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Ursachenforschung zur Flut in Simbach Verstopftes Rohr führte nicht zur Katastrophe

Extreme Niederschläge haben die Flutkatastrophe am 1. Juni 2016 in und um Simbach am Inn ausgelöst. Sie hätte nicht verhindert werden können, auch wenn der Damm gehalten hätte. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität in Wien.

Von: Harald Mitterer

Stand: 29.03.2017

Ein verstopftes Rohr sorgte mitunter für die Flutwelle in Simbach | Bild: BR/Andreas Wenleder

Die Ergebnisse der Forschung wurden am Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung vorgestellt. 

Professor Hannes Hübl

Durch die Stadt Simbach am Inn ist bei der Flutkatastrophe viermal so viel Wasser geschossen wie bei einem statistischen hundertjährlichen Hochwasser. Zwischen 160 und 180 Liter hat es in nur zwei Tagen pro Quadratmeter heruntergeregnet. Solche Wassermengen waren auch für die Wiener Forschungsgruppe von Professor Hannes Hübl bis dahin nicht vorstellbar. 

Das verstopfte Stahlrohr, durch das der Simbach floss, und der dadurch ausgelöste Bruch eines Damms an der Zufahrt zum Schulzentrum haben die Flut maximal um 50 Zentimeter kurzfristig erhöht, so die Experten. Das sei aber nicht Ursache für die Katastrophe gewesen. 

Stadt soll neu gestaltet werden

Für viele Simbacher war diese Erklärung unbefriedigend.

Manche betroffene Simbacher zweifeln das an und sprechen von einer meterhohen Flutwelle. Jetzt werden entlang des Simbachs, der die gleichnamige Stadt teilweise verwüstet hat, mehrere Häuser abgerissen, um dem Wasser künftig mehr Platz zu geben. Bis zur Umsetzung des neuen Hochwasserkonzepts dürften aber noch Jahre vergehen. 

Bei der Flutkatastrophe am 1. Juni 2016 kamen sieben Menschen ums Leben. Das bayerische Landesamt für Umwelt hatte das österreichische Forscherteam mit der Untersuchung beauftragt. 


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Sepp, Mittwoch, 29.März, 22:17 Uhr

2. Woher kommt das Hochwasser?

Vielleicht sollte man aber auch mal rundum schauen was zu der Zeit auf den Feldern stand. Ist das ein großer Kessel oder steht lauter Mais auf dem Einzugsgebiet rundum. Da passt ja meistens alles zusammen, das so etwas passiert. Traurig.

Wolfgang Schönfelder, Mittwoch, 29.März, 10:10 Uhr

1. Vernünftig bauen!!!

Hallo,
Bungalow und ander Nicht-Hoch-Bauten sind in prinzipiell hochwassergefährdeten Bereichen Dummheit. Wenn ein Vier-Geschoß-Bau mit Hochparterre erwischt wird sind nur Keller und ggf. das Erdgeschoß gering bschädigt. Bei flächenfressenden Gewerbe- oder Bungalow-Stil aber 100%.

Historisch, Adler in Frankfurt, Dürkopp in Bielefeld, Fagus in Altfeld, Siemens in Nürnberg usw. hatten Produktion auf 3 - 4 Geschossen, heute werden gigantische Flächen zugebaut, deshalb weicht man in hochwassergefährdete Gebiete aus, siehe "Fischersiedlung" schon der Namen wäre ein Warnzeichen.

Platzsparend hoch zu bauen bedeutet kurze Distnazen, für viele die Möglichkeit Arbeitswege zu Fuß, per Fahrrad oder auch zu Fuß von nahen Bußhaltestellen oder Bahnhöfen die Schulen und Arbeitsstellen zu erreichen. Das reduziert auch den Straßen- und Parkplatzbedarf deutlich.

Zwishcen 30-Geschoß Hochauswohnbau und Bunglaow gibt es die gute Zwischenform der Jugendstilzeit wie in Haidhausen