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Schöner Schmuck oder schöner Sch...? Passauer Weihnachtsfassade erhitzt die Gemüter

Eine ungewöhnliche Weihnachtsdekoration sorgt in Passau gerade für Aufsehen: Ein Geschäft hat seine Fassade als einen überdimensionierten zerbrochenen Spiegel gestaltet. Die Reaktionen auf die schillernde Dekoration fallen unterschiedlich aus.

Von: Martin Gruber

Stand: 15.11.2017

Die Leute, die in die Passauer Fußgängerzone unterwegs sind, haben jetzt wieder etwas zu bestaunen. Und zu diskutieren. Die Fassade eines Geschäftshauses ist mit einem nachgebauten zerbrochenen Spiegel verziert - drumherum ein überdimensionaler goldener Rahmen. In den Scherben sind Bilder von Passauer Sehenswürdigkeiten zu sehen. Das kommt besonders bei den Touristen gut an und wird gerne als Fotomotiv genutzt.

Denkmalschützer nicht begeistert

Es sticht ins Auge, die Leute reden. Damit hat Karin Pernpointner, Chefin des Geschäfts mit der üppigen Fassade, ihr Ziel erreicht. Vor zwei Jahren hatte sie ihren Laden für kunstvolle Accessoires, Bilder und Bilderrahmen mit Lebkuchen verziert. Vergangenes Jahr war das Thema "Alice im Wunderland".

Denkmalschützer waren von dieser Weihnachtsdeko nicht begeistert. Auch die Beamten im Bauamt wären gerne vorher informiert worden, wenn die ganze Fassade eines historischen Altstadthauses derartig gestaltet wird. Deshalb hat die Geschäftsfrau die Verwaltung heuer vorgewarnt.

"Ich hab im Bauamt angekündigt, dass ich das mach. Aber ich hab ihnen auch versprochen, dass es nicht mehr ganz so provoziert, wie die letzten Male. Dann haben wir zusammen mit einer Deko-Firma eine reflektierende Fassade gebaut, wo sich die ganzen wunderschönen Altstadtgebäude widerspiegeln."

Karin Pernpointner, Geschäftsinhaberin

Beim letzten Mal gab es den Vorwurf, dass das Altstadtensemble verschandelt worden wäre, erzählt Karin Pernpointner. Das wäre jetzt nicht mehr der Fall. "Das ist ein anderer Ansatz, der natürlich wieder für Gesprächsstoff sorgen wird", so Pernpointner.

Zum Beispiel beim Stadtrat Egon Greipl, ehemaliger Generalkonservator:

"Ich finde insgesamt die Entwicklung 'Am Rindermarkt' abscheulich. Weihnachten ist dann nur noch der Gipfel. Die Deko hier widerspricht jeglicher Stadtbild-Satzung. Eigentlich ist es nicht hinnehmbar, dass man so mit einem der schönsten Plätze Passaus umgeht."

Egon Greipl, Stadtrat

Künstlerverband ist nicht begeistert

Bei Hubert Huber vom Verband bildender Künstler hält sich die Begeisterung auch in Grenzen: Zu billig, künstlerisch nicht gerade berauschend - und hoffentlich nicht beispielgebend für andere Fassaden.

"Ich bin absolut dagegen, dass sowas die Runde macht. Da geht mir das Professionelle ab. Die Dekoration kommt sehr billig rüber. Da fehlt mir die Qualität."

Hubert Huber, Verband bildender Künstler

Über Geschmack lässt sich bekanntlich bestens streiten. Die Fassade am Eingang der Fußgängerzone fällt auf und wird wohl auch weiter für unterschiedlichste Reaktionen sorgen.


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Kommentare

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steamtrain, Mittwoch, 15.November, 21:58 Uhr

9. Weihnachten, Kunst & Deko

Nun einmal, Weihnachten ist ohnehin nur mehr Kommerz und hat mit Christi Geburt nur mehr das Datum gemeinsam. Was nun die Kunst betrifft. Der ein liebt Dürer oder einen Rembrandt, der ander mag ihn nicht und liebt dafür vielleicht seinen Boys. Kunst ist nun mal was gefällt oder sollte es so sein daß ein "Kunstwerk" wie z.b. das Stahlskelett um einen abgestorbenen Baum, dessen Unterhalt zig Tausende im Jahr kostet Kunst sein darf? Und hier handelt es sich ja nicht einmal um Kunst sondern um eine reine werbewirksame Deko die ohnehin nach ein paar Wochen wieder verschwindet. Was soll also der Wirbel darum, es störe das Stadtbild. Schmarrn pur. Da gibt es andere "Schandflecken" in der Stadt die das Bild erheblich mehr und vor allem dauerhaft stören. Meine persönliche Meinung hierzu, für eine Deko ein gute Idee. Mir gefällt sie.

Bayerwaldfan, Mittwoch, 15.November, 17:49 Uhr

8. christmascommerce

Nach biblischen Erzählungen, ist an Weihnachten der Erlöser der Welt "zur Welt" gekommen.
Dieses Ereignis hat mit dem Geschäfte machen der Geschäftsleute gar nichts zu tun.
Aber, die "christliche Tradition", hat in der Moderne einen riesigen Hype aus der Geburt Jesu entstehen lassen.
Die Menschen haben viel Geld, das sie zur Weihnachtszeit ausgeben wollen.
Und deshalb hat Frau Pernpointner allen Grund, sich und ihr Ladengeschäft, regelrecht i n a l l e r M u n d e zu bringen.
Man muss den Leuten etwas bieten, damit sie bei einem einkaufen kommen.
Ob das, was sie tut, Kunst ist, spielt dabei doch überhaupt keine Rolle.
Einzig und allein die Aufmerksamkeit, die sie mit ihrer Ladenfassade erzielen kann, ist hier von Bedeutung.
Und dieses Kalkül gelingt dieser tüchtigen Geschäftsfrau offensichtlich seit Jahren.
Wie sagte Herr Trapatoni einstmals..... un wer isse Struntz
analog dazu...un wer isse ein Herr Huber
Lachhaft, was dieser Herr zu bedenken gibt.

  • Antwort von Hrdlicka, Mittwoch, 15.November, 21:06 Uhr

    @Bayerwaldfan: Nein, nicht um die Geburt Jesu gibt es den immer früher beginnenden Hype, sondern das Datum wird hierzu mißbraucht...schlicht aus kommerziellen Gründen, ganz wie sie es sagen. Der Amerikaner hat hierzu vor Jahrzehnten extra den inzwischen auch bei uns eingebürgerten Weihnachtsmann erfunden der Geschenke bringt.......das hat mit der Gebut Jesu rein gar nichts zu tun.

    Aber: ich glaube niemand der hier an der Fassadengestaltung Beteiligten erhebt den Anspruch damit Kusnt zu schaffen, da dürfte der Künstler Huber daneben liegen. Soll wie sie schreiben Leute ins Geschäft bringen...das geht mit nacktem Menschenfleisch ( ok, vielleicht etwas kühl im Dezember)..mit greller Luchtreklame, lauter Musik oder auch so. Seinen Zweck erfüllt die Dekoration allemal und die kostenlose Werbung hier hat die Geschäftsinhaberin sicher nicht geplant...ich gönn es ihr

Welke, Mittwoch, 15.November, 15:04 Uhr

7. Umstrittene Weihnachtsfassade

Ich finde diese „Deko“ speziell, aber durchaus schön. Mal etwas anderes. Passt aber, wie aus den Kommentaren ersichtlich, mal wieder nicht in den deutschen Rahmen und evtl. Bestimmungen. So ist das halt. Es gibt halt immer was zu meckern, anstatt, wenn’s nichts gefällt, zu tolerieren. Ist doch eh nur für ein paar Wochen. Dann ist alles wieder „NORMAL“! Frohes Fest von Carmen aus Vilshofen ??

urs, Mittwoch, 15.November, 14:37 Uhr

6.

Passt zum tiefen Niveua heutiger 'Kunst'.

Floh, Mittwoch, 15.November, 13:39 Uhr

5.

So was soll schön sein ??

  • Antwort von Erik, Mittwoch, 15.November, 14:36 Uhr

    Liegt alles im Auge des Betrachters.