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Befürchtungen der IG Metall Aus für Siemens-Standort Ruhstorf?

Der Siemens-Konzern will in Bayern rund 1.900 Arbeitsplätze streichen. Besonders betroffen davon ist der Standort Ruhstorf (Lkr. Passau). Hier sollen rund 700 der 1.250 Stellen wegfallen. Die Nachricht ist vor Ort mit Schrecken aufgenommen worden.

Stand: 10.03.2016

Ein Schild "Duchfahrt verboten" an einer Werkseinfahrt des Unternehmens Siemens | Bild: picture-alliance/dpa

Siemens in Ruhstorf

In Ruhstorf werden seit Jahrzehnten Elektromotoren gebaut - früher von der 1895 gegründeten Loher GmbH, seit 2005 unter dem Dach des Siemens-Konzerns, in den die GmbH 2012 endgültig integriert wurde.

Der Ruhstorfer Bürgermeister Andreas Jakob (CSU) sprach von einem der "schwärzesten Tage" für die Gemeinde. Der bedeutende Wirtschaftsstandort im Passauer Land erfahre einen Rückschlag, wie er seit Bestehen des Marktes nicht hinzunehmen war. Seine Sorge sei, dass man vor allem finanzielle Einbußen zu befürchten habe. Der Markt Ruhstorf werde mit Sicherheit noch länger mit dieser Entscheidung beschäftigt sein, so Jakob.

IG Metall kritisiert Management

In der Belegschaft und bei der IG Metall sorgt vor allem der Umfang des geplanten Stellenabbaus für Ärger: Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Passau, Heinz Hausner, sagte dem BR auf Nachfrage, dass ein Stellenabbau in dieser Größenordnung aus momentaner Sicht kaum ein Überleben des Standorts sichern könne. Hausner übte heftige Kritik am Management:

"Siemens hat große Sprüche gemacht, wie toll die Zukunft aussieht, dass sich niemand um den Arbeitsplatz Sorgen machen muss."

Heinz Hausner, IG Metall Passau

Im Endeffekt habe Siemens dann aber nichts gemacht, nur "fast im halbjährlichen Turnus die Führung ausgewechselt." Der Konzern sei "ohne Konzept, ohne Geschäftsmodell" unterwegs gewesen. Man habe "nie versucht, Ruhstorf wirklich auf gesunde Beine zu stellen", obwohl man den Standort durchaus so hätte aufstellen können, dass sich das Werk trage und auch Profit abwirft. Hausner rechnet schon in den kommenden Tagen mit Protestaktionen, die Belegschaft sei "kampferprobt".

Siemens in Ostbayern

Siemens beschäftigt in Ostbayern immer noch gut  8.000 Menschen. Die meisten davon, rund 4.500, arbeiten in Amberg, 1.500 Mitarbeiter sind es in Regensburg. Der Konzern produziert außerdem noch in Cham und in Kemnath (Lkr. Tirschenreuth). Die Oberpfälzer Siemens-Standorte, an denen vor allem elektro- und medizintechnische Produkte hergestellt werden, müssten sich aktuell keine Sorgen machen, heißt es bei der IG Metall Regensburg. Allerdings gab es schon letztes Jahr wiederholt Berichte zu spartenübergreifenden Sparprogrammen bei dem Technologiekonzern. Das habe die Belegschaft generell verunsichert.

Stellenstreichungen bei Siemens

Der Konzern Siemens will im Zuge der neu geplanten Einschnitte vor allem in Bayern Tausende Stellen streichen. Neben Ruhstorf ist auch die Niederlassung in Nürnberg besonders betroffen. In der Vogelweiherstraße sollen 750 Jobs wegfallen. In Bad Neustadt in Unterfranken droht der Wegfall von 350 Jobs und in Erlangen seien es etwa 150. Wann die Stellen abgebaut werden, ist noch unklar. Das Unternehmen versuche aber, "betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", hieß es. Hintergrund sind massive Probleme im Bereich der Großmotorenfertigung des Konzerns. Die weltweit 28 Werke der Sparte "Prozessindustrie und Antriebe" sind nach BR-Informationen im Moment nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Der Geschäftsbereich leidet demnach sowohl unter strukturellen Problemen als auch unter der Krise auf dem Ölmarkt, wo sich die Firmen mit Bestellungen neuer Anlagen derzeit zurückhalten.


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Antonio, Montag, 14.März, 07:42 Uhr

6. Die Zahlen- Lüge

Was wurden da auf der Betriebsversammlung für Zahlen und Bilanzen aufgefahren! Schwer zu glauben, dass bis vor kurzem Überstunden ohne Ende gemacht wurden, um die anstehenden Aufträge annähernd zu erledigen. Und dann...urplötzlich nach Ablauf der Kündigungs- Garantie bricht der gesamte Weltmarkt zusammen und niemand mehr braucht unsere Motore. Warum müssen überhaupt ganze Produktionsreihen nach Tschechien verlagert werden? Weil es billiger ist! Alles andere Geschwafel ist Käse, Herr Kaeser! Es war von Anfang an geplant, Loher bis zum Gehtnichtmehr auszuquetschen und dann fallen zulassen. Die Folgen? Dir doch wurst, Joe. Falls du das zu verantworten hast, wünsche ich dir das gleiche Schicksal. Und ein paar tausend Mitarbeiter und ihre Familien wünschen Dir das auch!

Markus, Freitag, 11.März, 08:56 Uhr

5. Politik auf Abwegen

Diese Nachricht ist ein tiefer Schlag für die Mitarbeiter deren Familien der Region und für Niederbayern. Welche politische Taktik steckt da dahinter.Seit jahren ,insbesonderes in den letzten 2 Jahren wissen die Mitarbeiter das die Siemens Philosphie wie sie im Standort Ruhstorf praktiziert wird nicht für den erfolg des Unternehmens dienen kann. Im Gegenteil wenn ein Mittelständischer Betrieb oder ein Klein Betrieb so Witschaften würde wie es die Siemens AG macht würden diese schneller vom Markt verschwinden wie sie gekommen sind.Das Problem liegt ganz alleine nur am Managementt der Siemens AG . Die Unfassbarkeit über diese Entscheidung der Siemens AG steckt jedem kleinen Mitarbeiter und Steuerzahler tief in den Knochen, " Wo soll ich hingehen ich habe erst Haus gebaut und habe Kinder die hier in die Schule gehen . Meine ganzen Verwanten und Bekannten , Freunde sind hier " solche Aussgaen von 700 hundert Mitarbeitern .

Engelhart A., Donnerstag, 10.März, 18:31 Uhr

4. Es ist schlimm,aber kommt noch schlimmer!

Ausgerechnet ein anerikanisierter Niederbayer, der sich Joe Käeser nennt, verhält sich unsolidarisch mir seiner niederbayerischen Heimat. Er verzapft hier einen ziemlich stinkenden Käse. Aber der Fehler liegt bei der Familie Loher, die ihr Unternehmen in eine AG umwandelte. Hätten sie stattdessen eine Stiftung gegründet oder am Besten die eigenen Mitarbeiter beteiligt, dann gäbe es das Unternehmen noch. Das jedoch einen Mentalitätswamdel voraus. Ein weiteres Negativbeispiel ist das Sachsen Werk Regensburg, das heute in der Schneider Electric konsolidiert ist.Auch hier wurde die Chance vertan ein Management Buyout durchzuführen, bevor Kernkompetenzen abgebaut werden. Was soll das Lob auf den deutschen Mittelstand, wenn Konzerne sich in Mittelständler einkaufen? Was will eine CSU Elektronikerin da noch bewirken? Die kommt und spricht ein paar tröstende Worte und das wars! Vielleicht wird eine Behörde von München nach Ruhstorff verlegt und die Beamten gleich dazu. Tröstlich Aussichten.

Doris, Donnerstag, 10.März, 09:49 Uhr

3. 700 neue Fachkräfte warten auf Jobangebot, Siemens hat welche abzugeben

Für Ruhstorf und den LK Passau sieht es mehr als schwarz aus, nicht nur das Siemens entlässt auch die zweitgrößte Firma Hatz in Ruhstorf, steht zum Verkauf und es findet sich keiner Verkäufer also nochmal 500 bis 600 Leute, sowie die Zulieferer und die ganze Schlange von anderen Dienstleistung hängen dran. Wenn das alles eintritt, dann ist Kreis Passau der Ruhrpott 2.0. und neue Arbeitsplätze sind rar bzw. gibt es keine, hier hängt viel mehr dran. Das sollte Ihr liebe BR mal aufrechnen und auch im TV zeigen. Ihr geht eine ganze Region vor die Hunde gehen und die Politik schaut gnadenlos zu, will reden, hier gibt es nichts zu reden. Hier heißt es anpacken, das sind alles Leute die arbeiten könnne und wollen. Wo liebe Politik ist denn der Fachkräftemangel, also doch nur ein Märchen.

  • Antwort von eoelf, Freitag, 11.März, 15:59 Uhr

    Ist echt ne Sauerei, aber was willst den von Siemens erwarten ? Die Giergeier brachen ihr Geld!!!! Was interessiert die der kleine Mann?! Aber es gibt Regionen in Bayern die würden sich freuen wenn es denen so gehen würde wie euch heute. Ich sag nur Porzellanindustrie in Nord-Bayern da sind etwas mehr Arbeitsplätze weggefallen wie die 700! min 1000 und das in jeder Kleinstadt ?? Kopf hoch es geht weiter. Ps. Selb,Schwarzenbach,Schönwald,Kirchenlamitz,Marktleuthen,Röslau,Wunsiedel,Arzberg,Hohenberg,Schirnding usw. Und da hats in Niederbayern a kon interessiert!

  • Antwort von doris, Samstag, 12.März, 13:03 Uhr

    ja das ist unsere Gesellschaft, jeder einzelne ist für seine Probleme selbst zuständig,das wir keine hilfe oder irgendwelche solidarität bekommen das wissen wir, aber wenns um andere geht, da werden Helferkreis gebildet und werden Millionen gegeben und an Bahnhöfe geklatscht. Wir sind eine sehr ARMES DEutschland geworden, und das sehe ich nicht erst seit der Schließung von Ruhstorf so,

günther, Donnerstag, 10.März, 09:08 Uhr

2. Nachtrag

es ist schon perves das die Mitarbeiter, es als letztes erfahren was passiert, erst die Presse und dann der Rest, müssten nicht erst die betroffenen erfahren was passiert, den diese Menschen verlieren Jobs, diese Menschen stehen auf einen Schlag ohne Perspektive da, denn die bayerische Regierung hat nie wirklich was in Niederbayern investiert,. jetzt werden Sie kommen und reden, danach in ihr auto steigen, ja mei,
Vielleicht sollte man auch mal nachdenken und die Sanktionen gegen Russland fallen lassen, Frau Aigner.