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Bayern-Ei-Gelände in Tabertshausen Grünen-Abgeordnete stellt sich gegen Hühnermast

In der ehemaligen Legehennenfarm des Unternehmens Bayern-Ei in Tabertshausen (Lkr. Deggendorf) könnte eine Hühnermast entstehen. Gegen diese Pläne hat sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger entschieden ausgesprochen.

Von: Harald Mitterer

Stand: 12.10.2017

Großbetrieb einer Hühnermast | Bild: picture-alliance/dpa

"Der Stall ist leer und das sollte auch so bleiben", kommentiert die Politikerin die Pläne der Brüterei Süd. Diese will laut Steinberger die ehemalige Legehennenfarm in Tabertshausen vom Unternehmen Bayern-Ei kaufen und in Zukunft dort jährlich Millionen Hähnchen mästen.

Probleme vorprogrammiert

Steinberger ist überzeugt, dass mit dieser Umrüstung Probleme mit Keimen, Geruch und Düngerausbringung vorprogrammiert sind. Die Abgeordnete befürchtet auch Probleme beim Tierschutz. Bei einem Besatz von maximal 246.000 Tieren gleichzeitig könne das Tierwohl kaum gewährleistet werden. Zudem sei der Bedarf für diese Fleischmengen nicht vorhanden. Das Fleisch werde nicht nur in Deutschland, sondern weltweit billig vermarktet, der Mist bleibe aber in Niederbayern.

"Ich hoffe, dass der Landkreis diese Umrüstung nicht genehmigt. Die Menschen in der Region wollen keine weiteren Massenställe, sondern eine flächengebundene Tierhaltung."

Rosi Steinberger

Protest-Demo im Kreis Passau

Der Bund Naturschutz hat für morgen eine große Protest-Demonstration im Landkreis Passau angekündigt. Dabei wollen die Mitglieder vor einer anderen geplanten Legehennenanlage in Ortenburg für den Ausstieg aus der Massentierhaltung demonstrieren. Gefordert wird von der CSU "ein Bekenntnis zum Umbau der Tierhaltung" - anlässlich der Sondierungsgespräche für eine Regierungskoalition.

Bayern-Ei in Tabertshausen

Das Bayern-Ei-Gelände in Tabertshausen hatte bereits vor einigen Jahren für Schlagzeilen gesorgt: Im Jahr 2006 berichteten Medien bundesweit über eine Fliegenplage im niederbayerischen Dorf. Ausgelöst hatte sie Bayern-Ei, weil die Firma den Hühnerkot nicht richtig entsorgte. Dem Unternehmen wird zudem vorgeworfen, einen Salmonellen-Skandal ausgelöst zu haben. Im Sommer 2014 waren in mehreren europäischen Ländern Menschen an Salmonellen erkrankt - mindestens ein Mensch soll an den Folgen gestorben sein.


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Bayerwaldfan, Donnerstag, 12.Oktober, 14:02 Uhr

1. Hühneranlagen aus dem Pohlmann-Imperium

Hühneranlagen aus dem "Pohlmann-Imperium" sollten allesamt nieder gerissen werden, denn im "Pohlmann-Imperium" wird man nie lernen, dass man so, wie man in der Vergangenheit mit Hühnern umgegangen ist, in Zukunft nicht mehr mit diesen Tieren umgehen dürfen sollte.

Was bei den Pohlmann-Betrieben für die Hühner gilt, muss natürlich andernorts auch für die Haltung von anderen "N u t z t i e r e n" gelten.

Die Politik kann durch entsprechende Gesetze natürlich viel für mehr Tierwohl tun, wie das beispielsweise beim Verbot für die Käfighaltung von Hühnern der Fall ist.

Ebenfalls kann die Politik dafür sorgen, dass Deutschland als Exportland für landwirtschaftlich erzeugte Lebensmittel immer unattraktiver wird, denn wenn die Chinesen Schweinefleisch essen wollen, sollen sie das dürfen, aber dann sollen die Chinesen diese Tiere und die damit verbundenen Probleme, auch im eigenen Land belassen.

  • Antwort von Ludwig Lutz, Donnerstag, 12.Oktober, 22:30 Uhr

    Stimmt leider, aber bis Politik u. andere Verantwortliche wirksame Maßnahmen für das "Tierwohl" veranlassen können wir wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag warten

  • Antwort von Bayerwaldfan, Freitag, 13.Oktober, 12:34 Uhr

    @ludwig lutz
    Wer nicht an Verbesserungen denkt, wird sie auch nie erleben dürfen.
    In Ortenburg wird zur Stunde gegen Massentierhaltung demonstriert.
    Diese Demonstration ist nur ein Teil all der Demos, die heute bundesweit auf die Forderungen des BUND hinsichtlich verbesserter Zuchtmethoden in der Nutztierhaltung aufmerksam machen sollen.
    Mit diesen Demos wird der Politik gezeigt, was ihr Wahlvolk von ihr erwartet.
    Erfüllt die Politik diese Erwartungen nicht, wird sie bei der nächsten Wahl dafür "abgestraft".
    Dieses politische Konstrukt nennt man wohl Demo - kratie.
    Dieses Modell durch mehr vom Souverän direkt getroffene Entscheidungen abzulösen, wird mir ein Bedürfnis sein, so lange ich noch lebe.
    Wir sind heute technisch so gut aufgestellt, dass wir uns per iphone mit einem kurzen eingeben eines Befehls, gegen oder für etwas entscheiden können.
    Warum also ändern wir unsere Demo-kratie also nicht in eine Direktwahl-kratie um?