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Flüchtlingszustrom nach Niederbayern Passau ruft Bundeswehr zu Hilfe

Auch heute sind wieder Tausende Flüchtlinge über die Grenzübergänge von Österreich nach Niederbayern geströmt. Der Passauer Landrat Franz Meyer (CSU) fordert zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms mehr Personal, zum Beispiel könne die Bundeswehr helfen.

Stand: 26.10.2015

Am Montag (26.10.15) sind wieder Tausende Flüchtlinge nach Niederbayern gekommen. Bis zum Mittag waren es nach Angaben der Bundespolizei bereits 3.500. Diese Zahl werde sich bis zum Abend locker verdoppeln. Schwerpunkte der Grenzübertritte waren Passau, Achleiten und Simbach am Inn.

11.000 Flüchtlinge innerhalb weniger Stunden

Die Behörden in Österreich hatten am Wochenende den Transport der Flüchtlinge mit Bussen an die Grenze organisiert, mehr als 11.000 Asylsuchende kamen innerhalb nur weniger Stunden. Im Landkreis Passau führte das zu großen Unterbringungs-Problemen, weshalb der Passauer Landrat heute noch wütend ist.

"Ich bin sauer auf die österreichischen Behörden und auch auf Wien - wenn ich höre, dass die Aktion mit dem dortigen Innenministerium abgestimmt war. Ich erwarte, dass sich die Österreicher besser mit unseren Behörden abstimmen. Zudem geht an Berlin die Forderung: Wir brauchen mehr Personal bei der Bundespolizei hier an der Grenze - und auch die Bundeswehr sollte als Verstärkung zum Einsatz kommen."

Passauer Landrat Franz Meyer

Absprachen wurden nicht eingehalten

Nach Angaben der Bundespolizei hatte sich Österreich am Wochenende nicht an die Absprache gehalten, maximal 50 Menschen pro Stunde an die einzelnen Grenzübergänge zu bringen. Die österreichische Polizei wiederum schiebt Deutschland den schwarzen Peter zu. Die Bundespolizei habe weniger Flüchtlinge registriert und einreisen lassen als abgemacht. Dadurch habe man auf österreichischer Seite Probleme bekommen und eilig Notunterkünfte einrichten müssen. 300 Menschen verbrachten die Nacht im Freien.

Auf der deutschen Seite wiederum konnte der Andrang an den Grenzen letztlich noch bewältigt werden - mit Sonderbussen und Zügen wurden die Flüchtlinge auf ganz Deutschland verteilt. Ein großer Teil wurde auch vorübergehend in das Wartezentrum in Erding vermittelt.


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