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Vorgetäuschter Anschlag in Passau Polizei ermittelt 16-Jährigen als Anrufer

Fahndungserfolg der Polizei: Sie hat einen Unterallgäuer festgenommen, der für den Fehlalarm am Klinikum Passau und den anschließenden Großeinsatz der Polizei vergangene Woche verantwortlich sein soll. Der Jugendliche hat die Tat gestanden.

Von: Martin Gruber

Stand: 17.02.2017

Ein bayerischer Polizeibeamter in einer Einsatzzentrale (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Michael Emmer, Sprecher im Polizeipräsidium Niederbayern, bestätigte dem BR am Freitag, dass ein 16-Jähriger aus dem Unterallgäu dringend tatverdächtig ist. Der Schüler hat bereits gestanden, aber noch keine Angaben zu seinem Motiv gemacht.

Passau war womöglich Zufall

Laut Emmer sind die Ermittler in Passau durch die technische Unterstützung des Landeskriminalamtes auf den jungen Mann gekommen. Die Polizei hat heute die Wohnung des Verdächtigen durchsucht und diverse Beweismittel sichergestellt, unter anderem auch das Handy, mit dem der Teenager wohl den Fehlalarm in Passau ausgelöst hat.

"Dass der junge Mann ausgerechnet am Klinikum Passau angerufen hat, könnte Zufall gewesen sein. Einen direkten Bezug zu Passau wissen wir nicht. Der Schüler hat wohl schon einmal eine sehr ähnliche Tat begangen. Aber da laufen die Ermittlungen noch."

Michael Emmer, Sprecher im Polizeipräsidium Niederbayern

Gegen den 16-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Verdachts des Missbrauchs von Notrufen eingeleitet. Geklärt werden müsse auch noch, ob der junge Mann für die Einsatzkosten der Polizei und im Klinikum Passau verantworten muss. Sie belaufen sich auf insgesamt mehreren Zehntausend Euro.

Großeinsatz vor einer Woche

Vergangenen Freitag hatte ein zunächst Unbekannter am Klinikum Passau angerufen und einen Anschlag auf dem Gelände der Universität Passau mit mehreren Schwerverletzten gemeldet. Daraufhin wurde im Krankenhaus innerhalb weniger Minuten ein Notfall-Team mit insgesamt 40 Mitarbeitern auf die Beine gestellt. Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften, unter anderem auch mit einem Hubschrauber im Einsatz, um das Unigelände zu durchsuchen. Erst nach Stunden konnte Entwarnung gegeben werden. Aufgrund der jugendliche Stimme am Telefon, war man zunächst von einer "Anruferin" ausgegangen.


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