die Streikenden aus den Real-Märkten Nürnberg, Ansbach und Schwabach ein. Um 9.15 Uhr beginnt der Demozug entlang der Straße Laubanger zum Busparkplatz in der Lichtenhaiderstaße.
München
Die Streikenden aus den Real-Märkten, München Süd und München Nord treffen sich um 9 Uhr vor dem Markt München Nord, Margot-Kalinke-Straße. Dort treffen auch die Streikenden aus den Real-Märkten Rosenheim, Traunstein und Kempten zu einer gemeinsamen Kundgebung ein.


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ramazoti, Freitag, 11.März, 14:34 Uhr

3.

Die OBEREN kriegen denn Hals nie voll,
beim Arbeiter bleibt es hängen."""" Sauerrei hoch drei"""

Wolfgang, Freitag, 11.März, 13:15 Uhr

2. Geplante Gehaltskürzungen bei real

Die von der Realführung geforderten massiven Einschnitte bei Lohn und Gehalt von den Mitarbeitern ist eine absolute Frechheit.
Die Forderung von real, das die Mitarbeiter auf 75 % vom Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten sollen, zudem auch noch
längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten bei gleich bleibenden Gehalt - das ist die gleiche Masche wie bei der Insolvenz von
Praktiker - ebenfalls ein "Metrokind".
Von den ohnehin schlechten und geringen Gehältern Im Einzelhandel sollen die Mitarbeiter noch mehr abgeben - wie soll
denn das noch funktionieren??? Manche der VOLLZEIT Mitabeiter bei real MÜSSEN beim Jobcenter Zuschüsse für die Wohnung
beantragen, da das Gehalt vorn und hinten nicht reicht. Es ist KRIMINELL, wenn in Deutschland das Gehalt eines VOLLZEITARBEITENDEN
nicht mehr ausreicht, um sein Leben zu finanzieren. Die Altersarmut der Beschäftigten ist vorprogrammiert, denn "riestern" können die
wenigsten vom Gehalt - es bleibt einfach nichts übrig, VERDAMMT UNFAIR!!!

Bernhard, Freitag, 11.März, 13:10 Uhr

1. Das übliche vorgehen,

zuerst Lohnkürzung, dann Verkauf und danach oft genug die endgültige Schließung.
Siehe Weltbild und viele andere.
Dann lieber gleich einen ehrlichen Schlussstrich.