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Gedenken an NS-Opfer Die ersten Stolpersteine für Passau

In Passau erinnern seit Freitag (24.07.15) sogenannte Stolpersteine an Opfer der Nationalsozialisten. Diese tragen die Namen von drei jüdischen Familien, die von den Nazis deportiert wurden oder vor ihnen flohen.

Stand: 24.07.2015

Bei Stolpersteinen handelt es sich um kleine Messinggedenktafeln, 96 x 96 Millimeter groß, die auf den Gehsteigen vor den früheren Wohnhäusern der NS-Opfer eingelassen werden. Die ersten Stolpersteine in Passau werden in der Ludwigstraße, der Nikolastraße und der Angerstraße verlegt.

Hier haben die jüdischen Familien Grünebaum, Pick und Burian gelebt, bevor sie von den Nazis deportiert und ermordet wurden bzw. flohen. Die Initiative für diese Stolpersteine ging von mehreren Passauer Schulen und Jugendorganisationen aus. Die Steine werden von Paten finanziert.

Das Schicksal der Familien

Familie Grünebaum, Nikolastraße 10: Margareta Grünebaum wurde deportiert und ermordet, ihr Mann Leopold starb einen Tag vor der Flucht, ihre drei Töchter haben durch Flucht überlebt.
Familie Pick, Ludwigstraße 19: Henriette Pick und ihre zwei Töchter überlebten durch Flucht oder Heirat. Ziehsohn Robert Weilheimer wurde deportiert und ermordet.
Familie Burian, Angerstraße 41: Emil und Anna Kathinka Burian wurden deportiert und ermordet. Die drei Kinder haben durch die Flucht in die USA überlebt.

In Ostbayern 25 Städte mit Stolpersteinen

Der Künstler Gunter Demnig hat die Stolpersteine verlegt. Das Anliegen seines Projektes ist es, die Familien der Opfer wieder "zusammenzuführen". Aus diesem Grund werden auch überlebende Familienmitglieder mit einbezogen. In ganz Europa gibt es bereits mehr als 50.000 Stolpersteine.

Passau ist mittlerweile die 25. bayerische Stadt, in der Stolpersteine zum Gedenken verlegt werden. In Ostbayern gibt es Stolpersteine bisher in Straubing, Amberg, Nabburg, Schwandorf, Regensburg und Vilseck.


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